WTI-Rohöl bleibt weiterhin sehr volatil, wobei der Markt auf praktisch jede Schlagzeile im Zusammenhang mit dem Iran und der Straße von Hormus reagiert. In den letzten Tagen fielen die Ölpreise zunächst aufgrund der Erwartungen an ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran sowie eine Wiederöffnung der Straße von Hormus stark ab, erholten sich jedoch nach einem Schlagabtausch im Persischen Golf wieder.
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Infolgedessen schwankte der WTI-Preis während des gestrigen Handels zwischen 90 und 96 US-Dollar. Derzeit enthalten die Ölpreise einen erheblichen geopolitischen Aufschlag, und der Markt handelt faktisch nicht auf Basis der Fundamentaldaten, sondern aufgrund des Risikos von Versorgungsengpässen.
US-Lagerbestände sorgten für unerwartete Unterstützung
Ein weiterer bullischer Faktor ergab sich aus den jüngsten Lagerdaten. Die API meldete einen starken Abbau der Rohölvorräte um rund 8,1 Millionen Barrel, während die EIA einen zweiten wöchentlichen Rückgang in Folge bei den kommerziellen Rohölvorräten der USA bestätigte. Gleichzeitig sinken auch die Benzin- und Destillatvorräte, und Cushing verzeichnete einen weiteren Abbau. Dies signalisiert, dass der physische Markt trotz Bedenken hinsichtlich der Nachfrage und Diskussionen über ein mögliches Überangebot im späteren Jahr 2026 weiterhin relativ angespannt ist.
OPEC+ und der Nahe Osten halten den Markt in Atem
Der Markt beobachtet zudem aufmerksam die OPEC+ und die Fördermengen im Persischen Golf. Angesichts von Berichten, dass die VAE sich teilweise von den Förderbeschränkungen der OPEC+ distanzieren könnten, sowie anhaltender Versorgungsengpässe im Nahen Osten sind die Terminkurven sowohl für Brent als auch für WTI in eine tiefe Backwardation gerutscht – was auf einen Aufschlag für das kurzfristige Angebot hindeutet. WTI könnte im 2. Quartal 2026 vorübergehend auf 110–115 USD steigen, sollten die Versorgungsrisiken anhalten. Langfristig rechnen einige Analysten jedoch weiterhin mit sinkenden Preisen aufgrund steigender Fördermengen aus den USA, Brasilien und Guyana.
Was jetzt zählt
Der entscheidende Faktor in den kommenden Wochen ist die Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus. Der Markt reagiert weiterhin äußerst empfindlich auf jegliche militärischen oder diplomatischen Entwicklungen. Sollten die Spannungen anhalten, könnte WTI schnell wieder über 100 USD steigen, insbesondere angesichts niedriger Lagerbestände und hoher Raffinerieauslastungen. Sollten sich jedoch deutliche Anzeichen für eine anhaltende Deeskalation zwischen den USA und dem Iran zeigen, könnte sich ein Teil des geopolitischen Aufschlags rasch auflösen, was das Risiko einer starken Abwärtskorrektur mit sich bringen würde.
Wie bereits im Zusammenhang mit dem Rückgang des US-Rohölpreises erwähnt, da Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran Druck auf die Preise ausüben, verstärkt jede Entspannung der Lage im Nahen Osten den Abwärtsdruck auf WTI.
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