US-Rohöl gibt nach, da Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran Druck auf die Preise ausüben
Der WTI-Markt durchläuft aufgrund der geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus, durch die 20 % der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen fließen, eine seiner volatilsten Phasen seit Jahren. Gestern fielen die Preise auf 89 US-Dollar, nachdem Gerüchte über ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur teilweisen Wiederöffnung der Meerenge kursierten, obwohl der Jahresgewinn weiterhin bei +65–70 % liegt.
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Der physische Markt bleibt angespannt: Die EIA meldet einen Rückgang der Rohölvorräte um 2,3 Millionen Barrel (Stand: 1. Mai), während die Benzin- und Destillatvorräte seit Wochen sinken und auch die Lagerbestände in Cushing schrumpfen.
Geopolitik und Logistik
Der Iran hat Öl-Infrastruktur in den VAE angegriffen, darunter Fujairah (eine Alternative zur Straße von Hormuz), was das Chaos im Tankerverkehr, bei den Versicherungen und bei den Frachtraten verstärkt hat. Die VAE sind zum 1. Mai aus der OPEC+ ausgetreten, was angesichts ihrer Reservekapazitäten die Disziplin des Kartells gefährdet. Die OPEC+ plant, die Fördermenge im Juni um 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, doch die Sicherheit der Exporte bleibt ungewiss.Technischer Ausblick und Analyse
WTI verhält sich wie ein volatilitätsgetriebener Vermögenswert: Die Unterstützung liegt bei etwa 90 USD, während der psychologisch wichtige Widerstand weiterhin bei der 100-USD-Marke liegt. Ein Ausbruch darüber könnte die Preise in Richtung 105–110 USD treiben. Ein Durchbrechen der aktuellen Unterstützung könnte zu einer Bewegung in Richtung 85–80 USD führen, doch dieses Szenario erfordert wahrscheinlich die offizielle Bestätigung eines „Deals“ sowohl durch die USA als auch durch den Iran. Andernfalls ist davon auszugehen, dass die starken Preisschwankungen, die durch aktuelle Schlagzeilen aus dem Nahen Osten ausgelöst werden, anhalten werden.Goldman Sachs hat seine Brent/WTI-Prognosen für das zweite Quartal aufgrund von Deeskalationserwartungen auf 90 $ bzw. 87 $ gesenkt, weist jedoch auf Aufwärtsrisiken hin; bullische Szenarien deuten im Falle einer Eskalation auf 110 $+ hin. Ein Blick auf die Crack-Spreads: Benzin liegt über 4,4 USD/Gallone, während Diesel angesichts der bevorstehenden Sommernachfrage weiterhin ein Defizit aufweist.
In dem Artikel „US-Rohöl fällt unter 100 USD/Barrel, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran belasten“ habe ich bereits auf die Abhängigkeit des Ölmarktes von den Fortschritten – oder deren Ausbleiben – bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hingewiesen.
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