Digitaler Euro gewinnt an Dynamik, während Europa Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr anstrebt

Digitaler Euro gewinnt an Dynamik, während Europa Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr anstrebt
Digitaler Euro rückt nach Abstimmung im EU-Ausschuss näher

Die Gesetzgeber der Europäischen Union haben den digitalen Euro am Dienstag einen Schritt näher an die Realität gerückt und einen Rechtsrahmen für sowohl Online- als auch Offline-Versionen der Währung unterstützt. Die Abstimmung im ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments macht den Weg frei für Verhandlungen mit den EU-Regierungen und der Europäischen Kommission, während die Europäische Zentralbank eine mögliche Einführung bis 2029 anstrebt.

Höhepunkte

  • EU-Gesetzgeber unterstützten den Rechtsrahmen für den digitalen Euro.
  • Der Plan umfasst sowohl Online- als auch Offline-Versionen.
  • Die EZB strebt eine mögliche Einführung im Jahr 2029 an.
  • Bargeld würde gesetzliches Zahlungsmittel bleiben, wobei der digitale Euro als zusätzliche Zahlungsoption konzipiert ist.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Ein Schritt in Richtung finaler Gespräche

Die Abstimmung im Ausschuss verleiht dem Parlament eine Verhandlungsposition zum Bündel für die einheitliche Währung, das den digitalen Euro und den Schutz von physischem Bargeld umfasst, berichtet Bloomberg. Die EZB begrüßte diesen Schritt und erklärte, dass das Paket das Euro-Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel sichern und gleichzeitig den digitalen Euro gestalten würde.

Der digitale Euro wäre eine von der Zentralbank gestützte elektronische Form von Bargeld, die im gesamten Euroraum verfügbar und so konzipiert ist, dass sie Banknoten und Münzen ergänzt und nicht ersetzt. Die EZB erklärt, sie wolle für eine potenzielle erste Emission im Jahr 2029 bereit sein, sofern die EU-Gesetzgebung im Jahr 2026 verabschiedet wird.

Der Rat der EU hat seine eigene Position im Dezember 2025 festgelegt. Er erklärte, dass der digitale Euro online und offline funktionieren, ohne Internetverbindung nutzbar sein und neben privaten Zahlungsdiensten existieren sollte.

Bargeld, Privatsphäre und Kontrolle

Einer der Hauptstreitpunkte im Parlament war die Frage, ob die EU von Anfang an beide Versionen entwickeln sollte. Berichterstatter Fernando Navarrete hatte zuvor eine Offline-Version bevorzugt, wobei eine Online-Version erst später folgen sollte, falls Alternativen aus dem Privatsektor nicht rechtzeitig verfügbar wären. Die EZB drängte auf beides mit dem Argument, dass beide Versionen erforderlich seien, damit die Währung in einer digitalen Wirtschaft eher wie Bargeld funktioniere.

Navarrete sagte, das Ziel sei nicht, die Nutzer vom physischen Geld wegzudrängen, sondern eine weitere sichere europäische Option anzubieten. Die EZB hat zudem betont, dass der digitale Euro die Zahlungsfreiheit schützen und neben Bargeld bestehen sollte.

Europas Test für die Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr

Das Projekt ist dringlicher geworden, da Europa über die Abhängigkeit von US-Zahlungsunternehmen wie Visa und Mastercard sowie über den Aufstieg von meist dollarbasierten Stablecoins besorgt ist. Die EZB gibt an, dass es keine europäische digitale Zahlungsoption gibt, die den gesamten Euroraum abdeckt, wobei viele Länder immer noch auf internationale Kartennetzwerke angewiesen sind.

Deshalb ist der digitale Euro mehr als nur ein technisches Upgrade. Er ist ein Souveränitätsprojekt. Eine erfolgreiche Einführung könnte Haushalten und Unternehmen eine von der Zentralbank gestützte öffentliche Zahlungsoption bieten, die im gesamten Euroraum nutzbar und bei Ausfällen widerstandsfähig ist. Ein Scheitern würde Europa in einer Zeit, in der digitales Geld zu einem geopolitischen Thema wird, stärker von privaten und ausländisch kontrollierten Zahlungswegen abhängig machen. 

Zuvor berichteten wir, dass die EZB mit den Vorbereitungen beginnt, den digitalen Euro über Geldautomaten und Zahlungsterminals einzuführen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.