Gemini-Anleger klagen wegen Strategiewechsel nach dem Börsengang und Verlusten

Gemini-Anleger klagen wegen Strategiewechsel nach dem Börsengang und Verlusten
Winklevoss-Zwillinge sehen sich nach Zusammenbruch von Gemini-Aktien mit Klage konfrontiert

Investoren der Krypto-Börse Gemini haben eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, nach dem Börsengang einen "scharfen Schwenk zu einem auf Prognosemärkte ausgerichteten Geschäftsmodell" vollzogen zu haben und die Investoren in die Irre geführt zu haben.

Höhepunkte

  • Gemini-Investoren reichen Klage wegen Änderung der Strategie nach dem Börsengang ein.
  • Aktien stürzen nach Umstellung auf Prognosemärkte um über 80 % ab.
  • Fall könnte Offenlegungsregeln für Krypto-Börsengesellschaften neu gestalten.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Winklevoss-Zwillinge stehen unter Druck der Aktionäre

Ein radikaler Wechsel in der Unternehmensstrategie von Gemini nach dem Börsengang, verbunden mit einem steilen Rückgang des Aktienkurses, hat eine Gegenreaktion der Investoren und rechtliche Schritte ausgelöst.

Wie Cointelegraph berichtet, reichte der Aktionär Mark Metvin am Donnerstag bei einem Bundesgericht in Manhattan eine Klage gegen Gemini, seine Mitbegründer Tyler Winklevoss und Cameron Winklevoss sowie gegen Führungskräfte des Unternehmens ein.

In der Klage heißt es, dass Gemini bei seinem Börsengang im September 2025 als eine wachsende Kryptowährungsbörse dargestellt wurde, die sich auf die Erweiterung ihrer Nutzerbasis und internationalen Präsenz konzentrierte. Kurz nach dem Börsengang machte das Unternehmen jedoch angeblich einen "scharfen unternehmerischen Schwenk" hin zu einem Geschäftsmodell für Prognosemärkte.

Gemini ging an der Nasdaq zu einem Preis von 28 US-Dollar pro Aktie an die Börse und stieg kurzzeitig auf 40 US-Dollar, bevor es um mehr als 80 % auf knapp über 6 US-Dollar fiel.

GEMI-Aktienkurs nach der Notierung im September 2025. Quelle: TradingView

In der Klage wird behauptet, dass Gemini-Führungskräfte im November Fortschritte bei der internationalen Expansion und Ambitionen zum Eintritt in "globale Schlüsselmärkte" betonten. Doch Anfang Februar kündigten die Winklevoss-Brüder im Rahmen der Initiative "Gemini 2.0" eine Verlagerung auf Prognosemärkte an. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass die Belegschaft um 25 % reduziert wird und sich aus den Märkten der EU, Großbritanniens und Australiens zurückzieht.

Unzufriedene Aktionäre sind der Ansicht, dass der Aktienrückgang auf die strategische Neuausrichtung zurückzuführen ist, und fordern ein Schwurgerichtsverfahren sowie Schadenersatz für Anleger, die nach dem Börsengang Aktien zu "künstlich überhöhten Preisen" erworben haben sollen.

Ein möglicher Präzedenzfall in der Branche

Die Situation spiegelt einen breiteren Trend in der Kryptobranche wider, in der Unternehmen zunehmend unter dem Druck von Anlegern des öffentlichen Marktes stehen, Transparenz und strategische Konsistenz zu wahren. Der plötzliche Wechsel zu Prognosemärkten - einem umstrittenen und stark regulierten Segment - könnte als erhebliche Erhöhung des Geschäftsrisikos ohne angemessene Offenlegung wahrgenommen worden sein.

Die Klage könnte einen Präzedenzfall schaffen, indem sie die Frage aufwirft, ob die Strategien der Unternehmen nach dem Börsengang mit ihren ursprünglichen Angaben übereinstimmen. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte sie zu strengeren Transparenzanforderungen für börsennotierte Kryptofirmen und zu einer stärkeren behördlichen Kontrolle strategischer Veränderungen nach dem Börsengang führen. Im Laufe der Zeit könnte dies Kryptounternehmen zu einer konservativeren Positionierung drängen und die Toleranz der Anleger für abrupte Änderungen ohne klare Begründung verringern.

Wie wir berichteten, konzentriert sich Gemini nach Umsatzrückgang auf KI und neue Produkte

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