Google entdeckt iOS-Exploits, die auf die Seed-Phrasen von Krypto-Wallets abzielen.
Forscher der Google Threat Intelligence Group haben über ein neues Exploit-Toolkit berichtet, das auf iPhones abzielt und darauf ausgelegt ist, Daten aus Kryptowährungs-Geldbörsen zu stehlen. Das Toolkit mit dem Namen Coruna zielt auf Apple-Geräte mit iOS-Versionen von 13.0 bis 17.2.1.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Das Toolkit enthält Dutzende von Schwachstellen, von denen einige bisher unbekannt waren, schreibt Cointelegraph. Laut Google wurden die Angriffe zuerst bei Nutzern in der Ukraine beobachtet, und ein ähnliches Schema erschien später auf gefälschten chinesischen Websites, die mit Finanzdienstleistungen zu tun haben.
Coruna-Exploit und gefälschte Krypto-Websites
Einem Bericht der Google Threat Intelligence Group (GTIG) zufolge enthält Coruna fünf vollständige Exploit-Ketten für iOS-Schwachstellen und insgesamt 23 Exploits. Einige von ihnen waren Cybersecurity-Forschern zuvor nicht bekannt.
Das Toolkit wurde erstmals im Februar 2025 entdeckt. Die Angreifer verwendeten JavaScript-Code, der das Gerätemodell und die iOS-Version identifizierte, bevor sie den entsprechenden Exploit an das Opfer weiterleiteten.
Derselbe Mechanismus wurde später auf kompromittierten ukrainischen Websites gefunden. Der bösartige Code wurde nur iPhone-Nutzern aus bestimmten Regionen angezeigt. Im Dezember entdeckten GTIG-Forscher dasselbe Schema auf einer großen Anzahl gefälschter chinesischer Websites, die mit Finanzdienstleistungen in Verbindung stehen. Eine von ihnen ahmte die Oberfläche der Kryptowährungsbörse WEEX nach.
Nachdem ein Nutzer die Seite geladen hat, überprüft das System das Gerät und versucht, Finanzinformationen zu finden. Insbesondere scannt es Texte, die Seed-Phrasen und Schlüsselwörter wie "Backup-Phrase" oder "Bankkonto" enthalten. Der Exploit sucht auch nach installierten Kryptoanwendungen, einschließlich MetaMask und Uniswap, um sensible Daten zu erhalten.
GTIG weist darauf hin, dass das Exploit-Toolkit nicht mit den neuesten Versionen von iOS funktioniert. iPhone-Nutzern wird empfohlen, ihre Geräte auf die neueste Systemversion zu aktualisieren oder den Lockdown-Modus zu aktivieren, der vor ausgeklügelten Angriffen schützen soll.
Debatte über den Ursprung des Tools
Die Herkunft von Coruna ist unter Cybersicherheitsexperten zu einem Diskussionsthema geworden. Google gab nicht bekannt, welcher Kunde hinter der Entwicklung steht, aber die Spezialisten der Sicherheitsfirma iVerify glauben, dass das Tool mit staatlichen Stellen in Verbindung stehen könnte.
iVerify-Mitbegründer Rocky Cole sagte gegenüber WIRED:
"Es ist hoch entwickelt, hat Millionen von Dollar gekostet, um es zu entwickeln, und es trägt die Merkmale anderer Module, die öffentlich der US-Regierung zugeschrieben wurden."
Ihm zufolge könnten solche Tools auch in die Hände anderer Gruppen gelangt sein:
"Dies ist das erste Beispiel, das wir gesehen haben, bei dem sehr wahrscheinlich Tools der US-Regierung - basierend auf dem, was der Code uns verrät - außer Kontrolle geraten sind und sowohl von unseren Gegnern als auch von cyberkriminellen Gruppen verwendet wurden."
Nicht alle Experten sind jedoch mit dieser Einschätzung einverstanden. Ein leitender Sicherheitsforscher von Kaspersky sagte gegenüber The Register, dass das Unternehmen keine überzeugenden Beweise für die Wiederverwendung von Code gefunden habe, die Coruna mit Entwicklern in Verbindung bringen würden, die für Regierungsbehörden arbeiten.
Warum dies für Krypto-Nutzer wichtig ist
Der Fall Coruna zeigt, dass mobile Geräte nach wie vor ein wichtiger Angriffsvektor für Kriminelle sind, die es auf Kryptowährungen abgesehen haben. Das Hauptziel solcher Angriffe sind Seed-Phrasen, die es den Angreifern ermöglichen, den Zugriff auf das Wallet wiederherzustellen und Gelder zu transferieren, ohne die Transaktion rückgängig machen zu können.
Laut dem Blockchain-Sicherheitsunternehmen CertiK gehören Phishing und Schlüsseldiebstahl nach wie vor zu den häufigsten Bedrohungen für Kryptoanleger. Allein im Jahr 2025 führten solche Angriffe zu Verlusten von rund 722 Millionen Dollar.
Bei diesen Angriffen werden in der Regel mehrere Techniken auf einmal kombiniert, darunter die Ausnutzung von Schwachstellen im Betriebssystem, die Nutzung gefälschter Websites und das Scannen installierter Anwendungen. Daher gehören regelmäßige Software-Updates und zusätzliche Schutzmaßnahmen wie der Lockdown-Modus zu den wirksamsten Sicherheitsmaßnahmen für Nutzer von Kryptowährungen.
Lesen Sie auch: Google Cloud erweitert europäische Reichweite mit Liberty Global AI-Partnerschaft
- Forex
- Crypto