Destatis-Daten zeigen Gesundheitsprobleme als wichtigsten Auslöser von Überschuldung in Deutschland

Destatis-Daten zeigen Gesundheitsprobleme als wichtigsten Auslöser von Überschuldung in Deutschland
Gesundheit als Hauptursache

Menschen, die 2025 eine Schuldnerberatungsstelle in Deutschland aufsuchen, nennen gesundheitliche Krisen am häufigsten als Hauptgrund für ihre Überschuldung. Auf Erkrankung, Sucht oder Unfall entfallen 18 % der Fälle, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 %.

Höhepunkte

  • Im Jahr 2025 liegt die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen laut Destatis bei 34 650 Euro, wobei Männer mit 39 717 Euro mehr Schulden haben als Frauen mit 29 500 Euro.
  • Gesundheitsprobleme sind bei etwa 24 % der alleinlebenden Ratsuchenden der Hauptauslöser der Überschuldung, wobei Einpersonenhaushalte knapp 52 % der Beratungsklientel stellen.
  • Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden hat im Jahr 2025 offene Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand, während 47 % bei Telekommunikationsunternehmen und 37 % bei Kreditinstituten verschuldet sind.

Ursachen, Schuldenhöhe und Haushaltsstruktur 2025

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, basieren die Ergebnisse auf der Überschuldungsstatistik 2025 und den Angaben von 738 der insgesamt etwa 1 360 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu rund 187 000 beratenen Personen. Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen liegt bei 34 650 Euro, wobei Männer mit 39 717 Euro deutlich höhere durchschnittliche Verbindlichkeiten aufweisen als Frauen mit 29 500 Euro.

Einpersonenhaushalte bilden 2025 mit knapp 52 % die größte Gruppe unter den Ratsuchenden. Bei rund 24 % dieser alleinlebenden Personen sind gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser der Überschuldung, während sich ihre durchschnittlichen Verbindlichkeiten auf 32 155 Euro belaufen. Auch hier zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern, denn alleinlebende Männer kommen im Schnitt auf 35 293 Euro, alleinlebende Frauen auf 27 629 Euro.

Bei Alleinerziehenden spielen familiäre Veränderungen eine besonders große Rolle. Für alleinerziehende Frauen ist in rund 23 % der Fälle eine Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung, bei alleinerziehenden Männern liegt dieser Anteil ebenfalls bei etwa 23 %. Die durchschnittliche Schuldenhöhe beträgt bei alleinerziehenden Müttern 34 386 Euro, bei alleinerziehenden Vätern 46 219 Euro.

Belastung durch mehrere Gläubiger und begrenzte Aussagekraft

Die Verbindlichkeiten der Ratsuchenden bestehen häufig gleichzeitig gegenüber mehreren Gläubigern. Am häufigsten gibt es Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand, etwa bei Finanzämtern, Trägern der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie der Bundesagentur für Arbeit und ihren Jobcentern; mehr als die Hälfte der beratenen Personen, rund 57 %, hat dort 2025 offene Forderungen.

Ebenfalls weit verbreitet sind Schulden bei Telekommunikationsunternehmen mit etwa 47 % der Fälle. Ratenkredite bei Kreditinstituten betreffen rund 37 % der Ratsuchenden, während knapp 29 % offene Rechnungen im Online- und Versandhandel aufweisen.

Destatis weist zugleich darauf hin, dass die hochgerechneten Ergebnisse keine Rückschlüsse auf die Gesamtzahl aller überschuldeten Personen oder Haushalte in Deutschland erlauben. Nicht alle Betroffenen suchen eine Beratung auf oder werden von den teilnehmenden Stellen erfasst.

In unserem früheren Artikel zur vorsichtigen Stabilisierung der deutschen Wirtschaft zur Jahresmitte haben wir erläutert, dass sinkende Ölpreise und fiskalische Impulse die Stimmung stützen, während geopolitische Risiken und Lieferengpässe die Aussichten weiter belasten. Zudem wurde die nachlassende Inflation (2,3 % im Juni) eingeordnet, gleichzeitig aber auf den anhaltenden Druck durch steigende Unternehmensinsolvenzen hingewiesen.

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