WTI-Rohölpreisprognose: Konsolidierung bei 62 USD testet Ausbruch, da Diplomatie Risikoprämie dämpft

WTI-Rohölpreisprognose: Konsolidierung bei 62 USD testet Ausbruch, da Diplomatie Risikoprämie dämpft
WTI-Rohöl konsolidiert sich in der Nähe der wichtigen $62-Unterstützung

Rohöl der Sorte WTI wurde mit einem Plus von 0,31 % bei 62,48 $ pro Barrel gehandelt, wobei sich die Preise nach den jüngsten Verlusten in einer engen Spanne stabilisierten. Der Markt wägt zwischen zaghaften diplomatischen Fortschritten in wichtigen geopolitischen Krisenherden und anhaltenden Sorgen über ein Überangebot und eine steigende Produktion ab.

Höhepunkte

  • WTI wird in der Nähe von $62,48 gehandelt, nachdem die Preise über $66 gescheitert sind.
  • Die wichtigste Unterstützung liegt bei 61-62 $ inmitten einer dichten Ansammlung von gleitenden Durchschnitten.
  • Die diplomatischen Fortschritte mit dem Iran dämpfen die Risikoprämie, während die Angebotsrisiken steigen.

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Nach einem steilen Anstieg von den Tiefstständen im Dezember bei 55 $ bis zu den Höchstständen Anfang Februar bei etwa 67 $ hat Rohöl eine Phase des Zögerns durchlaufen. Die Händler warten nun auf neue Bestandsdaten und eine klarere geopolitische Ausrichtung, bevor sie sich auf den nächsten Schritt festlegen.

Technische Struktur testet Februar-Ausbruch

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich WTI knapp über einer kritischen Einmündungszone. Der 50-Tages-EMA bei 62,64 $, der 100-Tages-EMA bei 61,25 $, der 200-Tages-EMA bei 62,62 $ und der längere 200-Tages-MA bei 61,11 $ sind zwischen 61,50 $ und 62,75 $ eng zusammengedrückt. Dieses Cluster geht häufig einer entscheidenden Richtungsänderung voraus.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Die Bollinger Bänder zeigen das mittlere Band bei 63,05 $, das obere Band bei 66,20 $ und das untere Band bei 59,89 $, womit sich die aktuellen Preise in der unteren Mitte der jüngsten Spanne befinden. Die entscheidende Frage ist, ob der Ausbruch über eine langjährige Abwärtstrendlinie im Februar nachhaltig war oder ein falscher Ausbruch.

Ein fester Schlusskurs unter der 61 $-Marke würde einen bedeutenden technischen Rückschlag bedeuten und die 58-60 $-Marke gefährden. Umgekehrt würde ein Wiederanstieg in Richtung 64-65 $ darauf hindeuten, dass es sich bei dem Rückschlag um eine Konsolidierung im Rahmen eines breiteren Erholungstrends handelt.

Diplomatie und Angebot prägen die Fundamentaldaten

Auf der fundamentalen Seite herrscht vorsichtiger Optimismus aufgrund von Berichten, wonach der Iran und die USA eine vorläufige Einigung über Leitprinzipien zur Beilegung ihres Atomstreits erzielt haben. Auch wenn eine endgültige Einigung noch in weiter Ferne liegt, verringern selbst kleine Fortschritte das unmittelbare Risiko von Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormuz, durch die rund 20 % der weltweiten Ölströme fließen.

Zugleich bleiben die militärischen Signale bestehen. Der Iran hat vorübergehend Teile der Straße von Hormuz für Übungen gesperrt, und die USA unterhalten weiterhin zwei Flugzeugträgergruppen in der Region, was unterstreicht, dass die Spannungen trotz des diplomatischen Engagements weiterhin hoch sind.

Unabhängig davon werden die von den USA vermittelten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland fortgesetzt, obwohl die Erwartungen an einen schnellen Durchbruch begrenzt sind. Jeder greifbare Fortschritt in einem der beiden Bereiche würde wahrscheinlich eine zusätzliche geopolitische Risikoprämie von den Ölpreisen entfernen.

Unterdessen nimmt der Druck von der Angebotsseite zu. Das kasachische Tengis-Feld fährt seine Produktion nach der Aussetzung im Januar wieder hoch und fügt dem Markt, der bereits mit Überschussprognosen kämpft, weitere Barrel hinzu. Die jüngsten Bestandsaufstockungen haben neue Bedenken hinsichtlich der Nachfragestärke geweckt, so dass die anstehenden API- und EIA-Daten für die kurzfristige Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind.

Ausblick bleibt in einer Bandbreite

WTI steht vor einem entscheidenden Moment in der Nähe der Unterstützung bei 61-62 $, mit einem Widerstand bei 64-65 $. Die diplomatischen Entwicklungen könnten die geopolitischen Spannungen abschwächen, doch die steigende Produktion und die Sorge um die Lagerbestände begrenzen weiterhin die Aufwärtsdynamik.

Wie bereits erwähnt, hat der Ausbruch des Rohöls im Februar das technische Bild verändert, doch das Versäumnis, sich über der 65 $-Marke zu halten, hat die Debatte darüber, ob die Erholung von Dauer ist, wieder aufgeworfen. Solange kein entscheidender Katalysator auftaucht, werden sich die Preise wahrscheinlich weiterhin zwischen 60 und 65 $ einpendeln.

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