Hongkong testet e-HKD-Pilotprojekt für Derivate-Zahlungen nach Börsenschluss
HKEX und die Hong Kong Monetary Authority haben ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet, um e-HKD für Margin-Vorauszahlungen während der After-Hours-Handelssitzung zu nutzen – ein Schritt zur Verbesserung des Risikomanagements in einem der wichtigsten Finanzzentren Asiens.
Höhepunkte
- HKEX und HKMA testen e-HKD für Margin-Zahlungen bei Derivaten nach Börsenschluss.
- Das Pilotprojekt nutzt Wholesale CBDC für 24/7-Zahlungsfähigkeit.
- Testtransaktionen mit realen Werten sind optional und genehmigungspflichtig.
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Pilotprojekt adressiert ein Timing-Problem am Markt
Laut der Erklärung der HKMA wird das Projekt die Nutzung von e-HKD, einer rund um die Uhr operierenden digitalen Zentralbankwährung, für Margin-Vorauszahlungen am Derivatemarkt von Hong Kong Exchanges and Clearing untersuchen. Ziel ist es, Clearing-Teilnehmern zu ermöglichen, Margin-Anforderungen außerhalb der Standard-Banköffnungszeiten zu erfüllen, während bestehende operative Workflows beibehalten werden.
Nach der derzeitigen Regelung müssen Clearing-Teilnehmer Anträge auf Margin-Vorauszahlungen bis 15:00 Uhr bei der HKFE Clearing Corporation Limited einreichen, damit die Mittel für die nächste After-Hours-Sitzung angerechnet werden. Diese Frist kann zu Reibungsverlusten für Firmen führen, die Derivate-Exposures nach marktbewegenden Ereignissen in Europa oder den USA verwalten.
HKEX gab bekannt, dass Clearing-Teilnehmer unter der HKCC eingeladen sind, auf optionaler Basis an Testtransaktionen mit realen Werten teilzunehmen. Die Tests und eine etwaige breitere Einführung stehen unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen, der Marktbereitschaft und anderer operativer Erwägungen.
Wholesale CBDC rückt in den Live-Markteinsatz
Das Pilotprojekt markiert einen weiteren Schritt in Hongkongs Bemühungen, digitales Geld von der Forschung in die Marktinfrastruktur zu überführen. Die HKMA untersucht e-HKD seit 2017 und erklärte letztes Jahr, dass die unmittelbaren Prioritäten auf Wholesale-Zahlungen, Tokenisierung und grenzüberschreitenden Abrechnungen liegen würden, statt auf einer breiten Einführung im Privatkundensektor.
Der Anwendungsfall bei Derivaten passt zu diesem Ansatz. Der After-Hours-Handel ermöglicht es Anlegern, Positionen als Reaktion auf Nachrichten und Ereignisse in europäischen und US-Zeitzonen abzusichern oder anzupassen, wodurch die Verfügbarkeit von Zahlungen außerhalb der lokalen Banköffnungszeiten für Clearing und Risikokontrollen wichtiger wird.
Für HKEX adressiert das Pilotprojekt die Nachfrage nach größerer Flexibilität im Derivatemarkt, ohne die Teilnehmer zu einer Änderung des Kern-Clearing-Prozesses zu zwingen. Für die HKMA bietet es dem e-HKD eine Live-Wholesale-Anwendung, die direkt mit der Effizienz des Kapitalmarkts verknüpft ist.
Hongkong treibt digitale Marktinfrastruktur voran
Die Bedeutung des Pilotprojekts liegt in seinem engen, aber praktischen Fokus. Anstatt e-HKD als breites Zahlungsprodukt für den Einzelhandel zu positionieren, testet Hongkong es dort, wo Zentralbankgeld ein spezifisches Marktproblem lösen kann: die Abwicklung außerhalb der Banköffnungszeiten.
Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnten Clearing-Teilnehmer während volatiler globaler Sitzungen eine zeitnahe Margin-Flexibilität gewinnen. Das ist von Bedeutung für einen Markt, in dem Derivate-Aktivitäten oft auf nächtliche politische Entscheidungen, Wirtschaftsdaten und geopolitische Ereignisse reagieren.
Zuvor berichteten wir, dass die Hongkonger Aufsichtsbehörde vor gefälschten HSBC- und HKDAP-Stablecoins warnt.
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