Emden warnt vor wirtschaftlichen Folgen möglicher VW-Werksschließung
Die Unsicherheit um mögliche Werksschließungen bei Volkswagen belastet den Standort Emden und das wirtschaftliche Umfeld in Ostfriesland bereits spürbar. In dem Werk arbeiten rund 8.600 Menschen, während weitere Stellen bei Zulieferern, im Hafen, im Handwerk und im Einzelhandel direkt oder indirekt davon abhängen.
Höhepunkte
- Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff warnt vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen für Ostfriesland im Falle einer möglichen VW-Werksschließung.
- Kruithoff kritisiert hohe Strompreise, bürokratische Förderprogramme und lange Genehmigungsverfahren in Deutschland, die Unternehmensansiedlungen erschweren.
- Rund 20.000 Pendler und zahlreiche Branchen sowie kommunale Finanzen wären laut Kruithoff beim Wegfall des VW-Werks massiv von Kaufkraftverlust betroffen.
Warnungen aus Emden zur Standortkrise
Wie BILD.de berichtet, warnt Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff im Podcast von Paul Ronzheimer vor gravierenden Folgen einer möglichen Schließung des VW-Werks. Er bezeichnet den Standort als wirtschaftlichen Motor Ostfrieslands und sagt, mit einem Aus des Werks sei der Wohlstand der gesamten Region bedroht.Kruithoff kritisiert dabei die Rahmenbedingungen für die Industrie in Deutschland. Hohe Strompreise, komplizierte Förderprogramme und lange Genehmigungsverfahren erschwerten aus seiner Sicht Unternehmensansiedlungen, während Prozesse in den U.S. oder Kanada deutlich schneller funktionierten.
Besonders enttäuscht zeigt sich der Oberbürgermeister über politische Gespräche zur Stärkung der Elektromobilität. Nach einem Treffen mit dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck und Volkswagen im Emder Werk seien viele Impulse aus seiner Sicht später beim Autogipfel in Berlin nicht umgesetzt worden.
Folgen für Kaufkraft und kommunale Finanzen
Nach Angaben Kruithoffs hat bereits die Debatte über mögliche Schließungen Ende vergangenen Jahres größere Anschaffungen in der Region gebremst. Die Verunsicherung treffe nicht nur den Einzelhandel, sondern reiche bis in den Alltag hinein, etwa auf den Weihnachtsmarkt, wo Verbraucher ihr Geld aus Sorge um die Zukunft zurückhielten.Die wirtschaftlichen Folgen gingen laut dem Oberbürgermeister weit über die unmittelbar Beschäftigten hinaus. Täglich pendelten rund 20.000 Menschen nach Emden, viele aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund, sodass ein Wegfall von Arbeitsplätzen Kaufkraft aus der gesamten Region abziehen würde.
Betroffen wären nach seiner Darstellung Innenstädte, Zulieferer, Handwerksbetriebe, Gastronomie und Vereine. Auch kommunale Einnahmen, etwa aus der Gewerbesteuer, stünden auf dem Spiel und damit Investitionen in Kitas, Schulen und Brücken.
Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt in BILD am SONNTAG erklärt, es gebe intelligentere Lösungen als Werksschließungen. Die Zukunft des Standorts Emden bleibt dennoch offen.
In unserem früheren Beitrag zur VOW3-Preisanalyse ging es um Volkswagens Kursentwicklung im Kontext neuer strategischer Schritte und wachsender Unsicherheit. Wir haben dabei den EU-Start eines günstigen Elektro-SUVs sowie die Diskussionen über Restrukturierungen inklusive möglicher Stellenstreichungen und Werksschließungen in Deutschland eingeordnet und zentrale technische Marken wie die Unterstützung um 72,50 € hervorgehoben.
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