Prognose für den WTI-Rohölpreis: Anstieg auf 66 USD, da die Spannungen mit dem Iran die geopolitische Prämie wiederbeleben

Prognose für den WTI-Rohölpreis: Anstieg auf 66 USD, da die Spannungen mit dem Iran die geopolitische Prämie wiederbeleben
WTI-Rohöl springt wegen erneuter Spannungen im Nahen Osten über 66 $

Rohöl der Sorte WTI kletterte um 1,74 % auf 66,06 $ je Barrel und baute damit den Anstieg von mehr als 4 % aus, den stärksten Anstieg an einem Tag seit Ende Oktober. Die Erholung stellt eine deutliche Umkehrung der jüngsten Konsolidierung dar und unterstreicht, wie schnell geopolitische Risiken die Sorgen über ein Überangebot überlagern können.

Höhepunkte

  • WTI steigt um 1,74 % auf $ 66,06, nachdem der Preis in der vorangegangenen Sitzung um 4 % gestiegen war.
  • Der Preis bricht über die wichtigsten gleitenden Durchschnitte und signalisiert damit eine Aufwärtsdynamik.
  • Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran eskalieren und lassen die Angst vor einer Störung der Straße von Hormuz wieder aufleben.

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Die jüngsten Zuwächse kommen zustande, da sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärfen, was zu einer erneuten Risikoprämie auf den globalen Energiemärkten führt. Händler, die sich auf steigende Lagerbestände und Überschussprognosen konzentriert hatten, korrigieren nun ihre Positionen angesichts der Aussicht auf Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten.

Technischer Ausbruch verschiebt kurzfristiges Momentum

Aus charttechnischer Sicht hat Rohöl einen entscheidenden Ausbruch vollzogen. Die Preise sind über den 50-Tages-EMA bei 63,17 $, den 100-Tages-EMA bei 61,53 $, den 200-Tages-EMA bei 62,68 $ und den längeren 200-Tages-MA bei 61,25 $ gestiegen. Dieser Cluster, der wochenlang als Widerstand diente, liegt nun fest unter dem Markt.

USOIL-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Die Bollinger Bänder zeigen eine Mittellinie bei 63,44 $ und ein oberes Band bei 66,7 $, womit sich Rohöl in der Nähe des oberen Endes seiner jüngsten Spanne befindet. Die Erholung folgt auf einen Pullback in den Bereich zwischen $61 und $62 nach dem Anstieg im Februar von den Dezembertiefs bei $55 auf ein Hoch bei $67.

Die Momentum-Indikatoren haben nach oben gedreht, was den Stimmungsumschwung bestätigt. Unmittelbarer Widerstand liegt bei 66,70 $ und dann bei 67-$68 $, dem Höchststand vom Februar. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Niveaus könnte den Weg in Richtung 70 $ eröffnen. Auf der Abwärtsseite stellt der Bereich zwischen 63 und 64 $ jetzt eine erste Unterstützung dar, die bei 61 bis 62 $ noch stärker ist.

Geopolitische Risiken überschatten die Sorgen um die Lagerbestände

Der fundamentale Hintergrund hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Berichten zufolge könnten die US-Militärpläne in Bezug auf den Iran einen längeren Feldzug beinhalten, falls die Diplomatie scheitert. Israel hat sich öffentlich für härtere Maßnahmen ausgesprochen, während US-Beamte gewarnt haben, dass militärische Optionen auf dem Tisch bleiben.

Obwohl der Iran in den Gesprächen nach eigenen Angaben eine "allgemeine Einigung" über die Leitprinzipien erzielt hat, bleiben nach Angaben hochrangiger US-Beamter wichtige rote Linien ungelöst. Die Ungewissheit hat die Befürchtung erneuert, dass die Rohölströme durch die Straße von Hormuz, einen Korridor, über den etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen abgewickelt werden, unterbrochen werden könnten.

Die Lagerbestandsdaten boten eine bescheidene Beruhigung. Das American Petroleum Institute meldete für die vergangene Woche einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 0,61 Mio. Barrel, was im krassen Gegensatz zu dem Anstieg von 13,4 Mio. Barrel in der Vorwoche steht. Der Rückgang ist zwar gering, deutet aber darauf hin, dass sich der jüngste Anstieg der Lagerbestände abschwächen könnte.

Wie bereits erwähnt, hatte WTI zu Beginn des Jahres Mühe, sich über der 65 $-Marke zu halten, da die Prognosen über das Überangebot die Stimmung belasteten. Die jüngste Bewegung zeigt, wie schnell geopolitische Katalysatoren das Bild verändern können, zumindest kurzfristig.

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