Deutsche Flughäfen warnen vor Kerosinkrise mit Risiken für Sommerflugverkehr
Vor der Sommersaison verschärft sich an deutschen Flughäfen die Sorge über steigende Treibstoffkosten und mögliche Einschränkungen im Flugangebot. Nach Einschätzung des Flughafenverbands könnten Flugausfälle und Angebotskürzungen bis zu 20 Millionen Passagiere treffen.
Höhepunkte
- Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen warnt, dass im Sommerflugverkehr bundesweit bis zu 20 Millionen Passagiere durch Kapazitätseinbrüche von zehn Prozent betroffen sein könnten.
- Kerosinpreise liegen seit über zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg, was insbesondere Low-Cost-Airlines und weniger gefragte Reiseziele bedroht.
- Der Flughafenverband ADV fordert kurzfristig die Aussetzung und mittelfristig eine Halbierung der Luftverkehrssteuer, um Flugstreichungen, Streckennetzverkleinerungen und steigende Ticketpreise zu begrenzen.
Kerosinpreise und drohende Kapazitätskürzungen
Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, warnt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen vor erheblichen Störungen im Sommerflugverkehr. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel sagt, im schlimmsten Fall drohe an manchen Flughäfen ein Kapazitätseinbruch von zehn Prozent, hochgerechnet könnten davon bundesweit 20 Millionen Fluggäste betroffen sein.Besonders stark könnten nach Darstellung des Verbands Low-Cost-Airlines und touristisch weniger bedeutende Ziele unter Druck geraten. Beisel zufolge ist zu befürchten, dass dort weitere Flüge gestrichen werden, sodass einzelne Destinationen ganz aus dem Flugplan fallen oder seltener und teurer bedient werden.
Der Verband verweist darauf, dass die Kerosinpreise seit mehr als zwei Monaten doppelt so hoch sind wie vor dem Krieg. Eine Normalisierung erwartet Beisel auch in den kommenden Monaten nicht, zudem könnten Airlines selbst bei verfügbarer Versorgung viele Verbindungen zu diesen Kosten wirtschaftlich nicht mehr durchführen.
Forderungen an die Politik und Folgen für den Luftfahrtstandort
Als Reaktion fordert der Flughafenverband staatliche Entlastungen für die Branche. Kurzfristig brauche es eine Aussetzung der Luftverkehrssteuer, mittelfristig zumindest eine Halbierung, sagt Beisel.Nach Einschätzung der ADV zählt die Luftverkehrssteuer in Deutschland zu den höchsten in Europa und belastet den Luftfahrtstandort zusätzlich. Für Reisende könnte das neben Flugstreichungen auch ein kleineres Streckennetz und höhere Ticketpreise im Sommer bedeuten.
Die jüngste Volatilität beim WTI-Rohölpreis durch die Spannungen rund um den Iran und die Straße von Hormus stand in unserem früheren Beitrag im Mittelpunkt. Wir hatten erläutert, dass ein erheblicher geopolitischer Aufschlag die Notierungen treibt und der Markt weniger auf Fundamentaldaten als auf das Risiko von Versorgungsengpässen reagiert. Zudem verwiesen wir auf sinkende US-Lagerbestände und die Rolle von OPEC+ als Faktoren, die kurzfristig zusätzlichen Preisdruck erzeugen können.
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