EUR/USD hält sich über $1,165, da fiskalische Divergenz Gewinne unterstützt

EUR/USD hält sich über $1,165, da fiskalische Divergenz Gewinne unterstützt
Der Euro konsolidiert sich bei 1,165, da Händler die Unterstützung der europäischen Politik gegen die fiskalischen Risiken in den USA abwägen

Der Euro schloss im August stabil über der Marke von 1,165 und setzte damit seinen Höhenflug fort, der ihm in diesem Jahr bereits einen Zuwachs von 11 % gegenüber dem Dollar beschert hat. Die Fähigkeit der Gemeinschaftswährung, sich auf hohem Niveau zu halten, spiegelt die unterschiedlichen fiskal- und geldpolitischen Rahmenbedingungen auf beiden Seiten des Atlantiks wider, wobei sich Europa auf politische Verpflichtungen stützt, während die Vereinigten Staaten mit fiskalischen Ungleichgewichten zu kämpfen haben.

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Höhepunkte

- EUR/USD konsolidiert sich zwischen 1,163 und 1,172, nachdem es im bisherigen Jahresverlauf um 11% gestiegen ist.

- Unterschiedliche politische Rahmenbedingungen stützen den Euro, während fiskalische Sorgen in den USA den Dollar belasten.

- Wachstumsrisiken und Handelsspannungen bleiben die Haupttests für die Fortsetzung der Erholung.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)

Aus technischer Sicht wird EUR/USD in einem enger werdenden Korridor gehandelt, mit Unterstützung bei 1,163 und Widerstand bei 1,170-1,172. Die gleitenden Durchschnitte haben sich um den Bereich von 1,164-1,165 eingependelt, was die Unentschlossenheit des Marktes unterstreicht, während die Fibonacci-Retracement-Levels 1,154-1,163 als strukturelle Untergrenze bestätigen. Auch die Momentum-Indikatoren signalisieren Ausgewogenheit: Der Relative-Stärke-Index bewegt sich in der Nähe von 52, wobei Erholungen in Richtung 60 abklingen und Einbrüche in der Nähe von 40 Unterstützung finden. Dieses Profil deutet eher auf eine Konsolidierung als auf eine richtungsweisende Überzeugung hin.

Politische Divergenzen prägen die Stimmung

Grund für die Widerstandsfähigkeit des Euro ist eine zunehmende Divergenz zwischen den fiskal- und geldpolitischen Erwartungen. Die Inflationsdaten für die Eurozone in Frankreich und Italien blieben hinter den Prognosen zurück, dennoch erwarten die Anleger, dass die Europäische Zentralbank bis zum Jahresende an ihrem Kurs festhält. Fiskalische Ausgabenpläne, die auf Infrastruktur und industrielle Kapazitäten abzielen, geben den politischen Entscheidungsträgern zusätzliche Unterstützung, so dass sie geduldig bleiben können.

Im Gegensatz dazu hat sich die Stimmung beim Dollar verschlechtert. Die fiskalische Unsicherheit in den USA, gepaart mit politischem Gerangel, hat die Skepsis über die langfristige Tragfähigkeit der Schulden geschürt. Die Märkte haben ihr Dollar-Engagement reduziert, da das Vertrauen in die Beständigkeit der US-Politik schwindet. Diese Verlagerung hat die Kapitalzuflüsse nach Europa verstärkt, das von den Anlegern als stabil und diversifiziert angesehen wird.

Dennoch bleiben Risiken für den Euro bestehen. Das Wachstum im gesamten Euroraum ist uneinheitlich, die Industriekonjunktur schleppend und die Verbraucherstimmung fragil. Handelsspannungen mit den USA, insbesondere im Zusammenhang mit Zöllen, stellen einen weiteren potenziellen Gegenwind dar. Eine anhaltende Verschlechterung der Wachstumsdaten oder ein Wiederaufflammen der Handelsstreitigkeiten könnte die Beständigkeit des Euro oberhalb der Marke von 1,165 in Frage stellen.

Ausblick durch Wachstumstests bestimmt

Im Moment konzentrieren sich die Händler auf den Korridor zwischen 1,163 und 1,172. Ein Schlusskurs über 1,172 könnte Raum in Richtung 1,178 und der psychologischen Marke von 1,180 eröffnen, während ein entscheidender Durchbruch unter 1,163 die Aufmerksamkeit auf 1,159 und 1,154 lenken würde. Solange die fiskalischen Bedenken in den USA anhalten, bleibt die Risikobilanz zugunsten des Euro verzerrt, aber die Dynamik ist begrenzt, solange Europa kein stärkeres Wachstum vorweisen kann.

In früheren Analysen wurde hervorgehoben, dass der Euro auf politische Divergenzen angewiesen ist, um seine Gewinne aufrechtzuerhalten. Dieser Rahmen bleibt intakt, wobei der fiskalische Aktivismus in Europa die schwächere Inflation ausgleicht, während der fiskalische Stress in den USA den Dollar untergräbt. Was als Nächstes kommt, wird weniger von den Signalen der Zentralbanken als vielmehr davon abhängen, ob Europa eine konsistente Wachstumserzählung erstellen kann. Bis dahin ist ein Handel in einer Handelsspanne wahrscheinlich, wobei taktische Schwankungen zwischen Unterstützung und Widerstand die Strategie bestimmen werden.

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