Tankstellen-Interessenverband warnt vor Spritpreisschub in Deutschland

Tankstellen-Interessenverband warnt vor Spritpreisschub in Deutschland
Warnung vor Preisschub

Auslöser der Debatte sind starke Schwankungen beim Ölpreis infolge des Kriegs im Iran, die nach Einschätzung von Tankstellenvertretern kurzfristig an den Zapfsäulen durchschlagen könnten. In einem Interview mit der Rheinischen Post warnte der Tankstellen-Interessenverband (TIV), Mineralölkonzerne könnten Kostensteigerungen umgehend weiterreichen und darüber hinaus zusätzliche Aufschläge durchsetzen.

Höhepunkte

  • Der Tankstellen-Interessenverband warnt vor möglichen Spritpreisen von 2,50 Euro pro Liter oder mehr durch Aufschläge von Mineralölkonzernen.
  • Hohe Spritpreise belasten Tankstellenpächter, die weiterhin nur ein bis zwei Cent Provision pro Liter erhalten, während Shop-Umsätze etwa 60 Prozent der Einnahmen ausmachen.
  • Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lässt Preissprünge infolge des Iran-Kriegs vom Bundeskartellamt prüfen und der TIV fordert Preisregeln nach österreichischem Modell.

Preisdruck durch Ölmarkt und Aufschläge

Der TIV befürchtet, dass laut einem Bericht von BILD die Mineralölkonzerne die Spritpreise in Deutschland stärker anheben könnten, als es die gestiegenen Beschaffungskosten rechtfertigen würden. Verbandssprecher Herbert Rabl sagte, die Konzerne testeten, „was auf dem deutschen Markt geht“. Er hält Preisniveaus von 2,50 Euro pro Liter und sogar darüber hinaus für möglich. Gleichzeitig wirft der Verband den Unternehmen vor, auf kriegsbedingt höhere Preise nochmals „zwei bis drei Prozent“ aufzuschlagen.

Belastung für Pächter und Shop-Geschäft

Nach Darstellung des Verbands trifft die Preisentwicklung nicht nur Autofahrer, sondern auch Tankstellenpächter und -eigentümer. Diese würden an höheren Margen nicht beteiligt, müssten aber den Ärger der Kundschaft auffangen und erhielten lediglich ein oder zwei Cent Provision je verkauftem Liter. Zudem könnten hohe Preise die Stimmung an der Station verschlechtern und damit das Shop-Geschäft belasten. Laut Rabl machen die Shop-Umsätze rund 60 Prozent der Einnahmen aus.

Politische Reaktion und Forderung nach Preisregeln

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte in der vergangenen Woche eine Prüfung durch das Bundeskartellamt zu Preissprüngen infolge des Iran-Kriegs angekündigt. In einem Podcast von Table.Briefings sagte sie, es werde geprüft, ob die Situation ausgenutzt werde. Der TIV plädiert für staatliche Vorgaben nach österreichischem Vorbild, bei denen Konzerne Preise nur einmal täglich erhöhen dürfen und danach nur noch senken können. Als Vergleich nennt der Verband Österreich mit aktuell etwa 1,70 Euro pro Liter, während in Deutschland am Dienstagmorgen Benzin verbreitet um 2 Euro lag und Diesel zwischen 1,89 Euro und 2,15 Euro.

Wir berichteten zuvor über die Überlegungen der Bundesregierung, mit kartellrechtlichen Prüfungen und einer möglichen Freigabe strategischer Ölreserven auf steigende Kraftstoffpreise zu reagieren. Im Mittelpunkt standen zudem schnell umsetzbare Preisregeln nach österreichischem Vorbild, um die Preisdynamik an den Zapfsäulen zu begrenzen, sowie der politische Druck auf Mineralölkonzerne wegen möglicher Gewinnmaximierung.

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