Brandstätter Group vermietet Dietenhofen-Areal nach Produktionsaus

Brandstätter Group vermietet Dietenhofen-Areal nach Produktionsaus
Dietenhofen-Areal neu vermietet

Nach Angaben der Brandstätter Group endet am 30. Juni die Playmobil-Produktion im bayerischen Dietenhofen, womit 350 Stellen wegfallen. Parallel kommen ab 1. Juli große Teile des Standorts auf den Markt, darunter Produktions- und Logistikflächen auf einem Industrie-Campus mit 90.000 Quadratmetern. Der Schritt steht im Zusammenhang mit der laufenden Verlagerung der Fertigung und dem Konzernumbau nach rückläufigen Umsätzen.

Höhepunkte

  • Brandstätter Group vermietet das 167.000 Quadratmeter große Dietenhofen-Werksgelände ab 1. Juli als Industrie-Campus mit Hallenteilen ab 2.500 Quadratmetern.
  • Mit Einstellung der Playmobil-Produktion nach 57 Jahren verlieren 350 Beschäftigte in Bayern ihre Arbeitsplätze; Produktion wird vor allem nach Malta und Tschechien verlagert.
  • Der Konzernumsatz der Horst Brandstätter Group fiel im Geschäftsjahr 2023/24 von 736 Millionen auf 490 Millionen Euro, Playmobil-Umsatz sank von 614 Millionen auf 381 Millionen Euro.

Vermietung startet mit Ende der Fertigung

Das Werksgelände in Dietenhofen wird auf einer Immobilien-Plattform als Industrie-Campus angeboten. Verfügbar sind die Flächen ab 1. Juli, direkt nach dem Ende der Spielzeugproduktion an dem Standort. Die Hallen sind laut Angebot teilbar, mit Zuschnitten ab 2.500 Quadratmetern.

Zum Angebot gehören Produktionshallen, Logistikzonen, Büro- und Sozialflächen sowie ein Hochregallager mit 100.000 Palettenstellplätzen. Auch die Silo-Infrastruktur, in der bisher Kunststoffgranulat gelagert wird, ist Teil der Immobilie. Als künftige Nutzungen werden industrielle Fertigung, Logistik, E-Commerce und Lager genannt; zudem ist auch ein Rechenzentrum im Gespräch.

Das gesamte Grundstück umfasst 167.000 Quadratmeter und zählt damit zu den größeren Industriearealen in der Region. Die Brandstätter Group will den Standort allerdings nicht vollständig aufgeben. Nach Unternehmensangaben soll die Produktion von Blumentöpfen der Marke Lechuza dort weiterlaufen.

Verlagerung trifft 350 Beschäftigte in Bayern

Von der Produktionsverlagerung in Dietenhofen sind nach Bestätigung des Unternehmens alle dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Damit verlieren 350 Menschen ihre Arbeitsplätze. Für den Standort endet damit nach 57 Jahren die Herstellung von Playmobil.

Die zentrale Produktion und Montage liegt inzwischen vor allem im Werk Hal Far auf Malta, das seit den 1970er Jahren besteht. Eine weitere wichtige Produktionsstätte für Spielzeug betreibt das Unternehmen im tschechischen Cheb. Unverändert bestehen bleiben laut Bericht der Logistikstandort Herrieden und die Hauptverwaltung in Zirndorf.

Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben rund 2.500 Mitarbeiter. Für Bayern markiert die Schließung einen tiefen Einschnitt, weil Playmobil über Jahrzehnte als Beispiel für industrielle Spielwarenfertigung in Deutschland gilt. Der Schritt verdeutlicht zugleich, wie stark sich Produktionsnetzwerke in der Branche international verlagern.

Umsatzrückgang erhöht den Restrukturierungsdruck

Die Standortentscheidung fällt in eine längere Krise der Marke Playmobil. Im Geschäftsjahr 2022/23 schreibt das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte Verlust. Im vergangenen Jahr tritt zudem der komplette Betriebsrat von Playmobil zurück.

Im Geschäftsjahr 2023/24 sinkt der Konzernumsatz der Horst Brandstätter Group von 736 Millionen auf rund 490 Millionen Euro. Besonders stark trifft es die Kernmarke Playmobil, deren Umsatz von rund 614 Millionen auf 381 Millionen Euro zurückgeht. Das Unternehmen begründet den Umbau mit schwacher Konjunktur, hoher Inflation, steigenden Lohn-, Transport- und Energiekosten sowie spürbarer Konsumzurückhaltung.

Der Rückgang hebt den Druck auf Kostenbasis und Produktionsstruktur des Herstellers. Zugleich zeigt der Verweis auf wachsende Erlöse des dänischen Wettbewerbers Lego, dass die Marktschwäche nicht den gesamten Spielwarensektor gleichermaßen trifft. Für die Brandstätter Group rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich die Marke operativ und vertrieblich neu aufstellen lässt.

Wir hatten zuvor über die anhaltende Schwäche der Henkel-Vorzugsaktie berichtet, die unter wichtigen gleitenden Durchschnitten notierte und damit weiteren Verkaufsdruck signalisierte. In unserem Beitrag standen zudem Zweifel an der Olaplex-Integration sowie ein begrenzter Erholungsspielraum mit einer erwarteten Handelsspanne im Fokus.

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