Halstenbek-Projekt von Greenreb droht zu kippen, 45-Millionen-Investition und 350 Jobs stehen auf dem Spiel

Halstenbek-Projekt von Greenreb droht zu kippen, 45-Millionen-Investition und 350 Jobs stehen auf dem Spiel
Greenreb-Projekt vor Aus

In Halstenbek am Rand von Hamburg gerät ein geplantes Großprojekt der Schweizer Firma Greenreb ins Stocken, wie aus Aussagen der Beteiligten gegenüber BILD hervorgeht. Eine Bürgerinitiative kündigt juristische Schritte an und begründet den Widerstand mit möglichen Folgen für Verkehr, Licht und geschützte Fledermäuse. Die Gemeinde verbindet mit dem Vorhaben zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, warnt aber zugleich vor den finanziellen Konsequenzen eines Scheiterns.

Höhepunkte

  • Greenreb plant eine 45-Millionen-Euro-Investition für eine Golf-Event-Anlage mit Hotel in Halstenbek, mindestens 350 neue Arbeitsplätze stehen im Raum.
  • Widerstand einer Bürgerinitiative und angekündigte Klagen könnten das Projekt um mindestens fünf Jahre verzögern und belasten Greenreb mit zusätzlichen Gutachtenkosten sowie möglicher Standortverlagerung.
  • Bei Rückzug von Greenreb droht Halstenbek der Verlust potenzieller Gewerbesteuereinnahmen und der Gemeinde ein Sparkurs, der Bürgerleistungen einschränken könnte.

Streit um Genehmigung und Gutachten

Der Investor Greenreb will auf einem seit Jahrzehnten brachliegenden Grundstück eine Golf-Event-Anlage errichten und dafür nach eigenen Angaben rund 45 Millionen Euro investieren. Geplant sind zudem ein Hotel und mindestens 350 neue Arbeitsplätze, die aus Sicht der Gemeinde auch höhere Gewerbesteuereinnahmen bringen könnten. Nachdem es zunächst nach einem reibungslosen Verlauf aussah, hat eine Bürgerinitiative nun erbitterten Widerstand angekündigt. Als Wortführer nennt der Bericht den Juristen Prof. Jens Prütting, der gegenüber BILD ankündigt, jede mögliche Klage einzureichen und das Projekt damit um mindestens fünf Jahre verzögern zu wollen.

Positionen von Gemeinde und Investor

Bürgermeister Jan Krohn bezeichnet die geplante dreistöckige Golfabschlags-Anlage laut BILD als „absoluten Gewinn“, zeigt sich aber zugleich bereit, die Einwände prüfen zu lassen. Die Gemeinde habe beschlossen, mehrere Gutachten erstellen zu lassen, die Greenreb bezahlen müsse; Ergebnisse würden voraussichtlich rund ein Jahr dauern. Greenreb-Chef David Speiser weist die Fledermaus-Bedenken in dem Bericht zurück und erklärt gegenüber BILD, die Anlagen seien für Fledermäuse ungefährlich. Gleichzeitig warnt das Unternehmen, dass langer Verzug hohe Kosten verursache und am Ende abschrecken könne, im Zweifel müsse man „repriorisieren“ und den Standort wechseln.

Finanzielle Risiken für Halstenbek

Aus Sicht der Gemeinde steht mit dem Vorhaben ein mögliches Einnahmenfenster im Raum, das sich bei einem Rückzug des Investors wieder schließen könnte. Bürgermeister Krohn macht in dem Bericht deutlich, dass Halstenbek dann neu bewerten müsse, wie die Kommune finanziell zurechtkommt. Im Artikel wird als Konsequenz ein verschärfter Sparkurs beschrieben, der vor allem Leistungen für Bürger betreffen könnte. Zugleich fordert die Bürgerinitiative statt eines Gewerbeprojekts demnach ein neues Wohngebiet mit Kita, was die Debatte zusätzlich politisch auflädt.

Wir berichteten zuvor über das neue Tariftreuegesetz, das nach dem Bundestagsbeschluss vor der Umsetzung steht. Im Mittelpunkt standen die Kritik von Gesamtmetall an zusätzlicher Bürokratie bei öffentlichen Aufträgen sowie Warnungen vor Wettbewerbsnachteilen und Jobrisiken, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen.

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