Frankreich plant Ausbau des Atomarsenals und Atomübungen mit Deutschland

Frankreich plant Ausbau des Atomarsenals und Atomübungen mit Deutschland
Frankreich stärkt Atompläne

Wie Bild berichtet, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Auftritt auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe Brest nach eigenen Worten eine Erhöhung der Zahl nuklearer Sprengköpfe angeordnet und zugleich erste Schritte für eine Zusammenarbeit mit Deutschland bei der nuklearen Abschreckung in Aussicht gestellt. Die Aussagen fielen am Montag und markieren nach Macrons Darstellung eine strategische Neuausrichtung, mit der Paris auf eine aus seiner Sicht wachsende nukleare Bedrohungslage reagiert. Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri ist Frankreich derzeit die einzige Atommacht in der EU.

Höhepunkte

  • Frankreich erhöht erstmals seit mindestens 1992 sein Atomarsenal und wird noch 2024 gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland beginnen.
  • Macron kündigt an, künftig keine Angaben mehr zur Anzahl französischer Atomwaffen zu veröffentlichen, um die Abschreckungsfähigkeit zu stärken.
  • Neues Atom-U-Boot soll bis 2036 gebaut werden, Begründung sind gestiegene Bedrohungslagen durch Russland, China und den Nahen Osten.

Macrons Ankündigungen in Île Longue

Macron sagte auf dem Stützpunkt Île Longue, er habe eine „Aufstockung“ des französischen Atomarsenals angeordnet. Nach seiner Darstellung wäre es die erste Erhöhung seit mindestens 1992. Zudem kündigte er gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an und verwies auf eine positive Antwort Berlins auf ein französisches Angebot. „Deutschland ist ein Schlüsselpartner“, sagte Macron und stellte in Aussicht, dass noch in diesem Jahr Besuche strategischer Standorte sowie gemeinsame Übungen beginnen könnten.

Strategiewechsel bei Transparenz und Fähigkeiten

Frankreich werde künftig, anders als bisher, nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren, erklärte Macron. Er begründete dies mit dem Anspruch, die Abschreckung glaubhaft zu halten, und sprach von „fortgeschrittener Abschreckung“, bei der die Sicherheit des europäischen Kontinents auf dem Spiel stehe. Laut Sipri verfügt Frankreich über 290 von weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht. Das Land besitzt vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können, und kann Atomwaffen auch aus der Luft einsetzen.

Begründung: Bedrohungslage und Zeitplan bis 2036

Macron verwies zur Begründung auf aus seiner Sicht wachsende nukleare Bedrohungen und veränderte militärische Rahmenbedingungen. Er nannte dabei eine zunehmende nukleare Aufrüstung Chinas, die angespannte Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland. Zugleich betonte er, der Ausbau solle kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf sein. Für die Modernisierung nannte er einen konkreten Zeithorizont und sagte, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut.

Wir haben zuvor über den Kursanstieg globaler Rüstungsaktien berichtet, der durch die zunehmenden Spannungen und den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ausgelöst wurde. In unserem Beitrag ging es auch darum, dass die Sorge vor einer Ausweitung des Nahostkonflikts nicht nur den Verteidigungssektor stützte, sondern zugleich die Ölpreise und Energieaktien antreiben konnte.

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