Ölpreis erholt sich, nachdem Trump Luftangriffe auf iranische Energieziele verschoben hat
Die Ölpreise erholten sich am Dienstag nach einem starken Rückgang am Vortag, wobei die Anleger die Hoffnungen auf eine rasche Deeskalation im Nahen Osten schnell verwarfen. Rohöl der Sorte Brent stieg wieder über die Marke von 100 USD pro Barrel, da die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Gesprächen mit dem Iran den Markt nicht überzeugten, während die Militäraktionen in der Region fortgesetzt wurden.
Höhepunkte
- Brent kletterte wieder über die Marke von 100 $ pro Barrel, nachdem es am Vortag um mehr als 10 % eingebrochen war.
- Der Markt glaubte nicht an einen schnellen diplomatischen Durchbruch, nachdem der Iran Forderungen nach Verhandlungen mit den USA zurückgewiesen hatte.
- Anhaltende Streiks und das Risiko einer Konflikteskalation sorgen für einen hohen Risikoaufschlag bei den Ölpreisen.
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Erholung nach Ausverkauf
Laut Bloomberg stürzten die Ölpreise am Montag stark ab, nachdem Trump unter Berufung auf produktive Gespräche mit Teheran einen fünftägigen Aufschub möglicher Schläge gegen die iranische Energieinfrastruktur angekündigt hatte. Infolgedessen fiel Brent um rund 11 % und sank kurzzeitig unter die 100-Dollar-Marke, während WTI mehr als 10 % einbüßte und in die Nähe von 88 US-Dollar pro Barrel fiel.
In der darauffolgenden Sitzung erholten sich einige Verluste jedoch rasch. Brent stieg wieder auf etwa 103,7 bis 104 $ pro Barrel, und die amerikanische Sorte WTI legte um etwa 4 % zu. Der Grund für diese Verschiebung ist, dass die Marktteilnehmer kaum Anzeichen für einen echten diplomatischen Durchbruch sahen: Iranische Offizielle wiesen Behauptungen über Verhandlungen zurück, während Israel seine Angriffe fortsetzte.
Aktuelle Ölpreise auf Basis des bereitgestellten Bildes
- WTI Crude - 90,98 $ pro Barrel, Veränderung +3,21%;
- Brent Crude - 102,42 $ pro Barrel, Veränderung +2,48%.
Zweifel an der Diplomatie, Risikoprämie bleibt
Der Schlüsselfaktor für den Ölmarkt sind derzeit nicht die Erklärungen der USA selbst, sondern das Potenzial, dass sich der Konflikt ausweitet und die Versorgung unterbricht. Der Iran hat öffentlich Gespräche mit den USA abgelehnt, und Berichte über neue Angriffe auf Energieanlagen haben die Befürchtung verstärkt, dass der Konflikt weitere Länder aus der Region anziehen könnte.
Für die Ölhändler bedeutet dies einen anhaltend hohen geopolitischen Risikoaufschlag auf die Preise. Schon der eintägige Preisrückgang machte deutlich, wie empfindlich der Markt auf jeden Hinweis auf eine Deeskalation reagiert, doch die rasche Erholung deutet auf eine größere Skepsis hin. Solange es keine bestätigten Vereinbarungen gibt und die Angriffe auf die militärische und die Energieinfrastruktur anhalten, preisen die Anleger lieber das Risiko einer weiteren Verknappung des Angebots ein.
Was dies für den Markt bedeutet
Die Rückkehr von Brent über die 100-Dollar-Marke ist nicht nur wegen ihres psychologischen Effekts wichtig, sondern auch, weil sie Sorgen über Inflation, Transportkosten und Druck auf die Kraftstoffverbraucher weckt.
Am Vorabend von Trumps Verzögerungsankündigung halfen die Hoffnungen auf eine Pause in dem Konflikt den US-Aktien, aber die Erholung des Ölpreises zeigt, dass der Markt nicht bereit ist, eine fünftägige Verzögerung als den Beginn einer nachhaltigen Lösung zu betrachten.
Zuvor hatten wir berichtet, dass sich der Ölpreis in der Nähe von Mehrjahreshöchstständen hält, nachdem die USA dem Iran ein Ultimatum gestellt haben.
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