Blackstone investiert 5 Milliarden US-Dollar in neues KI-Infrastrukturunternehmen
Blackstone, der weltweit größte private Eigentümer von Rechenzentren, wird 5 Milliarden US-Dollar Eigenkapital in ein neues Unternehmen investieren, das sich auf den Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz konzentriert. Google wird als Partner an dem Projekt beteiligt sein.
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Laut der Website des Investmentriesen wird das neue Unternehmen in den USA ansässig sein. Google stellt dafür seine Tensor Processing Units (TPUs) zur Verfügung – spezialisierte Chips, die für KI-Berechnungen entwickelt wurden. Die ersten 500 MW Rechenkapazität sollen bis 2027 bereitstehen. Das Projekt soll im Laufe der Zeit deutlich ausgebaut werden.
Blackstone-Präsident und Chief Operating Officer Jon Gray erklärte, das neue Unternehmen habe „enormes Potenzial“, da es dazu beitrage, die beispiellose Nachfrage nach Rechenkapazität zu bedienen.
Geleitet wird das Projekt von Benjamin Treynor Sloss, der zuvor als Chief Programs Officer bei Google tätig war. Ein Google-Sprecher wollte jedoch nicht bestätigen, ob das Unternehmen künftig eine direkte Managementrolle in dem neuen Geschäft übernehmen wird.
Laut dem Wall Street Journal wird die Investmentgesellschaft die Mehrheit an dem Unternehmen halten. Die Zeitung beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Blackstone selbst machte keine Angaben zur Eigentümerstruktur des Joint Ventures.
Das Gemeinschaftsunternehmen hat bereits potenzielle Standorte für Rechenzentren identifiziert. Einige davon befinden sich laut Bericht bereits im Bau.
Blackstones Investitionen und Marktreaktion
Blackstone verwaltet mehr als 1,3 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten und investiert aktiv in verschiedene Bereiche des KI-Ökosystems. Bereits Anfang des Monats gründete das Unternehmen ein ähnliches Joint Venture mit Anthropic.
Im vorbörslichen Handel am Dienstag stiegen die Aktien von Alphabet und Blackstone um etwa 1 %.
Die Vereinbarung unterstreicht den zunehmenden Wettbewerb zwischen Google und Nvidia auf dem Markt für KI-Chips. Googles TPUs gelten seit Langem als Alternative zu den Grafikprozessoren von Nvidia, die weiterhin als Branchenstandard für künstliche Intelligenz gelten.
Google setzt in seiner Cloud-Infrastruktur weiterhin auf Nvidia-GPUs, entwickelt aber parallel eigene TPUs, um die Abhängigkeit von Jensen Huangs Unternehmen zu verringern. Auch andere Technologiekonzerne wie Amazon Web Services verfolgen eine ähnliche Strategie und entwickeln eigene Halbleiter.
KI wird zum Unternehmensstandard
Immer mehr Großunternehmen integrieren KI-Modelle nicht nur in einzelne Produkte, sondern auch in alltägliche Geschäftsprozesse. So nutzt Morgan Stanley auf OpenAI basierende Lösungen für Finanzberater: Diese Tools helfen, interne Dokumente schneller zu durchsuchen, prägnante Zusammenfassungen von Analysen zu erstellen und relevantere Daten für Kunden auszuwählen. Walmart wiederum entwickelt KI-Tools für Filialmitarbeiter und Kunden – von generativer Suche bis hin zu Assistenten, die Arbeitsabläufe und Kundenservice vereinfachen sollen.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch in anderen Branchen. Der Flughafen Heathrow hat die KI-Agentin Hallie, basierend auf Salesforce, eingeführt, um Passagieranfragen via WhatsApp zu beantworten, während Salesforce mit Agentforce eine Plattform für autonome KI-Agenten im Vertrieb, Service und Marketing anbietet. Das zeigt: Die Nachfrage nach Recheninfrastruktur wächst nicht nur bei Entwicklern großer Sprachmodelle – KI wird zunehmend zum Arbeitsinstrument für Banken, Handel, Transport und Kundenservice.
Zur Erinnerung: Blackstones Fonds erhielt ein Fitch-Rating von BBB(EXP).
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