Rheinmetall-Aktie bricht nach Berichten über Fregattenwechsel ein
Ein abrupter Kursrutsch bei Rheinmetall belastet am Mittwoch den deutschen Rüstungssektor und markiert für den Konzern den größten Tagesverlust seit 25 Jahren. Auslöser ist ein möglicher Strategiewechsel bei einem Marineprojekt, während die Aktie trotz des Einbruchs weiter deutlich über ihrem Niveau von vor drei Jahren liegt.
Höhepunkte
- Rheinmetall-Aktie stürzt am Mittwoch um 17 Prozent auf 973 Euro ab, nachdem das F126-Fregattenprogramm zugunsten von acht Meko-200-Schiffen von TKMS beendet werden soll.
- TKMS-Aktie steigt parallel um knapp 10 Prozent, während der Markt die Auftragsaussichten innerhalb der deutschen Marineindustrie neu bewertet.
- Andere Rüstungswerte wie Hensoldt, Renk, Leonardo und Thales verlieren bis zu 4 Prozent, auch beeinflusst durch den Börsengang von KNDS und Branchenumschichtungen.
Kurssturz nach Berichten zum F126-Programm
Wie zuerst der Spiegel berichtete, soll Verteidigungsminister Boris Pistorius das Marineprojekt zum Bau von F126-Fregatten beenden und statt der sechs geplanten Schiffe acht kleinere Fregatten des Typs Meko-200 von TKMS beschaffen lassen.Die Rheinmetall-Aktie fällt am Mittwochmorgen im Vergleich zum Vortag um 17 Prozent. Nachdem das Papier am Dienstag noch bei 1.171 Euro notierte, kostet es zwischenzeitlich nur noch 973 Euro. Rheinmetall stand den Angaben zufolge kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme des F126-Fregattenprogramms vom niederländischen Schiffbauer Damen.
Parallel legt die TKMS-Aktie um knapp 10 Prozent zu. Der Kursausschlag deutet darauf hin, dass der Markt den erwarteten Auftragsfluss innerhalb der deutschen Marineindustrie neu bewertet.
Belastung für Rüstungswerte in Deutschland und Europa
Im Sog von Rheinmetall geben auch andere Rüstungsaktien in Deutschland und Europa nach. Hensoldt und Renk notieren jeweils gut 4 Prozent im Minus, in Mailand verliert Leonardo knapp 4 Prozent und in Paris sinkt Thales um 2,2 Prozent.Händler führen die schwächere Stimmung auch auf den ins Rollen kommenden Börsengang des Panzerherstellers KNDS zurück. Die Erwartung im Markt ist, dass Anleger ihre Positionen innerhalb der Rüstungsbranche umschichten könnten.
Für Rheinmetall verschärft der Einbruch eine bereits länger laufende Schwächephase. Gegenüber dem Höchststand vom Oktober 2025 liegt die Aktie rund 50 Prozent niedriger, auch wenn sich der Kurs in den vergangenen drei Jahren insgesamt vervierfacht hat. Nach Russlands vollständiger Invasion der Ukraine im Februar 2022 zählt Rheinmetall zu den meistgehandelten Aktien unter deutschen Anlegern.
In unserem früheren Beitrag ging es um den möglichen Ausstieg aus dem Fregatte-126-Programm und einen Strategiewechsel bei der Marine. Wir hatten dabei die jahrelangen Verzögerungen, die bis zu rund 10 Milliarden Euro Programmkosten sowie die Option beleuchtet, stattdessen acht Meko-200-Fregatten von TKMS zu beschaffen.
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