Erdgas stabilisiert sich bei 3,27 $, da der Angebotsdruck die Exportnachfrage ausgleicht
Die Erdgaspreise haben sich am Dienstag bei 3,27 $/MMBtu eingependelt und sind damit leicht gestiegen, bleiben aber innerhalb eines absteigenden Keilmusters, das den Aufwärtstrend seit März begrenzt hat. Das Tauziehen zwischen dem anhaltenden nordamerikanischen Überangebot und der robusten weltweiten Nachfrage nach US-amerikanischem LNG bestimmt weiterhin die Marktrichtung.
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Höhepunkte
- Erdgas schloss bei 3,27 $/MMBtu und hält sich damit in einem absteigenden Keil seit den Höchstständen im März.
- Europas LNG-Schwenk kurbelt die US-Exporte an, aber Überschüsse belasten die Inlandspreise.
- Saisonale Schwäche und kanadische Angebotsschocks halten die Volatilität hoch.
Der Widerstand bei 3,40 $ bleibt fest, während der Bereich zwischen 3,00 und 3,05 $ als wichtige Unterstützung dient.

NG-Preisdynamik (Quelle: TradingView)
Die zunehmende Abkehr Europas von russischem LNG verändert die globalen Handelsströme. Neue Sanktionen, die derzeit diskutiert werden, könnten Moskau Jahre vor dem für 2027 angestrebten Ziel effektiv aus den europäischen Lieferketten ausschließen. Diese Verlagerung zementiert das US-amerikanische LNG als Grundlage der europäischen Energiebilanz, die durch eine Handelsverpflichtung in Höhe von 750 Milliarden Dollar gestützt wird.
Das Paradox liegt im eigenen Land. Die Inlandsmärkte sind nach wie vor durch Überschüsse belastet, was einen nachhaltigen Aufschwung verhindert. Diese Diskrepanz führt dazu, dass die Gaspreise in den USA in der Falle sitzen, wo die Exportnachfrage mittelfristig einen Boden bildet, das Überangebot aber die Dynamik begrenzt.
Saisonale und regionale Einflüsse
Die Saisonalität hat den kurzfristigen Gegenwind verstärkt. Die Prognosen für einen wärmeren Oktober lassen die Erwartungen an die Heizungsnachfrage sinken, und die Analysten rechnen bis Mitte des Monats mit einem Aufbau der Speicher um fast 270 Mrd. Kubikmeter. Die europäischen Speicher sind bereits zu 82,3 % gefüllt, was die Dringlichkeit der Wintervorbereitung weiter einschränkt. Die niederländischen TTF-Benchmarkpreise sanken in der vergangenen Woche um 1,3 % auf 32,26 €/MWh, was unterstreicht, dass die Versorgungslage gut ist, sofern keine plötzlichen Wetterschocks auftreten.
In Nordamerika wurde die Anfälligkeit der Versorgung deutlich. Der kanadische AECO-Hub brach Ende September kurzzeitig mit -0,81 $/GJ ins Minus ein, nachdem Störungen in den Anlagen von LNG Canada zu einem lokalen Überangebot geführt hatten. Der Einbruch machte die Infrastrukturengpässe in der Region deutlich und stand im krassen Gegensatz zu früheren Höchstständen von 3,68 C$ Anfang des Jahres.
Technische Aussichten und Volatilitätstreiber
Erdgas befindet sich nach wie vor in einer Zwickmühle zwischen rückläufigen Angebotsfundamentaldaten und einer steigenden Exportdynamik. Die Widerstandslinie von 3,40 $ ist der unmittelbare Test. Ein Durchbruch würde zu Short-Eindeckungen und momentumgetriebenen Kursgewinnen in Richtung 3,65-$3,70 $ führen. Wird diese Marke nicht überwunden, besteht die Gefahr eines weiteren Rückschlags in Richtung 3,05 $, so dass sich der Markt konsolidieren würde, bis die infrastrukturellen Beschränkungen nachlassen oder die Nachfrage anzieht.
In früheren Erörterungen haben wir darauf hingewiesen, dass Erdgas trotz der positiven Schlagzeilen über LNG wiederholt nicht in der Lage war, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen. Die derzeitige Situation bestätigt diese Ansicht, da saisonale Einflüsse und ein regionales Überangebot dem langfristigen Nachfrageoptimismus entgegenstehen. Für Händler wird die Volatilität in den kommenden Wochen angesichts des Zusammentreffens von Wettervorhersagen, geopolitischen Entwicklungen und Infrastrukturbeschränkungen erhöht bleiben.
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