Ölpreise steigen nach neuen US-Angriffen auf den Iran
Die Ölpreise stiegen am Mittwoch kräftig an, nachdem die Vereinigten Staaten neue Angriffe gegen den Iran starteten. Dies schürte die Angst, dass der fragile Waffenstillstand im Nahen Osten zu bröckeln beginnt. Die Eskalation folgte auf Angriffe auf drei Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus, einer Schlüsselroute für weltweite Öl- und Gaslieferungen.
Höhepunkte
- Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 3,30 %, während der Preis für WTI-Rohöl um 3,27 % zulegte.
- Die US-Angriffe folgten auf Attacken auf drei Handelsschiffe nahe Hormus.
- Die USA widerriefen zudem eine Ausnahmegenehmigung für Ölsanktionen, was den wirtschaftlichen Druck zur militärischen Eskalation erhöht.
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Brent-Futures für die Lieferung im September stiegen um 3,30 % auf 76,61 $ pro Barrel, während WTI-Futures für die Lieferung im August um 3,27 % auf 72,74 $ zulegten. Diese Bewegung markierte eine deutliche Abkehr vom jüngsten Handelsgeschehen, bei dem sich die Anleger wieder verstärkt auf das Angebotswachstum und das Risiko eines lockereren Rohölmarktes konzentriert hatten, berichtet CNBC.
Angriffe rücken Hormus wieder in den Fokus
Das US Central Command teilte mit, dass amerikanische Streitkräfte massive Angriffe gegen den Iran gestartet hätten, nachdem drei Handelsschiffe beim Transit in oder nahe der Straße von Hormus angegriffen worden waren. Die USA bezeichneten die Angriffe auf die Schiffe als Verletzung des Waffenstillstands vom letzten Monat, der die Wasserstraße nach monatelangen Unterbrechungen wieder geöffnet hatte.
Das von den USA geführte Joint Maritime Information Center erhöhte seine Bedrohungsbewertung für Schiffe in der Region auf „schwerwiegend“ und warnte, dass weitere feindselige Handlungen wahrscheinlich seien. Zu den gemeldeten Angriffen gehörten ein Gastanker und ein saudischer Öltanker, was den Dienstag zum schwerwiegendsten Tag für die maritime Sicherheit seit Inkrafttreten des Waffenstillstands machte.
Sanktionsdruck stellt ein weiteres Risiko dar
Die militärische Reaktion erfolgte, als das US-Finanzministerium eine Ausnahmegenehmigung widerrief, die es dem Iran erlaubt hatte, Öl unter der Übergangsvereinbarung zu verkaufen. Dieser Schritt schwächt einen der wichtigsten wirtschaftlichen Pfeiler des Waffenstillstands und signalisiert, dass Washington bereit ist, den Druck wieder zu erhöhen, falls die Handelsschifffahrt weiterhin gefährdet bleibt.
Der Iran hat mit Vergeltung gedroht, während die Gespräche über ein endgültiges Abkommen während der Trauerfeierlichkeiten für den Obersten Führer Ali Khamenei ausgesetzt bleiben. Der Zeitpunkt setzt die Diplomatie dem innenpolitischen Druck in Teheran und erneuten Inflationssorgen in den Vereinigten Staaten aus.
Eine schmale Wasserstraße mit globalen Folgen
Die Marktreaktion ist von Bedeutung, da sich der Ölpreis zuletzt aufgrund der Erwartung eines besseren Angebots bewegt hatte. Die OPEC+ hat die Produktionskürzungen weiter zurückgefahren, und regionale Produzenten hatten versucht, die Förderung nach dem Waffenstillstand wieder aufzunehmen.
Dieses Umfeld änderte sich schnell. Selbst begrenzte Angriffe nahe Hormus können die Versicherungskosten in die Höhe treiben, Ladungen verzögern und Schiffseigner zwingen, Routen zu überdenken. Der Tankerverkehr ist nicht zum Erliegen gekommen, aber die Ströme von verflüssigtem Erdgas (LNG) haben sich deutlich verlangsamt, was zeigt, wie empfindlich die Energiemärkte weiterhin auf Sicherheitsrisiken im Golf reagieren.
Der Anstieg der Preise für Brent und WTI könnte abflauen, falls der jüngste Schlagabtausch nicht weiter eskaliert. Doch das grundlegende Problem bleibt: Ein Waffenstillstand, der die Handelsschifffahrt nicht schützen kann, macht den Ölpreis anfällig für plötzliche Spitzen. Höhere Rohölpreise können sich auf die Treibstoffkosten, die Inflationserwartungen und die Anleiherenditen auswirken und so den Druck auf die Zentralbanken und die Trump-Administration vor den Zwischenwahlen im November erhöhen.
Wie wir bereits berichteten, sagt Trump, dass die Straße von Hormus offen und gebührenfrei bleiben wird.
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