Traders Union-Forschung: Anleger folgen Finfluencern und erleiden Verluste

Traders Union-Forschung: Anleger folgen Finfluencern und erleiden Verluste
Wie Finanzinfluencer Trader beeinflussen

Finanzielle Influencer sind zur Hauptquelle für Investmentideen von Privatanlegern und zum wichtigsten Auslöser für echte Handelsaktivitäten geworden. Ihr Einfluss führt jedoch häufig zu impulsiven Entscheidungen und Verlusten.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Eine neue Traders Union-Studie, „Wie Finfluencer die Anlageentscheidungen von Privatanlegern beeinflussen“, hebt die Diskrepanz zwischen der Beliebtheit dieser Quellen und ihrer tatsächlichen Wirksamkeit hervor.

Der Bericht ergab, dass 41 % der Anleger soziale Medien als ihre Hauptquelle für Ideen nennen, noch vor Broker-Analysen (26 %) und Finanzmedien (18 %). Gleichzeitig sind Finfluencer der häufigste Auslöser für echte Trades, wie 34 % der Befragten angaben. Fast die Hälfte der Teilnehmer (49 %) gab zu, nach dem Ansehen von Inhalten von Online-Experten einen Vermögenswert gekauft zu haben.

Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 1.200 Privatanlegern weltweit. Die Stichprobe umfasste Nutzer unterschiedlichen Alters und Erfahrungsniveaus, die in den letzten 12 Monaten eigenständige Anlageentscheidungen getroffen hatten.

Schnelle Entscheidungen und höhere Risiken

Trotz ihres starken Einflusses sind von Finfluencern getriebene Entscheidungen häufiger mit Risiken verbunden. Rund 37 % der Anleger führen innerhalb von 24 Stunden nach dem Ansehen von Inhalten einen Trade aus, während 28 % von Verlusten durch solche Trades berichteten.

Risikomanagement ist bei diesen Nutzern ebenfalls schwächer ausgeprägt. Etwa 63 % nutzen Stop-Loss-Orders nicht konsequent, und das Niveau von Verlusten und Betrugsrisiken unter Social-Media-Nutzern ist im Vergleich zu denen, die sich auf traditionelle Quellen verlassen, deutlich höher (68 % vs. 26 %).

Dies deutet darauf hin, dass soziale Medien eher als Auslöser für Handlungen denn als Analysewerkzeug dienen. Anleger neigen dazu, schnell auf Inhalte zu reagieren, ohne zusätzliche Überprüfung.

Jüngere Anleger mit höherem Risiko

Der stärkste Einfluss von Finfluencern zeigt sich bei jüngeren Nutzern. In der Altersgruppe 18–24 Jahre erreicht dieser Wert 62 %, verglichen mit nur 21 % bei Anlegern ab 45 Jahren.

Auch Erfahrung verringert die Abhängigkeit von sozialen Medien. Anfänger folgen Influencern eher, da die Inhalte einfach und leicht zugänglich sind. Mit zunehmender Erfahrung wenden sich Anleger strukturierteren Analysequellen zu.

Auch das Inhaltsformat spielt eine entscheidende Rolle. Kurzvideos (TikTok, Reels) haben den größten Einfluss und beeinflussen 46 % der Entscheidungen. Sie fördern schnellere und emotionalere Reaktionen im Vergleich zu längeren Inhalten oder analytischen Materialien.

Soziale Medien verändern das Anlegerverhalten

Die Studie bestätigt einen strukturellen Wandel am Markt. Soziale Medien sind nicht mehr nur eine Informationsquelle – sie sind zu einem Umfeld geworden, in dem Anlageentscheidungen getroffen werden.

In diesem Zusammenhang überwiegen oft Geschwindigkeit und Zugänglichkeit gegenüber der Qualität der Analyse. Finfluencer ersetzen traditionelle Quellen nicht vollständig, dienen aber zunehmend als Ausgangspunkt für Trades.

Der Erfolg hängt daher nicht vom Zugang zu Ideen ab, sondern von der Fähigkeit des Anlegers, diese zu filtern, zu überprüfen und effektiv umzusetzen.

Bemerkenswert ist, dass in einer früheren Studie Traders Union hervorgehoben hat, dass zwar viele Trader AI nutzen, aber nur ein kleiner Teil tatsächlich Gewinne erzielt.

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