Destatis-Daten zeigen hohe Wohnkostenlast für Studierendenhaushalte in Deutschland
Steigende Wohnkosten belasten Studierende in Deutschland besonders stark, wenn sie einen eigenen Haushalt führen. Nach den Endergebnissen der EU-SILC-Erhebung 2025 wenden diese Haushalte im Schnitt 54 % ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen auf und liegen damit deutlich über dem Wert der Gesamtbevölkerung.
Höhepunkte
- Studierende mit eigener Haushaltsführung wenden im Mittel 56 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten auf, verglichen mit 24 % der Gesamtbevölkerung.
- Im Jahr 2023 galten 65 % der Studierendenhaushalte als durch Wohnkosten überbelastet, während dieser Anteil bei der Gesamtbevölkerung nur 11 % betrug.
- Die Hälfte der Studierenden mit eigener Haushaltsführung verfügte zuletzt über ein Nettoäquivalenzeinkommen von weniger als 963 Euro pro Monat, davon stammen durchschnittlich 45 % aus Erwerbstätigkeit.
EU-SILC-Daten zu Wohnkosten und Einkommen
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, geben Studierende mit eigener Haushaltsführung im Durchschnitt mehr als doppelt so viel ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus wie die Gesamtbevölkerung, bei der der Anteil 24 % beträgt.Alleinlebende Studierende tragen mit 56 % eine noch höhere Belastung als Studierende, die ausschließlich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden zusammenleben, bei denen der Anteil bei 49 % liegt. Für Studierende insgesamt, unabhängig von ihrer Wohnform, beträgt die Wohnkostenquote 32 % und liegt damit ebenfalls über dem Bevölkerungsdurchschnitt.
Nach der Definition der europäischen Statistikbehörde Eurostat gelten Haushalte als durch Wohnkosten überbelastet, wenn nach Abzug wohnungsbezogener Transferleistungen mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufgewendet werden. Im vergangenen Jahr traf das in Deutschland auf 65 % der Studierenden mit eigener Haushaltsführung zu, bei alleinlebenden Studierenden lag der Anteil bei 66 %, während er für alle Studierenden zusammen 28 % und für die Gesamtbevölkerung 11 % erreichte.
Die Hälfte der Studierenden mit eigener Haushaltsführung verfügte zuletzt über ein Nettoäquivalenzeinkommen von weniger als 963 Euro pro Monat. Destatis verweist damit auf die geringe Einkommensbasis vieler Studierender in einer Lebensphase, die stark von Ausbildungsausgaben und begrenzter finanzieller Leistungsfähigkeit geprägt ist.
Einkommensquellen und Bedeutung für den Bildungsstandort
Ein großer Teil der Einnahmen stammt aus eigener Erwerbstätigkeit. Bei Studierenden mit eigener Haushaltsführung kommen im Schnitt 45 % der Einkünfte aus Erwerbseinkommen, 29 % aus privater Unterstützung wie Unterhaltszahlungen von Angehörigen, 14 % aus BAföG-Leistungen oder Stipendien und 12 % aus sonstigen Einkünften wie Kindergeld oder Hinterbliebenenrente.Für Studierende insgesamt liegt der Anteil des Erwerbseinkommens bei 43 %. Weitere 15 % entfallen auf private Unterstützung, 12 % auf BAföG und andere Beihilfen sowie 29 % auf sonstige Einkünfte.
Die Zahlen unterstreichen den finanziellen Druck auf den Hochschulstandort Deutschland, weil hohe Wohnkosten einen überproportionalen Teil der verfügbaren Mittel binden. Die Ergebnisse stammen aus der seit 2020 als Unterstichprobe in den Mikrozensus integrierten europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen, EU-SILC, und bilden für 2025 die amtlichen Endergebnisse ab.
In unserem früheren Artikel zur vorsichtigen Stabilisierung der deutschen Wirtschaft zur Jahresmitte haben wir beschrieben, wie sinkende Ölpreise und fiskalische Impulse die Konjunktur stützen, während geopolitische Risiken die Aussichten unsicher halten. Zudem wurde auf die rückläufige Inflationsrate und die weiterhin spürbaren Belastungen für Haushalte durch Energie- und Rohstoffpreise hingewiesen.
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