Nach dem Einbruch zu Jahresbeginn gewinnt die Nachfrage im deutschen Verarbeitenden Gewerbe im März 2026 wieder spürbar an Dynamik. Das Ordervolumen legt gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 5,0 Prozent zu, obwohl für das erste Quartal insgesamt noch ein Rückgang von 4,1 Prozent zu Buche steht.
Höhepunkte
- Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland steigen im März gegenüber Februar um 5,0 Prozent und im Jahresvergleich um 6,3 Prozent.
- Auslandsnachfrage legt um 5,6 Prozent zu, wobei das Plus im Euroraum mit 10,1 Prozent besonders stark ausfällt; ohne Großaufträge steigen die Bestellungen um 5,1 Prozent.
- Stärkste Zuwächse bei elektrischen Ausrüstungen mit 21,5 Prozent, EDV- und optischen Geräten mit 14,4 Prozent und pharmazeutischen Erzeugnissen mit 9,4 Prozent; Textilindustrie bricht um 26,4 Prozent ein.
Breiter Auftragsanstieg im März
Wie das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung vom 7. Mai 2026 berichtet, steigen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März gegenüber Februar um 5,0 Prozent. Bereits im Februar hatten sie nach aufwärtsrevidierten Angaben um 1,4 Prozent zugelegt, während sich im Vorjahresvergleich nun ein arbeitstäglich bereinigtes Plus von 6,3 Prozent ergibt.Die Nachfrage aus dem Ausland wächst mit 5,6 Prozent etwas stärker als die Inlandsbestellungen mit 4,0 Prozent. Besonders kräftig fällt das Plus im Euroraum mit 10,1 Prozent aus, während die Bestellungen aus Drittstaaten um 2,7 Prozent zunehmen.
Ohne Großaufträge steigen die inländischen Auftragseingänge im März gegenüber Februar um 6,5 Prozent. Bei den gesamten Bestellungen liegt der um Großaufträge bereinigte Zuwachs mit 5,1 Prozent nur leicht über dem Gesamtwert, nachdem große öffentliche Investitions- und Beschaffungsvorhaben in den vergangenen Monaten für starke Ausschläge gesorgt haben.
Unter den Gütergruppen verzeichnen Vorleistungsgüter mit 9,2 Prozent das stärkste Wachstum. Auch Konsumgüter mit 7,3 Prozent und Investitionsgüter mit 2,1 Prozent legen zu, wobei im Jahresvergleich Konsumgüter mit 12,5 Prozent am deutlichsten steigen.
Branchenbild und Konjunkturrisiken
Fast alle Industriebranchen melden im März steigende Bestellungen. Zu den größeren Bereichen mit Zuwächsen zählen Kfz und Kfz-Teile mit 2,9 Prozent, der Maschinenbau mit 6,9 Prozent, die Metallerzeugung mit 3,4 Prozent sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 3,7 Prozent.Deutlichere Aufschläge verzeichnen Hersteller elektrischer Ausrüstungen mit 21,5 Prozent, EDV- und optischer Geräte mit 14,4 Prozent sowie pharmazeutischer Erzeugnisse mit 9,4 Prozent. Auch der Sonstige Fahrzeugbau, zu dem Militärfahrzeuge zählen, meldet mit 7,4 Prozent weiter steigende Auftragszahlen, während die Textilindustrie nach starkem Februarwachstum einen Rückgang um 26,4 Prozent hinnehmen muss.
Seit August 2025 ist der Trend bei den Industrieaufträgen zwar aufwärtsgerichtet, die Entwicklung bleibt aber wegen Großaufträgen und Sondereffekten schwankungsanfällig. Für den jüngsten Ausschlag dürften laut der Mitteilung Vorzieheffekte eine Rolle spielen, da der Irankrieg einen Energiepreisschock auslöst und Unternehmen Bestellungen in Erwartung höherer Preise oder möglicher Lieferengpässe vorziehen.
Aktuelle Umfragen deuten bereits auf zunehmende Engpässe in einzelnen Industriebereichen hin. Zugleich trüben sich Stimmungsindikatoren zuletzt erneut ein, was auf eine mögliche Abschwächung der Industriekonjunktur hindeutet.
In unserem früheren Beitrag zur angespannten Kerosinversorgung in Deutschland haben wir die Folgen des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus für die Luftfahrt beleuchtet. Dabei ging es um steigende Treibstoffpreise, mögliche Lieferzusagen sowie die Frage, wie lange Vorräte und heimische Raffinerieproduktion den Bedarf decken können. Diese Entwicklungen liefern den energieseitigen Hintergrund für die aktuellen Vorzieheffekte und Risiken, die nun auch in den Industrieaufträgen sichtbar werden.
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