Binance sieht sich einer Untersuchung des US-Senats wegen sanktionierter Transaktionen in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar gegenüber
US-Senator Richard Blumenthal hat nach einem Bericht von Fortune vom 13. Februar eine offizielle Untersuchung gegen Binance eingeleitet. In dem Bericht wurde behauptet, dass die Börse etwa 1,7 Milliarden Dollar an Transaktionen im Zusammenhang mit sanktionierten iranischen Unternehmen und Schiffen, die mit der russischen Schattenflotte verbunden sind, abgewickelt hat.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Untersuchung konzentriert sich auf das interne Compliance-System der Plattform und ihre Reaktion auf festgestellte Risiken, berichtete CoinGape. Blumenthal forderte, dass Binance-CEO Richard Teng Dokumente und Daten im Zusammenhang mit den umstrittenen Transaktionen zur Verfügung stellt, darunter interne Korrespondenz und Compliance-Berichte. Der Senator wollte auch wissen, wie das Unternehmen auf interne Warnungen über mögliche Sanktionsverstöße reagiert hat.
Der Schritt erhöht den Druck auf die weltgrößte Kryptobörse, die nach einem milliardenschweren Vergleich mit den US-Behörden im Jahr 2023 bereits unter intensiver Beobachtung der US-Regulierungsbehörden steht. Die neue Überprüfung könnte die Verfahren zur Überwachung von Sanktionen und den Umgang des Unternehmens mit internationalen Geschäftspartnern untersuchen. Sollten weitere Verstöße festgestellt werden, könnte die Angelegenheit an das US-Justizministerium oder das Financial Crimes Enforcement Network des Finanzministeriums weitergeleitet werden. Dies könnte zu neuen Geldbußen, strengeren Compliance-Anforderungen oder erweiterten Bedingungen im Rahmen bestehender Vereinbarungen mit den US-Regulierungsbehörden führen.
Umfang der Überprüfung und Einzelheiten der Anschuldigungen
Dem Fortune-Bericht zufolge wurden die beanstandeten Transaktionen in der Zeit abgewickelt, als internationale Sanktionen in Kraft waren. Die Publikation beruft sich auf interne Dokumente und anonyme Quellen, die mit der Arbeit des Compliance-Teams vertraut sind.
In dem Bericht wird auch behauptet, dass mindestens fünf Compliance-Mitarbeiter entlassen wurden, nachdem sie verdächtige Transaktionen aufgedeckt hatten. In einer in dem Artikel zitierten Erklärung heißt es: "Nach einer internen Überprüfung und auf der Grundlage der Beratung durch qualifizierte Rechtsberater haben wir keine Beweise dafür gefunden, dass Binance im Zusammenhang mit den genannten Aktivitäten gegen geltende Sanktionsgesetze verstoßen hat."
Blumenthal will herausfinden, welche Warnsignale von dem internen Untersuchungsteam aufgezeichnet wurden und ob angemessene Korrekturmaßnahmen ergriffen wurden. Außerdem wurden zusätzliche Informationen zu Vorfällen angefordert, auf die in einem Forbes-Bericht Bezug genommen wird. Falls erforderlich, könnte die Untersuchung in öffentliche Senatsanhörungen münden.
Antwort von Binance und Marktreaktion
Binance wies die Vorwürfe von Sanktionsverstößen öffentlich zurück. Das Unternehmen erklärte, es habe seinen Compliance-Rahmen in den letzten zwei Jahren erheblich verbessert und die Verfahren zur Überwachung von Transaktionen verstärkt.
Nach Angaben von Binance ist das Handelsvolumen im Zusammenhang mit sanktionsbedingten Risiken zwischen Januar 2024 und Juli 2025 um 96,8 % zurückgegangen. Der Anteil solcher Transaktionen sank auf 0,009 % des gesamten Handelsvolumens, verglichen mit 0,284 % zuvor. Binance präsentierte diese Zahlen als Beweis für die Verbesserung seiner internen Kontrollsysteme.
Nach der Veröffentlichung des Berichts war die Marktreaktion beachtlich. BNB fiel in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung des Berichts am 13. Februar um etwa 3 %, wie Coinpaper berichtete. Analysten beobachteten eine erhöhte Volatilität an den BTC- und BNB-Kassamärkten, da die Anleger die regulatorischen Risiken neu bewerteten. Gleichzeitig könnten zusätzliche regulatorische Beschränkungen für die Börse das Handelsvolumen, die Liquidität und die Kapitalflüsse auf dem gesamten Kryptomarkt negativ beeinflussen.
Sanktionsrisiken und Druck auf die Krypto-Infrastruktur
Zwischen 2023 und 2025 haben die großen Krypto-Plattformen ihre Ausgaben für die AML- und Sanktionsüberwachung deutlich erhöht, nachdem sie mit den US-Regulierungsbehörden rekordverdächtige Geldstrafen und Vergleiche geschlossen hatten. Die Branche hat Hunderte von Millionen Dollar für die Stärkung interner Kontrollsysteme, automatisierte Transaktionsanalysen und die Überprüfung von Gegenparteien bereitgestellt.
Wachsende geopolitische Restriktionen haben die Anforderungen an die Transparenz bei grenzüberschreitenden Transaktionen und die Identifizierung von Kunden verschärft. Selbst ein kleiner Anteil von Transaktionen, die potenziell sanktionsbewehrt sind, kann zu erheblichen Geldstrafen, Lizenzbeschränkungen oder zusätzlichen Aufsichtsmaßnahmen führen.
Für institutionelle Anleger ist das Ergebnis der Untersuchung wichtig für die Bewertung der Stabilität der Infrastruktur und des Gegenparteirisikos. Die verschärfte Durchsetzung von Sanktionen markiert eine neue Phase der Reife in der Kryptoindustrie, in der die Qualität der Einhaltung von Vorschriften zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor wird.
Lesen Sie auch: Stablecoin-Reserven auf Binance fallen auf den niedrigsten Stand seit Oktober
Neueste Binance Nachrichten
- Forex
- Crypto