Naturgut Köllnitz meldet Insolvenz an, Käufer für Traditionsbetrieb in Brandenburg gesucht
Der Fischerei- und Gastronomiebetrieb Naturgut Köllnitz in Storkow steckt nach eigenen Angaben in einer finanziellen Schieflage und hat im März Insolvenz beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) beantragt. Von dem Verfahren sind 19 Beschäftigte betroffen, während der Betrieb mit Fischerei, Restaurant, Räucherei, Hofladen und Hotel zunächst weiterläuft.
Höhepunkte
- Das Insolvenzverfahren von Naturgut Köllnitz wird am Donnerstag eröffnet, Rechtsanwalt Jörg Wenzel ist als vorläufiger Verwalter bestellt.
- Mehrere potenzielle Investoren führen Übernahmegespräche, der Geschäftsbetrieb einschließlich Veranstaltungen wird zur Arbeitsplatzsicherung fortgeführt.
- Corona-Folgen sowie gestiegene Lebensmittel- und Energiekosten führten zu wirtschaftlichen Problemen, die auch andere Traditionsunternehmen der Branche betreffen.
Verfahrensstart und Suche nach Investoren
Wie zuerst die Märkische Oderzeitung berichtete, soll das Insolvenzverfahren am Donnerstag eröffnet werden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jörg Wenzel bestellt, der für den Fortgang des traditionsreichen Standorts am Großen Schauener See verantwortlich ist.Nach seinen Angaben gibt es bereits mehrere potenzielle Interessenten, die Gespräche über eine Übernahme laufen. Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt, auch geplante Veranstaltungen sollen stattfinden, während das zentrale Ziel im Erhalt der Arbeitsplätze liegt.
Das Unternehmen verarbeitet am Standort unter anderem Aale, Zander, Hechte und Karpfen oder räuchert sie über Buchen- und Erlenspänen. Zum Naturgut Köllnitz gehören neben der Fischerei auch ein Restaurant, eine Räucherei, ein Hofladen und ein Hotel mit neun Doppelzimmern.
Kostendruck belastet Lebensmittelbetriebe
Als Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme nennt der vorläufige Insolvenzverwalter die Folgen der Corona-Pandemie sowie die hohen Kosten für Lebensmittel und Energie. Zugleich verweist er auf die hohe Einsatzbereitschaft der Belegschaft und auf das Fachwissen im Betrieb, das für einen möglichen Käufer ein wichtiger Faktor sein dürfte.Der Fall fügt sich in eine breitere Belastung der Lebensmittelbranche ein. Gestiegene Kosten, zurückhaltende Verbraucher und wachsender Spardruck setzen nach dem Bericht auch andere Traditionsunternehmen unter Druck, darunter zuletzt die Bäckereikette Keim & Brecht aus dem Landkreis Biberach sowie die Hamburger Fleischerei Beisser Gebrüder GmbH.
In unserem früheren Beitrag zur Insolvenzmeldung des Naturgut Köllnitz haben wir berichtet, dass der Traditionsbetrieb am Großen Schauener See trotz finanzieller Schieflage zunächst weitergeführt wird und ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. Außerdem ging es um erste Gespräche mit potenziellen Investoren und das Ziel, möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten – vor dem Hintergrund stark gestiegener Energie- und Lebensmittelkosten sowie der Nachwirkungen der Corona-Pandemie.
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