Visa testet Stablecoins, um grenzüberschreitende Zahlungen zu beschleunigen
Visa wendet sich im Rahmen seiner jüngsten Bemühungen um die Modernisierung internationaler Geldtransfers an Stablecoins.
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Am 30. September kündigte das Unternehmen ein Pilotprogramm innerhalb seiner Visa-Direct-Plattform an, das es Unternehmen ermöglicht, Stablecoins für globale Auszahlungen zu verwenden und so möglicherweise die seit langem bestehenden Verzögerungen und Kosten zu reduzieren, die mit traditionellen Systemen verbunden sind.
Stablecoins als Abwicklungsebene
Bisher mussten Unternehmen bei grenzüberschreitenden Transaktionen große Summen auf lokalen Konten parken, um die Zahlungen abzudecken, was zu einer wochenlangen Kapitalbindung führte. Mit dem Pilotprojekt von Visasoll dies geändert werden, indem Stablecoins, die bei Visa Direct eingezahlt werden, wie Bargeld behandelt werden. Diese Vorgehensweise könnte den Bedarf an Guthaben in verschiedenen Währungen verringern und den Instituten gleichzeitig einen schnelleren Zugang zu Liquidität und eine größere Flexibilität in der Finanzverwaltung ermöglichen.
"Jahrzehntelang war der grenzüberschreitende Geldverkehr von langsamen, kostspieligen Systemen abhängig, die das Kapital im Voraus binden. Mit diesem Pilotprojekt testet Visa Direct Stablecoins als eine neue Finanzierungsquelle. Das Ziel: weniger Reibungsverluste, schnellerer Zugang zu Liquidität und mehr Flexibilität für Finanzinstitute", so das Unternehmen in seiner Mitteilung.
Der Versuch wird mit ausgewählten Partnern durchgeführt, wobei eine breitere Einführung bis 2026 geplant ist, falls die Tests erfolgreich verlaufen.
Globaler Kontext und regulatorische Dynamik
Der Schritt von Visa steht im Einklang mit einer breiteren globalen Dynamik im Stablecoin-Sektor. In den USA unterzeichnete Präsident Donald Trump Anfang des Jahres das überparteiliche GENIUS-Gesetz, das erste staatliche Rahmenwerk für Stablecoins, das regelmäßige Prüfungen und Verbraucherschutzmaßnahmen vorschreibt.
In Europa entwickeln neun große Banken - darunter ING, UniCredit, SEB und CaixaBank - einen Euro-gestützten Stablecoin im Rahmen der MiCAR-Verordnung der EU. Auf den asiatischen Märkten, von Singapur bis Japan, werden derweil die Rahmenbedingungen für die Aufsicht verbessert und die Einführung von Stablecoins für Überweisungen und grenzüberschreitende digitale Zahlungen gefördert.
Mit einer weltweiten Stablecoin-Kapitalisierung von rund 307,8 Mrd. US-Dollar, die von Tether und dem USD Coin von Circle dominiert wird, unterstreicht das Pilotprojekt von Visa, wie das Mainstream-Finanzwesen zunehmend Blockchain-basierte Zahlungslösungen integriert.
Ein Blick in die Zukunft
Wenn das Programm von Visa erfolgreich ist, könnte es die Infrastruktur des globalen Zahlungsverkehrs verändern, indem es die Kosten senkt, die Liquidität verbessert und die Treasury-Operationen rationalisiert. Das Ergebnis dieses Pilotprojekts wird zusammen mit den sich entwickelnden Vorschriften entscheidend dafür sein, ob sich Stablecoins von Nischeninstrumenten zu grundlegenden Elementen des internationalen Finanzwesens entwickeln.
Wie bereits berichtet, bringt MetaMask einen neuen Stablecoin auf den Markt: einen potenziellen Konkurrenten für USDT und USDC.
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