SPD-Vorstoß bringt China-Joint-Ventures für VW-Standorte ins Gespräch
Angesichts der Unsicherheit um mehrere VW-Werke in Deutschland rückt eine mögliche Zusammenarbeit mit chinesischen Autoherstellern in den politischen Fokus. In der Debatte geht es inzwischen nicht nur um Auftragsfertigung, sondern auch um Joint Ventures oder die Übernahme ganzer Standorte wie Zwickau oder Dresden.
Höhepunkte
- Hohe Energiepreise, Arbeitskosten und Steuern erschweren laut Industrie eine wirtschaftliche Fertigung von China-Joint-Ventures an deutschen VW-Standorten.
- Chinesische Hersteller zeigen laut Konzernvertretern derzeit wenig Interesse an einer Produktion in Deutschland und fokussieren sich stattdessen auf Exporte und Vertriebsnetzaufbau in Europa.
- VW bleibt durch anhaltenden Kostendruck belastet, entwickelt mehr Modelle direkt in China und verfolgt die Strategie 'In China, für China', was eine Produktionsverlagerung nach Deutschland unwahrscheinlich macht.
Kostenprobleme und begrenztes Interesse der Hersteller
Brancheninsider verweisen jedoch auf erhebliche wirtschaftliche Hürden für eine Fertigung in Deutschland. Hohe Energiepreise, Arbeitskosten und Steuern verteuern die Produktion, sodass es nach Einschätzung aus der Industrie eher um die Nutzung leerer Werkshallen als um einen breit angelegten industriellen Aufbau gehen könnte.Hinzu kommt, dass chinesische Hersteller laut Konzernvertretern derzeit wenig Interesse daran haben, Fahrzeuge in Deutschland zu bauen. Stattdessen setzen sie demnach auf den Absatz von Überkapazitäten aus China in Europa und bauen parallel Händler- und Servicenetze auf, um das Vertrauen der Kunden zu stärken.
Auch bei Volkswagen bleibt der Kostendruck ein zentrales Thema. Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt erklärt, die Fahrzeugkosten des Unternehmens seien zu hoch; zugleich entwickelt VW mehr Modelle direkt in China und wirbt dort mit dem Ansatz "In China, für China", was die Debatte über eine umgekehrte Produktionsstrategie in Deutschland zusätzlich befeuert.
Unser früherer Beitrag zum Stellenabbau bei Festo in Deutschland zeigte, wie der Automatisierungskonzern in einem schwächeren Marktumfeld seinen Sparkurs verschärft und 1.300 Jobs streicht, während die Produktionsstandorte hierzulande erhalten bleiben sollen. Hintergrund sind sinkende Umsätze, stärkerer Wettbewerbsdruck aus Asien und ein weltweites Umbauprogramm mit dem Ziel, die Kostenbasis deutlich zu senken. Die Kritik der IG Metall unterstrich dabei die Sorge, dass solche Einschnitte den Industriestandort in der aktuellen Wirtschaftslage zusätzlich belasten.
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