DAX rutscht unter 26.000 Punkte, Tech-Abverkauf in den U.S. belastet Europas Aktienmarkt
Nach dem Rekordhoch vom Donnerstag gerät der deutsche Aktienmarkt zum Wochenschluss deutlich unter Druck und der DAX fällt im frühen Handel auf 25.920 Punkte. Auslöser ist ein scharfer Ausverkauf an der Wall Street, bei dem vor allem Technologiewerte nachgeben und Sorgen um Regulierung, KI-Investitionen und den weiteren Zinskurs zunehmen.
Das Wichtigste
- DAX verliert im frühen Handel rund 1,5 Prozent und rutscht unter 26.000 Punkte, getrieben vom Tech-Abverkauf in den U.S.
- Nasdaq 100 verzeichnet mit minus 6,4 Prozent den größten Tagesverlust seit März 2020, der S&P 500 sinkt um 4,4 Prozent und Dow Jones um 3,4 Prozent.
- US-Arbeitsmarktbericht um 14:30 Uhr gilt als zentrales Makroereignis und könnte Zinserwartungen sowie Rezessionssorgen weiter beeinflussen.
Wall-Street-Verluste erfassen den deutschen Markt
Wie Tagesschau berichtet, verliert der DAX im frühen Handel rund 1,5 Prozent und fällt damit unter die Marke von 26.000 Punkten. Am Donnerstag war der Leitindex zunächst noch auf knapp 26.693 Punkte gestiegen, bevor die Stimmung mit den Turbulenzen an den U.S.-Börsen drehte und der Index den Tag 0,4 Prozent leichter bei 26.325 Zählern beendete.Belastet wird der Markt vor allem durch den Kursrutsch bei U.S.-Technologiewerten. Der Nasdaq 100 verzeichnet mit minus 6,4 Prozent den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020, während der S&P 500 um 4,4 Prozent und der Dow Jones um 3,4 Prozent nachgeben.
Marktbeobachter Salah-Eddine Bouhmidi von IG verweist auf wachsende Sorgen über die Zukunft des KI-Booms. Nach dem Sieg der Demokraten fürchten Anleger strengere Auflagen, die den Ausbau von Rechenzentren bremsen und milliardenschwere Projekte verzögern könnten, während zugleich unklar bleibt, wann sich die hohen Investitionen wirtschaftlich auszahlen.
Auch Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht eine weitere Schwachstelle im Markt. Nach seiner Einschätzung zeigt sich nun das seit Monaten diskutierte Klumpenrisiko, bei dem wenige große Tech-Werte die großen Indizes im Fall stärkerer Kursverluste mit nach unten ziehen.
Arbeitsmarktdaten und Zinserwartungen rücken in den Fokus
Für den weiteren Handelsverlauf bleibt offen, ob es sich nur um eine kurzfristige Reaktion handelt oder ob sich die Marktstimmung nachhaltiger eintrübt. Zwar deuten Terminmarktdaten am frühen Morgen auf Erholungen bei U.S.-Technologiewerten hin, zugleich signalisieren schwächere Dow-Futures laut Bouhmidi noch keine breite Stabilisierung.Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, rät langfristig orientierten Anlegern, sich vom jüngsten Rücksetzer nicht verunsichern zu lassen. Wahlausgänge hätten die Börsen in der Vergangenheit nur selten dauerhaft geprägt.
Zusätzliche Bedeutung erhält nun der monatliche U.S.-Arbeitsmarktbericht, der um 14:30 Uhr veröffentlicht wird. Helaba und Commerzbank bezeichnen die Daten als zentrales Makroereignis des Tages, weil sie Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Federal Reserve liefern könnten.
Nach Einschätzung von Frank Sohlleder von ActivTrades kann der Bericht maßgeblich für den Zinskurs im Dezember werden. Ein schwacher Arbeitsmarktwert könnte Zinssorgen zwar lindern, nach dem Einbruch im Technologiesektor aber zugleich neue Rezessionsängste auslösen.
In unserem früheren Beitrag zum DAX-Rückgang um 1,59% auf 25.214 Punkte haben wir beschrieben, wie Gewinnmitnahmen nach einer starken Vorwoche und die Schwäche im US-Techsektor die Risikobereitschaft dämpften. Zudem zeigte die technische Auswertung ein überwiegend bärisches Bild: Der Index notierte unter wichtigen gleitenden Durchschnitten, und die Modelle signalisierten ein erhöhtes Abwärtsrisiko, solange zentrale Widerstände nicht zurückerobert werden.
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