Deutsche Börse hebt nach starkem Wachstum im dritten Quartal erneut die Umsatzprognose für 2026 an
Die Deutsche Börse steigert im dritten Quartal 2026 Umsatz, Ergebnis und Gewinn deutlich und erhöht vor diesem Hintergrund erneut ihre Prognose für den Jahresumsatz. Treiber sind sowohl strukturelle Zuflüsse in kapitalmarktbasierte Anlageprodukte in Europa als auch ein günstigeres Marktumfeld in Zins-, Funding- und Abwicklungsaktivitäten.
Das Wichtigste
- Deutsche Börse steigert den Nettoerlös ohne Treasury-Ergebnis im dritten Quartal 2026 um 14 Prozent auf 1,415 Milliarden Euro und hebt erneut die Umsatzprognose für 2026 an.
- EBITDA ohne Treasury-Ergebnis steigt um 19 Prozent auf 760 Millionen Euro, während der Periodenüberschuss um 18 Prozent auf 559 Millionen Euro wächst.
- Gestiegene operative Kosten um 7 Prozent resultieren aus aktienbasierter Vergütung und Kosten für die Allfunds-Transaktion; bereinigt liegt das Kostenwachstum bei 3 Prozent.
Quartalszahlen und angehobener Ausblick
Wie berichtet die Deutsche Börse Group unter Berufung auf die eigenen Quartalsmitteilungen für das dritte Quartal 2026, steigt der Nettoerlös ohne Treasury-Ergebnis um 14 Prozent auf 1,415 Milliarden Euro. Inklusive eines Treasury-Ergebnisses von 218 Millionen Euro erreicht der Nettoerlös 1,633 Milliarden Euro, was einem Plus von 13 Prozent entspricht.Das EBITDA ohne Treasury-Ergebnis erhöht sich um 19 Prozent auf 760 Millionen Euro, inklusive Treasury-Ergebnis steigt es um 16 Prozent auf 978 Millionen Euro. Der den Aktionären zurechenbare Periodenüberschuss wächst im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 559 Millionen Euro, während das Cash EPS bei 3,28 Euro und das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 3,10 Euro liegt.
Die operativen Kosten nehmen um 7 Prozent auf 646 Millionen Euro zu. Nach Angaben des Unternehmens hängen die höheren Aufwendungen vor allem mit einer gestiegenen aktienbasierten Vergütung infolge der Kursentwicklung sowie mit Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Allfunds-Transaktion zusammen; bereinigt um diese Effekte liegt das Kostenwachstum bei rund 3 Prozent.
Finanzvorstand Jens Schulte erklärt, veränderte Zinserwartungen beleben das Geschäft in den Renten- und Funding-Märkten und stärken zugleich das Treasury-Ergebnis. Vor dem Hintergrund der anhaltend starken Dynamik zeigt sich der Konzern nach eigenen Angaben zuversichtlich für das Gesamtjahr und hebt seine Prognose für den Nettoerlös 2026 erneut an.
Strukturelle Zuflüsse stützen das Geschäftsmodell
Nach Darstellung des Konzerns profitieren sechs von acht Geschäftsbereichen im dritten Quartal von zweistelligen Wachstumsraten. Die Deutsche Börse verweist dabei auf ein breit aufgestelltes Geschäftsmodell, das sowohl von zyklischen Marktbedingungen als auch von längerfristigen Strukturtrends getragen wird.Besonders wichtig wird nach Unternehmensangaben der Trend, dass institutionelle und private Anleger in Europa zunehmend Gelder in kapitalmarktbasierte Anlageprodukte lenken. Das führt zu höheren verwahrten Vermögen sowie zu wachsenden Abwicklungsvolumina in den Segmenten Fund Services und Securities Services.
Zugleich markiert das Treasury-Ergebnis laut Unternehmen erstmals seit 2024 wieder einen Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal und bestätigt damit den zuvor in Aussicht gestellten Wendepunkt. Die Analysten- und Investorenkonferenz ist für Mittwoch, den 21. Oktober, um 14.00 Uhr CEST angesetzt.
In unserem früheren Artikel über den von der KfW bezifferten Investitionsbedarf für Deutschlands Weg zur Klimaneutralität bis 2045 haben wir die Größenordnung von rund 6 Billionen Euro sowie die jährliche Finanzierungslücke von etwa 180 Milliarden Euro eingeordnet. Außerdem beleuchteten wir die Kritik aus Wirtschaft und Politik, die vor Wettbewerbsnachteilen, Belastungen für energieintensive Unternehmen und hohen Kosten für Haushalte warnt. Damit liefert der Beitrag einen wichtigen Rahmen dafür, wie stark langfristige Transformationsausgaben und Regulierungserwartungen die Investitions- und Finanzierungslage in Deutschland prägen können.
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