Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Auf dem Stablecoin-Markt zeichnet sich ein neuer Trend ab: Omnichain-Modelle beginnen die traditionellen Multichain-Lösungen zu ersetzen. Die Nutzer müssen sich nicht mehr für ein Netzwerk entscheiden, auf Brücken warten oder Liquiditätsrisiken eingehen: Vermögenswerte werden auf jeder Blockchain zugänglich. Und die Kryptoindustrie hat davon Kenntnis genommen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht der Omnichain-Stablecoin USDT0, der Anfang 2025 von Everdawn Labs in Zusammenarbeit mit Tether eingeführt wurde. Seitdem hat das Netzwerk 50 Milliarden US-Dollar an kumulativen Überweisungen überschritten, wobei mehr als 20 % dieses Volumens allein im letzten Monat erzielt wurden. Dieses Tempo ist mehr als beeindruckend - es spiegelt eine echte und wachsende Nachfrage nach dem Omnichain-Liquiditätsmodell wider.
Heute läuft USDT0 auf 15 Blockchains, darunter Ethereum, Arbitrum, Ink, Sei, Solana, HyperLiquid, Conflux, Plasma und Bitcoin-basierte L2s wie Corn und Rootstock. Der Stablecoin bleibt eine On-Chain-Vertretung des klassischen USDT, was es ihm ermöglicht, in Netzwerken zu existieren, in denen Tether keine eigene Version herausgibt. Die Token werden direkt auf der Zielkette geprägt und sind 1:1 mit dem zugrunde liegenden Vermögenswert unterlegt.
Tether beschreibt dieses Modell als "monetäres Netz" und betont, dass die Omnichain-Architektur den Nutzern die Notwendigkeit nimmt, Netzwerke auszuwählen oder mit Brücken zu interagieren. Dieser Zugang zu Liquidität war der Hauptgrund für das Wachstum von USDT0. Vor dem Hintergrund von jährlichen Stablecoin-Transaktionen in Höhe von 27 Billionen US-Dollar und einer Marktkapitalisierung von über 300 Milliarden US-Dollar erscheint dieser Erfolg nur natürlich: Der Markt ist schon lange bereit für ein Modell, bei dem Stablecoins überall gleich funktionieren.
Um zu verstehen, warum das Omnichain-Modell so populär geworden ist, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wie die Branche früher funktionierte. Viele Jahre lang lebte der Kryptomarkt nach dem Prinzip "mehrere Netzwerke - mehrere Versionen desselben Tokens". Dies führte zum Aufkommen von Multichain- und Crosschain-Ansätzen.
Multichain bedeutet, dass ein Projekt separate Instanzen auf verschiedenen Blockchains bereitstellt und jede Version unabhängig existiert. Ein Stablecoin kann Verträge auf Ethereum, Solana oder Avalanche haben, aber die Liquidität wird zersplittert, und die Nutzer müssen Vermögenswerte manuell zwischen den Netzwerken verschieben.
Crosschain versucht, diese isolierten Umgebungen zu verbinden. Es entstanden Bridges und Wrapped Tokens: ein Token wird in einem Netzwerk gesperrt und eine "gespiegelte" Version in einem anderen geprägt. Dies ermöglichte die Bewegung von Vermögenswerten, brachte aber auch neue Risiken mit sich. Viele der größten Hacks der letzten Jahre waren mit Crosschain-Bridges verbunden - dem schwächsten und am stärksten überlasteten Glied dieser Architektur.
Omnichain verfolgt einen anderen Ansatz. Anstelle mehrerer Kopien eines Tokens gibt es eine einzige Version, die über viele Netzwerke hinweg zugänglich ist. Sein Zustand wird über eine einheitliche Kommunikationsschicht synchronisiert, und die Nutzer müssen sich keine Gedanken darüber machen, wo sich ihr Vermögenswert "befindet".
Das wachsende Interesse an Omnichain-Stablecoins ist nicht unbemerkt geblieben. Erst vor einer Woche trat ein weiterer großer Akteur in diese Nische ein - Paxos Labs, das seine eigene Omnichain-Version des digitalen Dollars namens USDG0 auf den Markt brachte. Im Wesentlichen hat das Unternehmen seinen regulierten USDG-Stablecoin in ein Format gebracht, das gleichzeitig in mehreren Netzwerken funktioniert und vollständig auf die neue Architektur abgestimmt ist.
USDG0 verwendet den gleichen LayerZero OFT-Standard wie USDT0 und löst das gleiche Problem: den digitalen Dollar auf Blockchains verfügbar zu machen, auf denen noch kein nativer USDG ausgegeben wird.
Paxos ging mit einem voll ausgestatteten Infrastruktur-Stack an den Start: Portale für Sofortüberweisungen, Tools für große Transaktionen und entwicklerfreundliche APIs. Laut Unternehmensvertretern soll USDG0 "die nächste Stufe in der Evolution des digitalen Dollars" werden, bei der sich Sicherheit, Transparenz und Interoperabilität gegenseitig verstärken, anstatt Gegensätze zu schaffen.
Die wachsende Popularität von USDT0 und die Einführung von USDG0 zeigen, dass die Omnichain-Architektur kein Experiment mehr ist - sie wird zum neuen Standard für Stablecoins. Die Branche ist bestrebt, einfacher und zugänglicher zu werden. Die Nutzer brauchen ein einheitliches Modell, das in jedem Netzwerk konsistent funktioniert - und omnichain bietet genau das.
Angesichts des rasanten Wachstums des Stablecoin-Marktes, dessen jährliches Volumen zweistellige Billionenbeträge erreicht, ist der Übergang zu dieser Architektur nur logisch. Das Marktverhalten bestätigt dies: erst Tether, jetzt Paxos - und dies werden sicherlich nicht die letzten Emittenten sein, die auf das Omnichain-Format umsteigen.
Die Nachfrage nach universellen digitalen Dollars wird weiter steigen und damit auch die Zahl der Projekte, die in allen Netzwerken gleichzeitig operieren wollen. Deshalb werden wir im Jahr 2026 mit ziemlicher Sicherheit neue Omnichain-Stablecoins, neue LayerZero OFT-Integrationen und einen wachsenden Wettbewerb um die Position des "universellen" digitalen Vermögenswerts erleben.