Microsoft bleibt anfällig, doch Kursrückgänge könnten Käufer anziehen

Microsoft bleibt anfällig, doch Kursrückgänge könnten Käufer anziehen
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Der Ergebnisbericht von Microsoft für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 bestätigte anhaltend hohe Wachstumsraten: Der Umsatz erreichte 82,9 Milliarden US-Dollar (+18 % im Jahresvergleich), wobei Azure ein beschleunigtes Wachstum von 40 % verzeichnete. Obwohl die Erwartungen hinsichtlich des Gewinns je Aktie (4,27 US-Dollar) deutlich übertroffen wurden, fiel die Reaktion des Marktes verhalten aus. Der Hauptgrund war die Bestätigung massiver Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von insgesamt 190 Milliarden US-Dollar für das Kalenderjahr 2026 zum Ausbau der KI-Infrastruktur, was bei den Anlegern Bedenken hinsichtlich der Amortisationsfristen und des Drucks auf die operativen Margen weckte.

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Der Markt hat seine Herangehensweise an die Bewertung von Big-Tech-Unternehmen grundlegend geändert: Früher wurde jedes Umsatzwachstum mit Optimismus aufgenommen, doch nun sind Investoren äußerst wählerisch und verlangen den Nachweis hoher Rentabilität bei KI-Initiativen. Während Azure nach wie vor der „Goldstandard“ bei Cloud-Lösungen ist, belasten steigende Kosten für Infrastruktur und Komponenten (einschließlich spezialisierter Hardware) inmitten des sich verschärfenden Wettbewerbs durch Google und Amazon die Aktie. Microsoft wird als „Wertpapier unter Erwartungsdruck“ angesehen, bei dem das langfristige Potenzial (ARR bei KI-Lösungen von über 37 Mrd. USD) mit kurzfristiger Unsicherheit hinsichtlich der Kapitaleffizienz kollidiert.

Mittelfristig dürfte sich die Aktie weiterhin konsolidieren, während der Markt die aggressive Skalierungsstrategie verdaut. Ein Ausbruch hängt von einer Beschleunigung der Monetarisierung von Copilot und Anzeichen einer Margennormalisierung ab. Trotz Skepsis gehört Microsoft weiterhin zu den Top-Gewinnern der KI-Transformation, und jeder Rückgang bei stabilem Cloud-Wachstum könnte als Einstiegspunkt für langfristige Positionen dienen.

Ungeachtet der starken Kennzahlen stand der Aktienkurs unter Verkaufsdruck und testete die Unterstützung bei rund 400 USD, bevor er wieder auf den Widerstand bei 416 USD stieg. Das Scheitern der Bullen, den Widerstand bei 432 USD zu durchbrechen, könnte eine tiefere Korrektur auslösen, doch ein weiterer Rückgang könnte weiterhin neues Kaufinteresse wecken.

Wie wir am vergangenen Donnerstag schrieben, steht Microsoft trotz des starken Gewinnberichts unter Druck, und eine Besserung ist bislang nicht zu beobachten.

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