US-Gasexporte gewinnen in Indien an Boden, während Golf-Lieferungen schwächeln
Die Vereinigten Staaten sind zum größten Lieferanten von LNG und LPG für Indien aufgestiegen, da der Krieg um den Iran die Lieferungen aus dem Golf unterbricht und Neu-Delhi zwingt, seine Energiekarte neu zu zeichnen. Diese Verschiebung verschafft Washington eine größere Rolle auf dem indischen Gasmarkt, erhöht jedoch auch die Kosten für eine Wirtschaft, die bereits unter höheren Kraftstoffpreisen und einer schwächeren Währung leidet.
Höhepunkte
- Die USA wurden im Mai zum wichtigsten LNG- und LPG-Lieferanten Indiens.
- Die US-LPG-Lieferungen erreichten 630.000 Tonnen und lagen damit über denen aller Golf-Lieferanten zusammen.
- Störungen in Hormus drängten Indien weg von traditionellen Versorgungswegen am Golf.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut CNBC ist Indien stark von Energieimporten abhängig, und die Straße von Hormus hat sich zum schwächsten Punkt in diesem System entwickelt. Vor dem Konflikt dominierten westasiatische Lieferanten Indiens LPG-Importe, während Katar, die VAE und der Oman zentral für die LNG-Versorgung blieben. Seit die USA und Israel am 28. Februar erstmals den Iran angriffen, ist der Verkehr durch die Meerenge gestört, was Indien zu längeren und teureren Versorgungswegen zwingt.
US-Ladungen füllen die Lücke am Golf
Die USA lieferten im Mai 630.000 Tonnen LPG nach Indien, verglichen mit 380.000 Tonnen aus allen Golfstaaten zusammen. Die US-LNG-Exporte nach Indien erreichten im Mai 900.000 Tonnen, was mehr als 40 % des indischen Gesamtbedarfs entspricht und sich gegenüber April verdreifachte. Zudem machten die USA im Mai etwa 55 % der indischen LPG-Importe aus und überholten damit die Golf-Lieferanten, die zuvor den Markt dominiert hatten.
Für Washington passt diese Verschiebung in eine breitere Energiehandelsstrategie. US-Produzenten verfügen über reichlich Schiefergasvorkommen und expandierende Exportkapazitäten, während Indien seine Abhängigkeit von einem einzelnen maritimen Nadelöhr verringern muss. US-Ladungen sind jedoch in der Regel mit höheren Frachtkosten verbunden als Lieferungen aus dem Golf, was den Wechsel ebenso sehr zu einer Entscheidung für die Versorgungssicherheit wie zu einer Preisentscheidung macht.
LNG-Kosten steigen
Der Druck ist bereits auf dem breiteren LNG-Markt sichtbar. Eine ORF-Analyse ergab, dass die Spot-LNG-Preise in Asien nach Beginn des Konflikts sprunghaft anstiegen, wobei die Platts JKM-Benchmark am 3. März auf etwa 25 $ pro Million British Thermal Units kletterte, bevor sie Ende Mai im Durchschnitt über 18 $ lag. Es wurde zudem angemerkt, dass längere US-Seereisen und hohe Raten für LNG-Tanker von über 200.000 $ pro Tag im Atlantikbecken den Kostenvorteil von Gas gegenüber anderen Brennstoffen zunichtemachten.
Dies ist von Bedeutung, da Indien hochgradig preissensibel ist. LNG versorgt Düngemittelfabriken, städtische Gasnetze, Industriekunden und den Strombedarf, während LPG hauptsächlich als Brennstoff zum Kochen in Haushalten verwendet wird. Jeder anhaltende Anstieg der Importkosten kann sich schnell auf Subventionen, Unternehmensmargen oder Verbraucherpreise auswirken.
Energiesicherheit wird teurer
Der Anstieg der US-Lieferungen verschafft Indien einen unmittelbaren Puffer, löst jedoch das strukturelle Problem nicht vollständig. Indien ist der weltweit viertgrößte LNG-Importeur und zweitgrößte LPG-Importeur, und ein Großteil dieser Versorgung hängt weiterhin von Schifffahrtsrouten ab, die geopolitischen Risiken ausgesetzt sind.
Sollte die Störung in Hormus anhalten, könnte Indien mehr amerikanisches Gas kaufen, selbst mit einem Aufschlag. Dies könnte die Energiebeziehungen zwischen den USA und Indien stärken, aber auch die Importrechnung Indiens vergrößern und den Druck auf die Rupie erhöhen.
Wir berichteten auch über Rückgänge bei Erdgas angesichts hoher Lagerbestände und schwacher LNG-Nachfrage.
Neueste Natural Gas Nachrichten
- Forex
- Crypto