Lufthansa streicht bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge wegen hoher Kerosinkosten

Lufthansa streicht bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge wegen hoher Kerosinkosten
Lufthansa kürzt Kurzflüge stark

Der Lufthansa-Konzern baut sein Kurzstreckenangebot bis Oktober deutlich zurück und nimmt dabei rund 20.000 Flüge aus dem Programm. Die Kürzungen stehen im Zusammenhang mit stark gestiegenen Treibstoffkosten und einer Neuausrichtung des Netzes auf die großen europäischen Drehkreuze.

Höhepunkte

  • Lufthansa streicht bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge und nimmt insbesondere nach dem Kerosinpreisanstieg unrentable Verbindungen aus dem Flugplan.
  • Der Konzern erwartet durch die Kürzungen eine Einsparung von rund 40.000 Tonnen Kerosin und fokussiert das Streckennetz auf sechs zentrale Drehkreuze.
  • Seit Montag werden täglich 120 Flüge gestrichen, Passagiere informiert und zehn innerkonzernliche Routen auf andere Flughäfen verlagert; Detailpläne zur Streckenstruktur folgen bis Anfang Mai.

Kürzungen im Kurzstreckennetz bis Oktober

Laut Lufthansa werden mit dem angekündigten Aus der Regionaltochter Cityline bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen. Der Konzern erklärte in Frankfurt, dass vor allem unwirtschaftliche Verbindungen aus dem Flugplan genommen werden sollen, nachdem sich der Kerosinpreis seit Beginn des Iran-Krieges nach Unternehmensangaben verdoppelt hat.

Mit den Anpassungen will Lufthansa nach eigenen Angaben rund 40.000 Tonnen Kerosin einsparen. Zugleich richtet der Konzern sein Streckennetz stärker auf die sechs Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom aus, über die Passagiere weiter an das weltweite Netz angebunden bleiben sollen.

Folgen für Passagiere und weitere Planung

Die ersten Auswirkungen sind bereits sichtbar: Nach Angaben des Unternehmens werden seit Montag täglich 120 Flüge gestrichen, betroffen sind Verbindungen bis Ende Mai. Die Passagiere seien informiert worden.

Vorübergehend entfallen demnach unter anderem Flüge von Frankfurt nach Bydgoszcz und Rzeszow in Polen sowie nach Stavanger in Norwegen. Zudem verlagert Lufthansa zehn innerkonzernliche Verbindungen auf andere Flughäfen, darunter Heringsdorf, Cork, Danzig, Ljubljana, Rijeka, Sibiu, Stuttgart, Trondheim, Tivat und Breslau.

Für die mittelfristige Planung überarbeitet der Konzern die gesamte Streckenstruktur. Einzelheiten dazu sollen Ende April oder Anfang Mai vorgestellt werden, während Lufthansa für den Sommerflugplan mit einer weitgehend stabilen Treibstoffversorgung rechnet.

In unserem früheren Beitrag zur drohenden Kerosinknappheit in Europa haben wir erläutert, wie der Konflikt im Nahen Osten und die Blockade wichtiger Handelsrouten die Treibstoffversorgung der Luftfahrt vor der Sommersaison unter Druck setzen könnten. Im Fokus standen mögliche Krisenmaßnahmen wie die Freigabe nationaler und europäischer Kerosinreserven sowie die absehbaren Folgen für Airlines und Passagiere – bis hin zu Flugstreichungen und Fragen rund um Entschädigungen.

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