Rohöl legt zu, da Ängste vor einer Hormus-Blockade den Risikoaufschlag erhöhen
Die Ölpreise kletterten am Dienstag auf den höchsten Stand seit etwa einem Monat, da die USA und der Iran ihre militärischen Aktivitäten rund um die Straße von Hormus intensivierten. Die erneute Eskalation versetzte Händler in Bezug auf eine der weltweit wichtigsten Energierouten wieder in Alarmbereitschaft und verlieh Rohöl einen neuen geopolitischen Risikoaufschlag.
Höhepunkte
- Brent stieg am Dienstag um 1,15 % auf 84,26 $.
- WTI legte um 1,34 % auf 79,19 $ zu.
- Der Tankerverkehr durch Hormus fiel auf ein Zweimonatstief.
- Die VAE erklärten, zwei Tanker seien von iranischen Raketen getroffen worden.
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Brent-Futures notierten zuletzt bei 84,26 $ pro Barrel, ein Plus von 1,15 %, während WTI laut den am Dienstag gezeigten Marktdaten um 1,34 % auf 79,19 $ stieg. Zuvor waren beide Kontrakte um mehr als 2 $ pro Barrel gestiegen, bevor sie Gewinne wieder abgaben, während Brent in der vorangegangenen Sitzung um 9,6 % gesprungen war – der größte Tagesgewinn seit Mai 2020, wie Reuters berichtete.
Hormus wird zum zentralen Marktrisiko
Die jüngste Rallye folgte auf die dritte Nacht in Folge mit US-Angriffen gegen den Iran und den Schritt Washingtons, eine Blockade der iranischen Schifffahrt wieder einzuführen. Präsident Donald Trump schlug zudem vor, eine Gebühr von 20 % für den Schutz des Verkehrs durch die Straße von Hormus zu erheben, obwohl die Schifffahrtsorganisation der UN erklärte, sie lehne obligatorische Gebühren für Meerengen ab, die der internationalen Schifffahrt dienen.
Der Iran hat jegliche Rolle der USA bei der Kontrolle der Wasserstraße zurückgewiesen. Iranische Beamte erklärten, Teheran bleibe der Wächter der Meerenge, während iranische Medien nach den jüngsten US-Angriffen über Explosionen an mehreren Orten im Golf berichteten.
Der Fokus des Marktes liegt nun darauf, ob sich die militärischen Aktivitäten in einer realen Unterbrechung der Tankerbewegungen niederschlagen. Schifffahrtsdaten zeigten, dass die Anzahl der Tanker, die Hormus passierten, auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten fiel.
Tankerangriffe vertiefen die Unsicherheit
Das Risiko für die physischen Ströme nahm zu, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, zwei emiratische Tanker seien in omanischen Hoheitsgewässern von iranischen Marschflugkörpern getroffen worden. Ein indisches Besatzungsmitglied wurde getötet und acht weitere wurden verletzt, so das Verteidigungsministerium der VAE.
Irans Revolutionsgarde gab an, zwei „fehlbare“ Supertanker getroffen zu haben, nachdem diese angeblich Warnungen ignoriert und Navigationssysteme ausgeschaltet hatten.
Analysten sagten, die nächste Bewegung beim Öl werde davon abhängen, ob Rohöl weiterhin die Meerenge passiert. Eine anhaltende Reduzierung des Schiffsverkehrs könnte die Preise weiter nach oben treiben, während stetige Ströme dazu führen könnten, dass ein Teil des aktuellen Risikoaufschlags schwindet.
Energiemärkte vor Chokepoint-Test
Die Straße von Hormus bleibt das zentrale Risiko, da bereits eine teilweise Unterbrechung die weltweite Rohölversorgung, Frachtkosten und Versicherungsraten schnell beeinflussen kann. Die Wasserstraße ist der Hauptweg für Energieexporte aus dem Golf, weshalb Händler empfindlich reagieren, wenn der Schiffsverkehr stockt oder Tankerangriffe gemeldet werden.
Derzeit preist der Markt keine vollständige Schließung ein. Aber die Kombination aus US-Angriffen, iranischen Reaktionen, Tankerschäden und geringerem Verkehrsaufkommen hat den Versorgungsausblick weitaus weniger vorhersehbar gemacht. Diese Unsicherheit reicht aus, um den Ölpreis nahe Einmonatshochs zu halten.
Zuvor berichteten wir, dass die Spannungen in Hormus steigen, nachdem es zu neuen Angriffen der USA und des Irans kam.
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