Lufthansa bereitet wegen möglichem Kerosinmangel Flugkürzungen vor

Lufthansa bereitet wegen möglichem Kerosinmangel Flugkürzungen vor
Lufthansa kürzt Flüge?

Steigende Versorgungsrisiken im Treibstoffmarkt setzen den Flugbetrieb der Lufthansa unter Druck. Der Konzern stellt sich darauf ein, ab dem dritten Quartal oder im Winter Teile der Flotte am Boden zu lassen, falls sich die Kerosinknappheit an weiteren Flughäfen verschärft.

Höhepunkte

  • Lufthansa reduziert Sitzplatzangebot kurzfristig um 2,5 Prozent, was etwa 20 Flugzeuge betrifft, und bereitet ein weiteres 5-Prozent-Kürzungspaket als Reserve vor.
  • Bestehende Engpässe beim Kerosin führen dazu, dass ältere, treibstoffintensive Modelle wie Airbus A340 und Boeing 747-400 voraussichtlich ab dem dritten Quartal aus dem Verkehr gezogen werden könnten.
  • Trotz 80 Prozent Treibstoffpreis-Absicherung erwartet Lufthansa eine kriegsbedingte Mehrbelastung von rund 1,5 Milliarden Euro, geplantes Wachstum von vier Prozent 2024 gilt als gefährdet.

Krisenpläne für Flotte und Sitzplatzangebot

Wie der „Spiegel“ berichtet, hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Freitag gesagt, dass sich ein früheres Preisproblem binnen 72 Stunden zu einem Verfügbarkeitsproblem entwickelt hat.

Der Vorstand gibt demnach am Freitagmorgen zwei Krisenpakete in Auftrag. Das erste Paket senkt das Sitzplatzangebot um 2,5 Prozent, was etwa 20 Flugzeuge am Boden lassen würde. Vorsorglich bereitet der Konzern zudem ein zweites Paket mit einer Kürzung von fünf Prozent vor, das rund 40 Maschinen betreffen könnte.

Zuerst träfe es laut Spohr ältere und treibstoffintensive Flugzeuge wie den Airbus A340 und die Boeing 747-400. Eine Stilllegung der Maschinen ist nach seinen Angaben noch nicht entschieden, mögliche Streichungen kämen frühestens im dritten Quartal, also von Juli bis September, möglicherweise aber erst im Winter.

Belastung für Wachstum und internationales Streckennetz

An immer mehr Flughäfen droht nach den Angaben eine Verknappung beim Treibstoff. Erste Airports in Asien verweigern bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen.

Obwohl Lufthansa nach Angaben von Spohr rund 80 Prozent des Treibstoffbedarfs zu Festpreisen abgesichert hat, beziffert der Konzernchef die kriegsbedingte Mehrbelastung auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Das für dieses Jahr geplante Wachstum von vier Prozent ist damit wahrscheinlich nicht mehr zu halten.

Unser früherer Bericht zum EU-Netzpaket beleuchtete den Beschluss der EU-Energieminister in Luxemburg, mit dem schnellere Genehmigungen und ein beschleunigter Ausbau der Stromnetze in Europa angestoßen werden sollen. Im Fokus standen außerdem vereinfachte Verfahren, mehr Planungssicherheit für grenzüberschreitende Energieinfrastruktur sowie die anstehenden Trilog-Verhandlungen und die Diskussion um den Klimarahmen 2040.

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