Bitcoin-ETFs verlieren 635 Mio. $ an einem Tag, während sich die BTC-Rallye verlangsamt
Am Mittwoch zogen Anleger 635 Millionen Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs ab, was den größten Nettoabfluss an einem einzelnen Tag seit dem 29. Januar markiert. Im März und April zogen diese Fonds noch 3,29 Milliarden Dollar an Anlegerkapital an, doch dieser Trend hat sich nun umgekehrt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut CoinDesk war dies kein Einzelfall: In den letzten fünf Handelstagen haben ETFs insgesamt 1,26 Milliarden Dollar verloren.
Vor diesem Hintergrund ist die Bitcoin-Rallye ins Stocken geraten. Die Bewegung, die den Preis am vergangenen Mittwoch von 65.000 $ auf über 80.000 $ hob, hat in der Nähe des einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitts, der knapp über 82.000 $ liegt, an Dynamik verloren. Das führende digitale Asset notiert nun unter 80.000 $.
Warum Gelder aus Bitcoin abfließen
Analysten bringen den Rückgang mit erneuten Inflationssorgen in den USA in Verbindung. Gleichzeitig hat der breitere Aktienmarkt diese makroökonomischen Risiken bisher weitgehend ignoriert: Die Indizes Nasdaq und S&P 500 erreichten am Mittwoch Rekordhochs.
Der Abfluss von 635 Millionen Dollar lässt sich nur schwer als unbedeutendes Signal für die Bullen abtun. Dies gilt insbesondere, da die starken Zuflüsse im März und April zuvor als einer der Haupttreiber für den Anstieg von Bitcoin angesehen wurden. Jetzt verschlechtert sich jedoch der makroökonomische Hintergrund, da sich die Inflation in den USA beschleunigt.
„Eine anhaltend hohe Inflation, eine von Warsh geführte Fed, die von den Märkten als geldpolitisch restriktiver wahrgenommen wird, oder ein weiterer Ölschock könnten den Bitcoin selbst bei positiven Nettozuflüssen unter Druck setzen. Aus unserer Sicht ist die wichtigere Frage nicht, ob die Wachstumsphase anhält, sondern ob die Makrobedingungen locker genug bleiben, damit die Kapitalströme ihre Wirkung entfalten können“, sagte Adam Haeems, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Tesseract Group. Tesseract verwaltet mehr als 500 Millionen Dollar an Vermögenswerten.
Allerdings erscheint die Verbindung zwischen ETF-Strömen und der Preisdynamik von Bitcoin nicht mehr so direkt wie zuvor. Dies wird auch durch Korrelationsanalysen bestätigt.
Der rollierende 90-Tage-Pearson-Korrelationskoeffizient zwischen der täglichen Rendite von Bitcoin und der täglichen Veränderung der kumulativen Netto-ETF-Zuflüsse liegt derzeit bei nur 0,16. Dieser Wert ist statistisch fast nicht von Null zu unterscheiden und liegt deutlich unter dem im Februar verzeichneten Höchststand von 0,68.
Einfach ausgedrückt: Die Richtung der täglichen ETF-Ströme dürfte derzeit kaum dabei helfen, vorherzusagen, wohin sich BTC als Nächstes bewegen wird. Dennoch bleiben große Abflüsse wie der am Mittwoch ein wichtiges Signal für den Markt.
Die beliebtesten Bitcoin-ETFs
Die größten Spot-Bitcoin-ETFs in den USA bleiben die Fonds von BlackRock und Fidelity. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock wurde schnell zum wichtigsten Instrument für institutionelle und private Anleger, die über den traditionellen Aktienmarkt in BTC investieren möchten, ohne die Kryptowährung direkt zu halten. Der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) gehört ebenfalls zu den Spitzenreitern bei Vermögen und Handelsaktivität und konkurriert mit IBIT um Marktanteile.
Weitere bemerkenswerte Fonds sind der Grayscale Bitcoin Trust ETF (GBTC), der ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB), der Bitwise Bitcoin ETF (BITB) und der VanEck Bitcoin ETF (HODL). GBTC war lange Zeit das größte öffentliche Vehikel für Bitcoin-Investitionen, sah sich jedoch nach der Umwandlung in einen ETF aufgrund seiner höheren Gebühren mit erheblichen Abflüssen konfrontiert. Neuere Fonds hingegen ziehen Anleger durch geringere Kosten, hohe Liquidität und die Unterstützung großer Vermögensverwalter an.
Zur Erinnerung: Morgan Stanley hat im April seinen eigenen Bitcoin-ETF aufgelegt.
Neueste Bitcoin Nachrichten
- Forex
- Crypto