USA nehmen Irans Krypto-Netzwerk im Wert von 7,7 Milliarden US-Dollar ins Visier
Washington weitet seine Kampagne gegen Irans Finanzkanäle aus und macht Kryptowährungen zu einer neuen Front bei der Durchsetzung von Sanktionen. Schätzungen im Zusammenhang mit US-Ermittlungen zufolge könnte Teheran etwa 7,7 Milliarden US-Dollar in digitalen Vermögenswerten kontrollieren, von denen US-Behörden glauben, dass sie zur Umgehung von Beschränkungen genutzt werden.
Höhepunkte
- Die USA schätzen Iran-nahe Krypto-Vermögenswerte auf etwa 7,7 Milliarden US-Dollar.
- Das US-Finanzministerium hat bereits fast 500 Millionen US-Dollar an Kryptowährungen eingefroren, die mit dem iranischen Regime in Verbindung stehen.
- Laut Schätzungen von Chainalysis könnten etwa 50 % der iranischen Krypto-Vermögenswerte mit den Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps) verbunden sein.
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Kryptowährungen werden Teil des Sanktionskampfs
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass amerikanische Behörden fast 500 Millionen US-Dollar an Kryptowährungen eingefroren haben, die mit der iranischen Regierung in Verbindung stehen, darunter 344 Millionen US-Dollar in einem Monat. Fox Business berichtete, dass die Trump-Administration ihre Bemühungen verstärkt, digitale Vermögenswerte zu verfolgen und zu blockieren, die laut Washington Teheran helfen, Geld außerhalb des traditionellen Bankensystems zu bewegen.
Die Schätzung von 7,7 Milliarden US-Dollar wurde nach einem Fox Business-Interview mit einer nicht genannten Threat-Intelligence-Firma bekannt. Die Zahl liegt nahe an früheren Chainalysis-Daten, die Irans Krypto-Bestände für 2025 auf 7,8 Milliarden US-Dollar schätzten, wobei etwa die Hälfte davon mit den Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps) in Verbindung gebracht wird.
Was die USA blockieren
Im April blockierte das OFAC zwei Wallets, die US-Behörden der iranischen Zentralbank, Bank Markazi, zuschrieben. Laut TRM Labs erhielten diese Adressen von März 2021 bis Ende 2023 rund 370 Millionen US-Dollar über fast 1.000 Transaktionen. Analysten beschrieben sie eher als Reserve-Infrastruktur denn als operative Wallets: Weniger als 7 % der eingehenden Gelder verließen jemals diese Adressen.
Dieses Detail ist für Ermittler wichtig. Kryptowährungen können zwar zur Umgehung von Sanktionen genutzt werden, aber öffentliche Blockchains hinterlassen Spuren. Chris Perkins, Leiter von 250 Digital Asset Management, erklärte, dass digitale Vermögenswerte für Strafverfolgungsbehörden oft nützlich sein können, gerade weil Blockchain-Aufzeichnungen eine umfangreiche Nachverfolgbarkeit ermöglichen.
Hormus und Bitcoin als neuer Finanzkanal
Ein separates Risiko ist mit der Straße von Hormus verbunden. Iran fördert Berichten zufolge Hormuz Safe, eine Plattform, die Versicherung für Frachtschiffe mit Zahlungen in Bitcoin anbieten soll. Iranische Offizielle behaupten, dass dieser Mechanismus mehr als 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr generieren könnte, obwohl auf der Website des Dienstes noch „coming soon“ steht und kein Land oder Schifffahrtsunternehmen eine Teilnahme öffentlich bestätigt hat.
Für die Vereinigten Staaten bedeutet das, dass das Einfrieren von Vermögenswerten allein möglicherweise nicht ausreicht. Wenn Iran neue Krypto-Zahlungskanäle rund um Handel, Versicherung und Schifffahrt aufbauen kann, muss die Sanktionsdurchsetzung nicht nur Wallets, sondern auch Vermittler, Börsen und Drittländer ins Visier nehmen, die solche Systeme unterstützen.
Zuvor berichteten wir, dass Iran-Gespräche die Ölkriegsprämie senken, während Trump auf eine Antwort wartet.
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