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Sam Altman und Elon Musk sind zwei Silicon-Valley-Giganten, deren Visionen für die Zukunft der künstlichen Intelligenz so drastisch voneinander abweichen, dass ihr Konflikt inzwischen einem persönlichen Rachefeldzug gleicht.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Im Jahr 2012 stellte Jeff Ralston, ein Partner bei Y Combinator, Altman und Musk einander vor. Beide Unternehmer waren vom Potenzial der künstlichen Intelligenz begeistert und träumten davon, ein sicheres System zu schaffen, das der Menschheit zugutekommen würde. Im Jahr 2015 schlug Altman die Idee eines "Manhattan-Projekts" für KI vor. Dies führte zur Gründung von OpenAI - einer gemeinnützigen Organisation, die einen offenen und transparenten Ansatz für die KI-Entwicklung versprach.
Anfänglich arbeiteten Musk und Altman zusammen. OpenAI gewann schnell an Schwung, zog talentierte Forscher an und sicherte sich finanzielle Unterstützung. Im Jahr 2017 wurde jedoch klar, dass die Entwicklung leistungsstarker KI enorme Rechenressourcen erfordert.
Laut E-Mails, die in einem OpenAI-Blogpost veröffentlicht wurden, waren sich Altman und Musk einig, dass das Unternehmen zu einem kommerziellen Modell übergehen müsse, um die Finanzierung der nächsten Phase zu sichern. Sie hatten jedoch grundlegend unterschiedliche Ansichten darüber, wie dies erreicht werden sollte.
Musk schlug vor, die Kontrolle über OpenAI zu übernehmen, Milliarden zu investieren und das Startup mit Tesla zu fusionieren, doch sein Angebot wurde abgelehnt. Frustriert verließ er 2018 das Unternehmen, zog die Finanzierung zurück und behauptete, OpenAI habe seine Ideale aufgegeben.
Nach Musks Ausscheiden änderte OpenAI seine Struktur und wurde zu einem kommerziellen Unternehmen. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, milliardenschwere Investitionen anzuziehen, darunter eine strategische Partnerschaft mit Microsoft. Altman rechtfertigte diesen Schritt als wesentlich für Wachstum und technologischen Fortschritt, während Musk ihn als Verrat an der ursprünglichen Mission von OpenAI betrachtete.
Ende 2022 veröffentlichte OpenAI ChatGPT und löste damit eine Revolution in der KI aus. Musk reagierte mit gemischten Gefühlen - zunächst lobte er die Technologie, später übte er scharfe Kritik an OpenAI und warf dem Unternehmen vor, Zensur zu betreiben und KI mit ideologischen Vorurteilen zu programmieren. Im Jahr 2023 gründete er xAI und stellte seinen Chatbot Grok vor, der als "uneingeschränkte Alternative" vermarktet wurde.
Seitdem sind ihre öffentlichen Auseinandersetzungen zu regelmäßigen Ereignissen geworden. Altman und Musk haben sich in den sozialen Medien häufig gegenseitig auf die Schippe genommen, aber die Rivalität erreichte im Februar 2025 ihren Höhepunkt, als Musk versuchte, OpenAI für 97,4 Milliarden Dollar zu übernehmen. Altman reagierte mit Sarkasmus und schlug vor, er könne Twitter für 9,74 Milliarden Dollar kaufen. Musk, der es nicht gewohnt ist, zurückgewiesen zu werden, nannte ihn einen "Betrüger" und beschuldigte ihn, das Geschäftsmodell von OpenAI zu manipulieren.
Im März 2024 verklagte Musk OpenAI und beschuldigte das Unternehmen, seine Gründungsvereinbarung, KI zum Nutzen der Menschheit zu entwickeln, zu verletzen und seine Open-Source-Prinzipien aufzugeben. Altman und sein Team wiesen die Vorwürfe zurück und argumentierten, dass die Kommerzialisierung für den weiteren technologischen Fortschritt notwendig sei. Einem Bundesrichter zufolge wird zumindest ein Teil des Falles wahrscheinlich im Februar 2025 vor Gericht verhandelt werden.
Die Situation wurde noch komplexer, als Altman Stargateankündigte - einegroß angelegte Initiative zum Aufbau leistungsfähiger Datenzentren für fortschrittliche KI-Modelle. Das Projekt wurde von der US-Regierung und den wichtigsten Investoren des Silicon Valley unterstützt.
Musk blieb skeptisch und meinte, dass OpenAI nicht über die nötigen finanziellen Mittel für ein so ehrgeiziges Projekt verfüge. Daraufhin lud Altman ihn ein, den ersten Stargate-Standort zu besuchen, der sich bereits im Bau befindet.
Der Konflikt zwischen Altman und Musk ist nicht nur eine persönliche Fehde, sondern ein Kampf zwischen zwei Visionen für die Zukunft der KI. OpenAI baut seinen Einfluss durch die Partnerschaft mit Microsoft weiter aus, während Musk danach strebt, ein konkurrierendes System mit maximaler Open-Source-Zugänglichkeit zu schaffen. Ihre Rivalität befeuert eine breitere globale Debatte darüber, wer die künstliche Intelligenz kontrollieren sollte.
Dieser technologische Krieg ist noch lange nicht vorbei. Wenn OpenAI seine Dominanz beibehält, könnte Musk zu aggressiveren Maßnahmen greifen, einschließlich Klagen und politischem Druck. Für welchen Weg sich Altman und Musk auch entscheiden, ihr Wettbewerb hat die Zukunft der KI bereits neu gestaltet - und das ist erst der Anfang.