Iran verschärft Regeln für den Schiffstransit in Hormus
Iran hat Maßnahmen ergriffen, um die Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu formalisieren, und Regeln erlassen, die von Schiffen verlangen, Genehmigungen einzuholen und eine über Teheran vermittelte Versicherung abzuschließen. Diese Maßnahmen haben bei Reedereien und Energiehändlern die Sorge erneuert, dass die lebenswichtige Wasserstraße nach Ablauf der aktuellen 60-tägigen Übergangsvereinbarung zwischen den USA und dem Iran mit Gebühren belegt werden könnte.
Höhepunkte
- Iran erklärt, dass Schiffe eine Genehmigung zur Durchquerung von Hormus benötigen.
- Die obligatorische Versicherung ist derzeit kostenlos, könnte aber später Gebühren kosten.
- Der Schiffsverkehr erholte sich kurzzeitig und verlangsamte sich dann wieder.
- Hormus bleibt zentral für die globalen Öl- und LNG-Ströme.
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Neue Regeln für eine kritische Wasserstraße
Irans Behörde für die Straße im Persischen Golf erklärte, dass Schiffe, die Hormus durchqueren, Durchfahrtsgenehmigungen beantragen, vorgeschriebenen Routen folgen und eine obligatorische Versicherungspolice vorweisen müssen. Laut Bloomberg wird der Versicherungsschutz derzeit kostenlos zur Verfügung gestellt, die Behörde behielt sich jedoch das Recht vor, später Gebühren einzuführen, was einen möglichen Rahmen für künftige Abgaben auf den kommerziellen Transit schafft.
Die Regeln scheinen im Widerspruch zu den Anweisungen westlicher Marineverbände zu stehen, die den Schiffen geraten haben, in der Nähe der omanischen Küste zu bleiben. Irans Nachbarn haben die Legitimität der Behörde für die Straße im Persischen Golf abgelehnt, die von Teheran während des Krieges geschaffen wurde und von den Vereinigten Staaten sanktioniert wurde.
Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage, nachdem Washington und Teheran ein Interimsabkommen geschlossen haben, das die Schifffahrt durch Hormus wiederherstellen und den Druck auf die globalen Energiemärkte verringern soll. Das Abkommen erlaubt die freie Durchfahrt während seiner 60-tägigen Laufzeit, definiert jedoch nicht klar, was danach geschieht. Diese Unklarheit ist zu einer zentralen Sorge für Schiffseigner, Versicherer und Ölproduzenten geworden.
Erholung der Schifffahrt bleibt ungleichmäßig
Der Verkehr durch die Meerenge verbesserte sich diese Woche kurzzeitig. Maritimen Daten zufolge hatten große Reedereien begonnen, Schiffe durch Hormus zu leiten, nachdem das Abkommen zwischen den USA und dem Iran geschlossen worden war, während andere Berichte besagten, dass am Donnerstag 25 verifizierte Handelsschiffe die Wasserstraße passierten.
Die Erholung hat bereits Anzeichen von Fragilität gezeigt. Der beobachtbare Verkehr verlangsamte sich bis Freitag deutlich, und die Reedereien wogen weiterhin Sicherheitsrisiken, Versicherungskosten und widersprüchliche Navigationsanweisungen ab. Deutsche Medien berichteten zudem von Warnschüssen und Funksprüchen, die Schiffen rieten, sich der Meerenge nicht zu nähern, obwohl es keine offizielle Bestätigung gab.
Die Straße von Hormus ist einer der weltweit wichtigsten Nadelöhre für Energie. Vor dem Konflikt passierte etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasangebots die Meerenge, was selbst geringfügige Störungen für Kraftstoffpreise, Versandkosten und Inflationserwartungen bedeutsam macht.
Energiemärkte stehen vor einer neuen Risikoprämie
Irans Regeln verschieben das Hormus-Thema von einer einfachen Frage der Wiedereröffnung hin zu einem breiteren Streit über Kontrolle, Gebühren und maritime Autorität. Für die Energiemärkte ist dies von Bedeutung, da das Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran nur vorübergehende Klarheit bietet.
Sollte Teheran später Gebühren für Versicherungen oder die Durchfahrt erheben, könnten die Versandkosten steigen und einige Betreiber könnten die vollständige Rückkehr auf die Route verzögern. Wenn westliche Marineempfehlungen und iranische Routenforderungen weiterhin auseinandergehen, könnten die rechtlichen und sicherheitstechnischen Risiken erhöht bleiben.
Die unmittelbare Folge ist Unsicherheit. Die Ölpreise könnten nachgeben, wenn Tanker fahren, aber Händler werden die geopolitische Prämie wahrscheinlich erst dann vollständig einpreisen, wenn der Verkehr in Hormus stabil ist, die Versicherungsbedingungen klar sind und das 60-Tage-Abkommen zu einer dauerhafteren Regelung führt.
Zuvor berichteten wir, dass der Ölpreis steigt, nachdem neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran abgesagt wurden.
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