Der WTI-Rohölpreis stabilisiert sich über 63 USD, da geopolitische Risiken die Unsicherheit hinsichtlich der Versorgung ausgleichen.

Der WTI-Rohölpreis stabilisiert sich über 63 USD, da geopolitische Risiken die Unsicherheit hinsichtlich der Versorgung ausgleichen.
WTI-Rohöl hält sich über der wichtigen Unterstützung bei $63

WTI-Rohöl hält sich am Dienstag in der Nähe der 63,41 $-Marke und gibt leicht nach, bleibt aber über den wichtigen Unterstützungsniveaus, da die Händler die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten gegen Fragen über das künftige Angebot abwägen.

Höhepunkte

  • WTI wird in der Nähe von 63,41 $ gehandelt, was einem Rückgang von 0,75 % entspricht, bleibt aber über seinem 200-Tage-EMA, was auf eine Verbesserung der technischen Struktur hindeutet.
  • Die geopolitischen Risiken haben sich nach den Spannungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormuz verschärft, was einen Risikoaufschlag bei den Preisen unterstützt.
  • Eine große Abnahme von 11,1 Mio. Barrel API-Rohöl trägt zur Aufwärtsbewegung bei, während OPEC+ und Diplomatie das Aufwärtspotenzial begrenzen.

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Die Preisentwicklung spiegelt einen Markt wider, der zwischen einer sich verbessernden technischen Struktur und schlagzeilengetriebener Volatilität hin- und hergerissen ist, wobei die Geopolitik und die Bestandsdaten die kurzfristige Positionierung eher bestimmen als die Überzeugung.

Technische Struktur verbessert sich, aber Widerstand zeichnet sich ab

Aus technischer Sicht hat WTI mit dem Ausbruch über seinen exponentiellen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 62,54 $ einen bemerkenswerten Fortschritt erzielt. Dieses Niveau hatte den Preis über weite Strecken des Jahres gedeckelt, und die Rückeroberung wird weithin als potenzielles Signal für eine mittelfristige Trendwende angesehen. Der 50-Tages-EMA bei 61,62 $ hat sich ebenfalls als Unterstützung erwiesen, was den Eindruck verstärkt, dass der Abwärtsdruck vorerst nachgelassen hat. Darunter bietet der 100-Tage-EMA bei 60,64 $ einen zusätzlichen Puffer, sollte sich die Stimmung abschwächen.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Die Momentum-Indikatoren stützen diesen vorsichtigen Optimismus. Der RSI hält sich in der Nähe von 58, steigt aber noch nicht an, was darauf hindeutet, dass die Käufer an Zugkraft gewinnen, ohne den Markt in den überkauften Bereich zu drängen.

WTI testet jedoch weiterhin eine absteigende Trendlinie, die das Kursgeschehen über weite Strecken des Jahres 2025 bestimmt hat. Auf dem Schaubild sind weiterhin mehrere Ablehnungen dieser Trendlinie zu erkennen, so dass der Bereich zwischen 64 und 65 $ eine kritische Hürde darstellt. Ein entscheidender Anstieg über dieses Widerstandsband würde wahrscheinlich die Tür in Richtung 66 bis 68 $ öffnen, ein Bereich, der bereits Ende letzten Jahres Verkaufsinteresse auf sich zog.

Geopolitisches Risiko sorgt für Preisaufschlag

Die fundamentalen Faktoren haben angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten für zusätzliche Unterstützung gesorgt. Berichte, wonach die USA eine iranische Drohne in der Nähe eines US-Flugzeugträgers abgeschossen haben, sowie IRGC-Schiffe, die einen unter US-Flagge fahrenden Tanker in der Straße von Hormuz bedrängen, haben die Besorgnis über mögliche Versorgungsunterbrechungen wieder aufleben lassen. Die Straße von Hormuz ist nach wie vor einer der kritischsten Energiechokepunkte der Welt, so dass die Ölpreise sehr empfindlich auf jede Bedrohung der Schiffsströme reagieren.

Auch wenn die physische Versorgung nicht unterbrochen wurde, zeigt die erneute Konzentration auf Hormuz, wie schnell die Risikoprämie nach Zeiten relativer Ruhe zurückkehren kann. Die Händler haben darauf reagiert, indem sie ihre geopolitischen Absicherungen wieder aufgebaut haben, was die kurzfristige Preisunterstützung verstärkt hat.

Die Daten zu den Lagerbeständen haben die konstruktive Stimmung noch verstärkt. Das American Petroleum Institute meldete für die vergangene Woche einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 11,1 Millionen Barrel, den größten seit Juni, sofern die offiziellen EIA-Zahlen dies bestätigen. Dieser Rückgang deutet auf eine Verknappung des heimischen Angebots hin und unterstützt die jüngste Preiserholung.

OPEC+ und Diplomatie dämpfen Aufwärtserwartungen

Trotz dieser unterstützenden Faktoren wird der Aufwärtstrend weiterhin durch politische und diplomatische Risiken begrenzt. Die für Freitag anberaumten Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnten im Falle von Fortschritten die Spannungen abbauen und damit möglicherweise einen Teil der in den Preisen enthaltenen geopolitischen Prämie aufheben.

Die Angebotspolitik ist eine weitere Schlüsselvariable. Die OPEC+ wird am 1. März entscheiden, ob sie die monatlichen Produktionssteigerungen wieder aufnehmen wird, nachdem sie im ersten Quartal eine Pause eingelegt hatte. Die Gruppe rechnet zwar damit, dass sich die Nachfrage ab März und April verbessern wird, doch könnte jede Entscheidung zur Produktionssteigerung die Gewinne begrenzen und den Widerstand verstärken.

Vorerst bleibt WTI zwischen einer sich verbessernden technischen Struktur und schlagzeilenträchtigen Risiken gefangen. Die Unterstützung bei 62,50 $ untermauert die zinsbullische Tendenz, während der Widerstand im Bereich von 64 bis 65 $ weiterhin die kurzfristige Obergrenze definiert.

Wie bereits erwähnt, hatte WTI-Rohöl versucht, sich oberhalb der langfristigen Unterstützung zu etablieren, wobei die Händler darauf achteten, ob die geopolitischen Risiken dem Preis helfen könnten, sich über die fest verankerten Widerstandsniveaus hinaus zu bewegen.

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