Ölmarkt gibt trotz anhaltender Risiken rund um den Iran-Deal nach
Die Ölpreise gaben am Dienstag nach, da Anleger über die anfängliche Erleichterung der US-Iran-Friedensgespräche hinausblickten und auf festere Anzeichen warteten, dass sich die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus normalisieren. Der Markt konzentrierte sich weiterhin darauf, ob eine fragile diplomatische Annäherung einen der weltweit wichtigsten Ölkorridore offen halten kann.
Höhepunkte
- Brent fiel auf 76,76 $. WTI sank auf 72,74 $.
- Der Tankerverkehr in Hormus erholt sich.
- Die USA gewährten dem Iran eine 60-tägige Aussetzung der Sanktionen.
- Händler bleiben gegenüber dem US-Iran-Deal vorsichtig.
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Preise fallen bei sinkender Risikoprämie
Brent-Rohöl-Futures fielen um 1,85 % auf 76,76 $ pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,74 % auf 72,74 $ pro Barrel. Diese Bewegung weitete die Verluste vom Montag aus, als die Preise um mehr als 3 % einbrachen, nachdem Washington dem Iran eine 60-tägige Aussetzung der Sanktionen gewährt hatte und Berichte auf eine Kampfpause im Libanon hindeuteten, berichtet Reuters.
Die Ausnahmeregelung erlaubt es dem Iran, während des Verhandlungszeitraums Öl und verwandte Produkte auf internationalen Märkten zu verkaufen. Dies verschafft Teheran kurzfristige wirtschaftliche Erleichterung, während beide Seiten versuchen, die Absichtserklärung der letzten Woche in ein längerfristiges Abkommen zu überführen. AP und Guardian berichteten zudem, dass die Gespräche Bemühungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus, zur Wiederaufnahme von Atominspektionen und zur Verwaltung eingefrorener iranischer Vermögenswerte beinhalteten.
Für Ölhändler ist die unmittelbare Frage der physische Fluss. Schiffsverfolgungsdaten zeigten, dass am Montag zwei Rohöltanker mit knapp 2 Millionen Barrel die Straße von Hormus passierten, was darauf hindeutet, dass sich der Verkehr nach den schwächeren Strömen am Sonntag zu erholen beginnt.
Diplomatie hilft, aber Zweifel bleiben
Analysten sagten, der Markt betrachte die Tankerbewegungen sowohl als Signal für eine Erholung des Angebots als auch für diplomatische Fortschritte. ING-Analysten erklärten, dass der allmähliche Anstieg der Ölflüsse durch Hormus die Preise weiter belastet. Neil Crosby von Sparta Commodities sagte, der Markt werde wahrscheinlich in einer bärischen Risk-off-Stimmung bleiben, bis sich die Aussichten deutlich ändern.
Dennoch ist die Skepsis nicht verflogen. Präsident Donald Trump hat gewarnt, dass er handeln würde, sollte der Iran das Abkommen nicht einhalten, während iranische Beamte die Behauptung von US-Vizepräsident JD Vance bestritten, Teheran habe zugestimmt, Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Der Iran betont, sein Atomprogramm sei friedlich.
Angebotsrisiko treibt weiterhin den Markt
Die Straße von Hormus bleibt das zentrale Risiko für die Rohölpreise. Jede Störung dort kann sich schnell auf die globalen Angebotswartungen, Versicherungskosten und Tankerrouten auswirken. Vorerst drücken der sich erholende Verkehr und die Lockerung der Sanktionen die Preise nach unten, doch der Rückgang ist fragil.
US-Lagerbestandsdaten könnten weiteren Druck ausüben. Regierungsdaten zeigten zudem die Strategische Erdölreserve bei 331,2 Millionen Barrel, dem niedrigsten Stand seit Juni 1983, was weniger Spielraum für einen größeren Angebotsschock lässt.
Wie wir bereits berichteten, warnt die IEA vor einer schwächeren Ölnachfrage und einem Angebotsüberschuss bis 2027.
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