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Ethereum steht nicht nur aufgrund interner Kryptomarktfaktoren unter Druck, sondern auch wegen steigender Ölpreise. Tom Lee von Fundstrat glaubt, dass der Ölpreisschock zur größten kurzfristigen Barriere für ETH geworden ist, bevor eine mögliche Erholung im Jahr 2026 eintritt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
In einem Post vom 18. Mai schrieb Lee, dass steigende Ölpreise zum größten kurzfristigen Gegenwind für Ether geworden seien. Ihm zufolge ist Öl zuletzt gestiegen, während ETH fiel, was die inverse Korrelation zwischen beiden Assets auf ein Rekordniveau getrieben hat. Er fügte hinzu, dass eine Korrektur der Ölpreise eine Erholung von Ethereum unterstützen würde.
Der Druck verschärfte sich angesichts neuer Spannungen im Nahen Osten. Brent erreichte am 18. Mai 112 $, während WTI nach erneuten Sorgen über das Angebot auf 108,70 $ kletterte. Für den Kryptomarkt ist dies eine schwierige Kulisse: Teure Energie stärkt die Inflationserwartungen und verringert die Nachfrage nach Risikoanlagen, einschließlich Kryptowährungen.
Vor dem Hintergrund steigender Ölpreise notierte Ethereum bei rund 2.115 $, mit einem Tagestief nahe 2.107 $. Marktdaten zeigten ETH ebenfalls bei etwa 2.116 $, was einem Rückgang von 3,2 % innerhalb von 24 Stunden und mehr als 9 % im Wochenvergleich entspricht.
Öl ist jedoch nicht die einzige Druckquelle. In den letzten Tagen beobachtete der Markt große ETH-Transfers an Börsen, Abflüsse aus Spot-ETFs und steigende Ethereum-Reserven auf Handelsplattformen. Eine Wallet, die Garrett Jin zugeschrieben wird, transferierte Berichten zufolge 577.896 ETH im Wert von etwa 1,35 Milliarden $ zu Binance, während die ETH-Reserven an den Börsen von 14,36 Millionen auf 14,95 Millionen ETH stiegen. US-Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten zudem am 7. Mai Nettoabflüsse in Höhe von 103,6 Millionen $.
Lee bezeichnete die aktuelle Bewegung als „kurzfristiges taktisches Rauschen“ und betonte, dass die übergeordnete Story von Ethereum weiterhin an Tokenisierung und Agentic AI gekoppelt ist. Seiner Ansicht nach bleibt Ethereum die Kerninfrastruktur für tokenisierte Fonds, Abwicklungssysteme und zukünftige Zahlungen zwischen KI-Agenten.
Diese Ansicht markiert eine Verschiebung gegenüber Lees früherer Einschätzung, als er Ethereum als starkes Asset in Kriegszeiten bezeichnete und auf seine Widerstandsfähigkeit während des Nahostkonflikts hinwies. Jetzt hat sich der Schwerpunkt verlagert: Die Geopolitik ist über den Ölpreis zu einer Bedrohung für den ETH-Kurs geworden, statt eine Stütze zu sein. Für Investoren ist die Frage simpel: Bleibt Öl nahe der Höchststände von 2026, könnte die Erholung von Ethereum länger dauern; lässt der Energieschock nach, könnte sich der Markt wieder der Tokenisierung und KI als Hauptnachfragetreiber zuwenden.
Zuvor wurde berichtet, dass die Verus-Ethereum-Bridge mehr als 11 Millionen $ durch einen Validierungs-Exploit verloren hat.