IG Metall drängt auf Produktionsbindung für Verkäufe in Deutschland und Europa

IG Metall drängt auf Produktionsbindung für Verkäufe in Deutschland und Europa
IG Metall fordert Bindung

Die deutsche Metallindustrie steht weiter unter Druck, während Unternehmen ihre Fertigung zunehmend ins Ausland verlagern und in Deutschland im Schnitt monatlich mehr als 10.000 Stellen streichen. IG-Metall-Chefin Christiane Benner verlangt deshalb mehr Investitionen in Forschung, Standortgarantien und politische Maßnahmen zur Stärkung der industriellen Wertschöpfung vor Ort.

Höhepunkte

  • IG Metall fordert, dass Unternehmen Waren für den deutschen und europäischen Markt künftig auch in Deutschland oder Europa produzieren, um industrielle Wertschöpfung zu sichern.
  • Stellantis plant den Abbau von 650 Ingenieursstellen in der Forschungsabteilung von Opel in Rüsselsheim, während IG Metall vor weiterem Arbeitsplatzverlust warnt.
  • Christiane Benner fordert gezielte staatliche Förderung für Forschung, Elektromobilität und Infrastruktur, kritisiert Defizite bei Ladeinfrastruktur und Batterieproduktion sowie hohe Energiepreise.

Forderungen zu Produktion, Forschung und Standorten

Wie BILD berichtet, fordert Christiane Benner als Erste Vorsitzende der IG Metall, Unternehmen sollten Waren für den deutschen und europäischen Markt auch in Deutschland oder Europa produzieren. Sie begründet das mit dem Verlust von industrieller Wertschöpfung sowie mit dem Abbau von Arbeitsplätzen, Forschung und Entwicklung an heimischen Standorten.

Benner warnt, dass gerade in forschungsintensiven Bereichen ein erheblicher Aderlass stattfindet, während Länder wie China Hightech-Arbeitsplätze ausbauen. Als jüngstes Beispiel nennt sie die Ankündigung von Stellantis, 650 Ingenieursstellen in der Forschungsabteilung von Opel in Rüsselsheim abzubauen.

Mit Blick auf Digitalisierung, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz drängt die Gewerkschaftschefin auf höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung. Produktion und Entwicklung in deutschen Werken müssten nach ihrer Ansicht Beschäftigung langfristig sichern und damit auch die industrielle Basis des Landes erhalten.

Politische Rahmenbedingungen und Streit um Entlastungsprämie

Von der Politik verlangt Benner bessere Rahmenbedingungen für die Industrie, insbesondere bei der Elektromobilität. Die Förderung beim E-Auto-Kauf mit sozialer Staffelung bewertet sie als sinnvoll, sieht aber Defizite bei der Ladeinfrastruktur, bei bezahlbarem Ladestrom, bei hohen Energiepreisen und bei der Förderung der Batterieproduktion.

Nach ihrer Einschätzung kann die Industrie mit einem planvollen Vorgehen und verlässlichen Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig bleiben und weiterentwickelt werden. Damit verbindet sie die Erwartung, dass industrielle Kerntätigkeiten und technologische Kompetenzen in Deutschland gehalten werden.

Zur steuerfreien Entlastungsprämie von 1.000 Euro äußert sich Benner zurückhaltend. Sie bezeichnet die Zahlung als Strohfeuer und sagt, die IG Metall habe diese Prämie nicht gefordert, zugleich wolle die Gewerkschaft sie dort durchsetzen, wo Unternehmen sie gewähren können, weil viele Beschäftigte Entlastung brauchten.

In unserem früheren Artikel zum CDU/CSU-Steuerreformmodell von Yannick Bury und Florian Dorn ging es um den „Mehr-Netto“-Vorstoß, der Beschäftigte über Entlastungen bei der Einkommensteuer und Unternehmen über geringere Belastungen stärken soll. Als zentrale Gegenfinanzierung stand ein Abbau von Bundesförderprogrammen und Subventionen im Fokus, verbunden mit der Debatte über Staatsausgaben, Wettbewerbsfähigkeit und den Druck durch schwaches Wachstum. Damit ordnet sich der Vorschlag in die breitere Diskussion ein, wie Politik und Unternehmen den Standort Deutschland attraktiver halten können.

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