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Alphabet hat seinen Quartalsbericht veröffentlicht, und die Ergebnisse lagen deutlich über den Erwartungen, insbesondere im Bereich KI. Die Aktien des Unternehmens legten sofort zu, als der Markt erkannte, dass sich die massiven Investitionen in Rechenzentren, Chips und Modelle allmählich in echtes Geld verwandeln. Aber kann Google im globalen KI-Wettlauf eine Führungsrolle übernehmen?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 109,9 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Prognosen von 107 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 81 % auf 62,6 Milliarden US-Dollar. Nach der Veröffentlichung des Berichts stieg die GOOGL-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 6–7 % und kletterte weiter nach oben.
Haupttreiber war Google Cloud, wo sich der Großteil der KI-Produkte des Unternehmens konzentriert. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 63 % auf rund 20 Milliarden US-Dollar. Das Management räumte offen ein, dass KI-Lösungen für Unternehmen erstmals zur Hauptnachfragequelle wurden. Der Auftragsbestand hat sich auf über 460 Milliarden US-Dollar fast verdoppelt – zukünftige Umsätze, die durch Verträge bereits gesichert sind.
Die Nachfrage ist so stark, dass Google kaum hinterherkommt. Laut Alphabet-CEO Sundar Pichai ist das Unternehmen „rechenleistungsbeschränkt“, was bedeutet, dass es noch mehr Umsatz generieren könnte, wenn es über genügend Rechenzentren und Chips verfügen würde, berichtet CNBC.
Noch vor wenigen Monaten reagierte der Markt negativ auf die Ausgaben von Alphabet: Die Aktien fielen um mehr als 7 %. Damals plante das Unternehmen, 175–185 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur zu investieren, darunter Server, Rechenzentren und eigene Chips. Nun wurde die Spanne auf 180–190 Milliarden US-Dollar angehoben, doch die Reaktion hat sich gewandelt: Die Cloud wächst, KI generiert Umsatz, und Investoren sehen, dass die Ausgaben zu Ergebnissen führen.
Anfang der 2020er Jahre lag der Fokus von Google noch auf einem ganz anderen Bereich. Das Unternehmen experimentierte über Google Cloud mit Blockchain, betrieb Knoten für verschiedene Netzwerke und ging Partnerschaften mit Krypto-Projekten wie Coinbase und Chainlink ein.
Gleichzeitig blieb Google gegenüber Kryptowährungen als Zahlungsmittel zurückhaltend. Es brachte keinen eigenen Token auf den Markt, integrierte Kryptowährungen nicht direkt in seine Verbraucherprodukte und baute kein eigenes Ökosystem dafür auf. Selbst als es seine Verbindungen zu Web3-Unternehmen ausbaute, blieb dies ein Dienstleistungsgeschäft – Cloud, Daten, Infrastruktur und Entwicklertools.
Doch bis Anfang 2026 hatte sich das Unternehmen weitgehend von Kryptowährungen abgewendet. Im März warnte Google Quantum AI, dass zukünftige Quantencomputer die von den meisten Blockchains verwendete Kryptografie knacken könnten. Nach seinen Schätzungen würden solche Angriffe weitaus weniger Ressourcen erfordern als bisher angenommen – weniger als 500.000 physikalische Qubits und nur wenige Minuten Rechenzeit.
Google hat seine Position klar dargelegt: Die Krypto-Branche muss ihre Sicherheit grundlegend überarbeiten, auf Post-Quanten-Kryptografie umsteigen und die Sicherheitslücken bei Wallets beheben. Dies scheint kein Markt zu sein, auf den das Unternehmen langfristig setzen möchte. Vor diesem Hintergrund wirkte KI weitaus praktischer. Im Gegensatz zu Kryptowährungen lässt sie sich direkt in bestehende Produkte integrieren – Suche, Werbung, Cloud, E-Mail und Browser.
Alphabet ist im KI-Wettlauf nicht allein. Auch Meta, Amazon und Microsoft haben ihre Ergebnisse vorgelegt. Alle investieren massiv in KI und den Aufbau von Infrastruktur, doch die Marktreaktion zeigt, dass Investoren beginnen, zwischen echten Ergebnissen und Versprechungen zu unterscheiden, berichtet Bloomberg.
Meta beispielsweise hob seine Prognose für die Investitionsausgaben auf 145 Milliarden Dollar an, doch seine Aktien fielen nach der Meldung um mehr als 6 %. Das Hauptproblem ist das Fehlen klarer Renditen: Das Unternehmen verfügt über kein Cloud-Geschäft, und seine KI-Produkte haben bislang noch keine vergleichbare Nutzerbindung oder Monetarisierung gezeigt. Selbst das Management räumt ein, dass es an einer präzisen Roadmap mangelt.
Amazon und Microsoft wirken stabiler, zeigen aber keinen Durchbruch. AWS wuchs um 28 % und entsprach damit den Erwartungen. Die Anleger reagierten zurückhaltend: solide Leistung, aber keine große positive Überraschung. Vor diesem Hintergrund stach Google hervor – das Unternehmen erhöhte nicht nur seine Ausgaben, sondern lieferte auch greifbare Ergebnisse.
Warum es funktioniert hat
KI stärkt bereits Googles Kernprodukte. In der Suche steigern KI-generierte Antworten die Nutzung, während im Werbebereich Algorithmen die Zielgenauigkeit und Kampagneneffizienz verbessern.
Im Cloud-Bereich ist der Wandel noch deutlicher: Unternehmen kaufen nicht mehr nur Server – sie kaufen komplette KI-Lösungen, einschließlich Modelltraining, Datenverarbeitung und Infrastruktur. Deshalb treibt die Nachfrage von Unternehmen das Wachstum an.
Google kontrolliert zudem den gesamten Stack. Das Unternehmen verfügt über eigene TPU-Chips, Rechenzentren, Gemini-Modelle und eine Cloud-Plattform. Nun beginnt es, diese Chips an Dritte zu verkaufen und dringt damit in einen Markt vor, der zuvor von Nvidia dominiert wurde.
Das ist es, was KI in Googles Geschichte von Kryptowährungen unterscheidet. Krypto blieb ein externer Markt – mit regulatorischen Risiken, Unsicherheiten und Infrastrukturexperimenten. KI hingegen wurde zu einer Technologie, die Google in fast alle seine Produkte integrieren kann. Deshalb reagiert der Markt nicht auf Hype, sondern auf ein klares Geschäftsmodell.