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Der Kryptowährungsmarkt überschneidet sich zunehmend mit künstlicher Intelligenz, da KI-gestützte Dienste Händlern Signale, Prognosen und genauere Entscheidungshilfen versprechen. Inmitten des weltweiten KI-Booms wächst der Glaube, dass Algorithmen bald nicht nur den Markt analysieren, sondern auch seine Bewegungen besser vorhersehen können als Menschen. Aber kann künstliche Intelligenz wirklich in die Zukunft der Kryptowährungen blicken?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Traders Union, ein globales Medienunternehmen, das sich auf Finanzen und Investitionen konzentriert, hat einen neuen KI-gestützten Dienst für Kryptowährungsprognosen eingeführt. Das Tool zeigt potenzielle Preisbewegungen für Bitcoin und andere Kryptowährungen über Zeiträume von einer Woche bis zu einem Monat an. Die Nutzer können sofort den aktuellen Preis des Vermögenswerts, ein allgemeines Marktsignal, mögliche Szenarien und zu beachtende Schlüsselniveaus sehen.

Das Tool geht über einfache Einschätzungen wie "der Markt steigt" oder "der Markt fällt" hinaus. Es aggregiert mehrere Datentypen, darunter technische Indikatoren wie RSI, MACD und EMA, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sowie Marktfaktoren wie ETF-Zuflüsse, Handelsvolumen und das Verhalten großer Marktteilnehmer. Auf der Grundlage dieser Daten generiert das System ein endgültiges Signal und zeigt die wahrscheinlichsten Szenarien auf.
Anstelle einer einzigen Prognose bietet der Dienst mehrere mögliche Marktergebnisse an. Für jedes Szenario werden die Wahrscheinlichkeit, die Einstiegszone, der Stop-Loss, die Wochen- und Monatsziele sowie die Bedingungen, unter denen das Szenario ungültig wird, angegeben.
Künstliche Intelligenz ist inzwischen so weit verbreitet, dass ihre Entwicklung zu einem regelrechten Wettlauf zwischen den großen Technologieunternehmen geworden ist. OpenAI, Google, Anthropic und xAI bringen ständig neue Modelle auf den Markt und konkurrieren um einen Anteil an einem Markt, dessen Wert sich bereits auf Hunderte von Milliarden Dollar beläuft. Diese Unternehmen bauen ihre Teams aus, bringen Updates auf den Markt und konkurrieren um Firmenkunden, was die Einführung von KI in allen Branchen beschleunigt.
Gleichzeitig entwickelt sich auch die Kryptoindustrie selbst weiter. Wie Wired berichtet, nutzen immer mehr Mining-Unternehmen ihre Infrastruktur nicht nur für das Mining von Kryptowährungen, sondern auch für KI-bezogene Workloads. Der Grund dafür ist einfach: Die Nachfrage nach Rechenleistung für neuronale Netzwerke wächst schneller als die Rentabilität des Mining, während die bestehenden Rechenzentren für diese Aufgaben bereits gut geeignet sind.
Core Scientific beispielsweise hat sich nach seiner Umstrukturierung auf den Bau von KI-Rechenzentren umgestellt und sich in diesem Bereich Aufträge im Wert von mehreren Milliarden Dollar gesichert. Hut 8 hat ein spezielles GPU-Infrastruktur-Segment eingeführt und langfristige Verträge mit KI-Unternehmen unterzeichnet, während TeraWulf, Bitfarms und Cipher Digital ebenfalls ihre Kapazitäten in Richtung High-Performance Computing verlagern. In einigen Fällen handelt es sich nicht mehr nur um eine Diversifizierung, sondern um einen vollständigen Übergang vom Bergbau zur KI als primäre Einnahmequelle.
KI wird im Finanzbereich bereits in großem Umfang für Marktanalysen und -prognosen eingesetzt. Hedgefonds wie Renaissance Technologies und Two Sigma setzen auf Algorithmen und maschinelles Lernen, um Muster in Vermögenspreisen zu erkennen und Handelsstrategien zu automatisieren. Im Kryptobereich werden ähnliche Ansätze von Plattformen wie Glassnode, CryptoQuant und IntoTheBlock sowie von Marktmachern und Handelsunternehmen wie Wintermute und Jump Crypto verwendet, die Preisentwicklung, Liquidität, Kapitalströme und Teilnehmerverhalten analysieren.
Diese Systeme können Signale tatsächlich schneller erkennen als Menschen. Sie verarbeiten technische Indikatoren, Handelsvolumen, On-Chain-Daten und externe Faktoren wie Nachrichten und makroökonomische Bedingungen. Auf dieser Grundlage erstellen sie Szenarien, z. B. zur Ermittlung von Risikozonen, potenziellen Umkehrungen und den Bedingungen, unter denen sich der Markt in eine bestimmte Richtung bewegen könnte.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass KI nicht im wörtlichen Sinne "die Zukunft vorhersagt". Sie arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und verfügbaren Daten und schätzt ein, welches Szenario zu einem bestimmten Zeitpunkt wahrscheinlicher ist. Selbst die fortschrittlichsten Modelle stützen sich auf historische und aktuelle Signale - technische, fundamentale und verhaltensbezogene - und können nicht alle möglichen Ereignisse berücksichtigen.
Aus diesem Grund bleibt der Markt anfällig für so genannte "schwarze Schwäne" - unerwartete Entwicklungen, die in keinem Algorithmus berücksichtigt werden können. Dazu können regulatorische Entscheidungen, umfangreiche Liquidationen, geopolitische Verschiebungen oder plötzliche Liquiditätsveränderungen gehören. Unter solchen Bedingungen bietet KI keine garantierten Prognosen, kann aber als nützliches Instrument zur Strukturierung des Marktes und für fundiertere Entscheidungen dienen.