BIZ warnt: Dollar-Stablecoins könnten die Finanzregulierung schwächen
Dollar-gestützte Stablecoins schaffen einen neuen Weg für den Zugang zu US-Währungen außerhalb des traditionellen Bankensystems, was es für Regierungen schwieriger macht, Kapitalverkehrskontrollen und Devisenbeschränkungen durchzusetzen. Dies geht aus einer neuen Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Stablecoins zunehmend als eine parallele Form der Dollarisierung fungieren, welche die Geldpolitik in Schwellenländern verkomplizieren könnte.
Höhepunkte
- Stablecoins können Kapitalverkehrskontrollen umgehen.
- Wirtschaftlicher Stress treibt die Dollarisierung voran.
- Dollarisierung ist schwer umzukehren.
- Regulierungsbehörden benötigen möglicherweise neue Instrumente.
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Die BIZ verglich Daten über Fremdwährungseinlagen mit Stablecoin-Zuflüssen in mehr als 130 Volkswirtschaften und stellte fest, dass beide Formen der Dollarisierung durch ähnliche makroökonomische Belastungen angetrieben werden, darunter Bankenkrisen, Stress bei Staatsschulden und starke Wechselkursabwertungen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Dollar-Einlagen scheinen Stablecoin-Flüsse jedoch weitgehend unbeeinflusst von Kapitalverkehrskontrollen oder Devisenbeschränkungen zu sein, da sie oft außerhalb des traditionellen Regulierungssystems zirkulieren, berichtet die BIZ.
Stablecoins stellen eine neue Herausforderung für die Politik dar
Der Studie zufolge nutzen Haushalte und Unternehmen in Schwellenländern zunehmend dollar-gestützte Stablecoins als Wertaufbewahrungsmittel, wenn das Vertrauen in lokale Währungen schwindet. Die Untersuchung legt nahe, dass es schwierig ist, den Trend umzukehren, sobald sich entweder die Einlagen-Dollarisierung oder die Einführung von Stablecoins weit verbreitet hat.
Die BIZ fand kaum Anhaltspunkte dafür, dass Stablecoins Fremdwährungseinlagen bei Banken ersetzen. Stattdessen scheinen beide Instrumente den Zugang zum US-Dollar gleichzeitig zu erweitern und die allgemeine Dollarisierung eher zu verstärken, als sich gegenseitig zu ersetzen.
Forscher fanden auch heraus, dass Länder mit einem moderaten Grad an Einlagen-Dollarisierung in der Vergangenheit etwas höhere Inflationsrisiken aufwiesen. Gleichzeitig fand der Bericht nur begrenzte Belege dafür, dass entweder die traditionelle oder die Stablecoin-Dollarisierung die Transmission der Geldpolitik erheblich geschwächt hat.
Die Regulierung könnte Schwierigkeiten haben, Schritt zu halten
Eines der wichtigsten Ergebnisse des Berichts ist, dass Stablecoin-Transaktionen selbst dort relativ widerstandsfähig bleiben, wo Regierungen Beschränkungen für Kapitalflüsse auferlegen. Da viele Transaktionen auf Blockchain-Netzwerken außerhalb der nationalen Bankensysteme stattfinden, verfügen die Behörden möglicherweise über weniger Instrumente zur Überwachung oder Begrenzung grenzüberschreitender Dollar-Transfers.
Die BIZ argumentiert, dass dies neue Herausforderungen für Regulierungsbehörden schafft, die versuchen, die monetäre Souveränität zu bewahren und gleichzeitig die Finanzstabilität aufrechtzuerhalten. Da Stablecoins immer häufiger verwendet werden, müssen die politischen Entscheidungsträger möglicherweise die Regulierungsrahmen aktualisieren, die primär für traditionelle Bankkanäle konzipiert wurden.
Stablecoins rücken in den finanziellen Mainstream vor
Die Ergebnisse der BIZ kommen zu einer Zeit, in der Regierungen zunehmend rechtliche Rahmenbedingungen für Stablecoins entwickeln, anstatt sie ausschließlich als Krypto-Assets zu behandeln. Bis Ende 2025 überstieg der globale Stablecoin-Markt 300 Milliarden US-Dollar, wobei die überwältigende Mehrheit der Token an den US-Dollar gekoppelt ist.
Mehrere Rechtsordnungen haben die Einführung und Regulierung im vergangenen Jahr beschleunigt. Die Vereinigten Staaten treiben den GENIUS Act voran, der einen bundesweiten Rahmen für Zahlungs-Stablecoins schaffen würde, während die Europäische Union die Umsetzung ihres MiCA-Regulierungsrahmens fortsetzt. In der Zwischenzeit haben Rechtsordnungen wie Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und Hongkong regulierte Stablecoin-Initiativen ausgeweitet, um grenzüberschreitende Zahlungen und tokenisierte Finanzmärkte zu unterstützen, was einen breiteren Trend zur Integration digitaler Dollars in die Mainstream-Finanzsysteme widerspiegelt.
Wie wir bereits berichteten, nähert sich das Transaktionsvolumen von Stablecoins 1,8 Billionen US-Dollar in einem Monat.
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