DAK-Umfrage zeigt wachsende Sorgen vor finanzieller Überlastung durch Pflegekosten in Deutschland

DAK-Umfrage zeigt wachsende Sorgen vor finanzieller Überlastung durch Pflegekosten in Deutschland
Pflegekosten belasten stark

Steigende Eigenanteile in der stationären Pflege verschärfen in Deutschland die Sorge, im Pflegefall finanziell überfordert zu werden. Eine neue Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK zeigt, dass diese Angst besonders unter pflegenden Angehörigen tief im Alltag verankert ist.

Höhepunkte

  • 49 Prozent der pflegenden Befragten kennen Fälle, in denen Angehörige durch Heimkosten ihre Ersparnisse oder ihre Immobilie verlieren.
  • Im Bundesdurchschnitt zahlen Heimbewohner im ersten Jahr derzeit monatlich 3245 Euro selbst, ein Anstieg um 261 Euro gegenüber dem Vorjahr.
  • 69 Prozent der Befragten fordern eine grundlegende Pflegereform, während 50 Prozent künftig steigende Beiträge zur Pflegeversicherung erwarten.

Umfrageergebnisse und Kostendruck

Wie zuerst von BILD unter Berufung auf eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK berichtet wird, kennt fast jeder zweite Befragte, der selbst ein Familienmitglied pflegt, Fälle, in denen Menschen durch Heimkosten einen Großteil ihrer Ersparnisse oder sogar ihr Haus verlieren.

49 Prozent dieser Gruppe geben an, solche Fälle im eigenen Umfeld zu kennen. In der Gesamtbevölkerung berichten das noch 31 Prozent. Viele Betroffene erleben demnach, dass Bekannte über Jahre hinweg zuzahlen, Rücklagen aufbrauchen oder Immobilien verkaufen müssen, um die Pflege von Angehörigen zu finanzieren.

Zusätzlich steigt der finanzielle Druck durch höhere Eigenanteile weiter. Im Bundesdurchschnitt zahlen Heimbewohner im ersten Jahr derzeit monatlich 3245 Euro selbst, das sind 261 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen stammen vom Verband der Ersatzkassen.

Reformdruck auf Politik und Pflegesektor

Die Umfrage zeigt auch einen breiten politischen Handlungsdruck. 69 Prozent der Befragten fordern eine grundlegende Pflegereform, während 50 Prozent davon ausgehen, dass sich die Lage weiter verschlechtert und die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen.

DAK-Chef Andreas Storm warnt, der Verlust des eigenen Hauses oder großer Teile des Ersparten durch Pflege sei "sozialer Sprengstoff". Bund und Länder müssten jetzt eine umfassende Pflegereform auf den Weg bringen.

Gesundheitsministerin Nina Warken will nach den Angaben zeitnah einen ersten Entwurf für eine große Pflegereform vorlegen. Für Pflegeeinrichtungen, Versicherer und Haushalte bleibt damit die Frage zentral, wie steigende Kosten künftig zwischen Staat, Kassen und Betroffenen verteilt werden.

In unserem früheren Artikel zur Debatte um die geplante Diätenerhöhung für Bundestagsabgeordnete haben wir erläutert, warum die automatische Anpassung der Bezüge ab Juli politisch zunehmend umstritten ist. Im Fokus standen dabei der wachsende Widerstand aus mehreren Parteien sowie die Frage, wie glaubwürdig Reformpolitik wirkt, wenn viele Haushalte gleichzeitig unter stagnierender Kaufkraft und wirtschaftlichem Druck stehen.

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