Eliog beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung, Spezialofenhersteller unter Druck durch Auftragsrückgang

Eliog beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung, Spezialofenhersteller unter Druck durch Auftragsrückgang
Eliog in Insolvenzkrise

Die Krise in der deutschen Industrie erfasst mit Eliog einen weiteren traditionsreichen Maschinenbauer aus Thüringen. Der Hersteller von Spezialöfen für die Autoindustrie sucht nach einem Investor, während die Zukunft des Betriebs und der Beschäftigten offen ist.

Höhepunkte

  • Eliog, Weltmarktführer für Spezialöfen, beantragt beim Amtsgericht Meiningen Insolvenz in Eigenverwaltung aufgrund ausbleibender Zahlungen und offener Verbindlichkeiten.
  • Schwache Nachfrage, verschobene oder gestrichene Aufträge erhöhen den Druck auf die Finanzierung und verschärfen die Sanierungsnotwendigkeit bei Eliog.
  • Für die 74 Eliog-Beschäftigten sind Löhne bis zum nächsten Monat über das staatliche Insolvenzgeld gesichert, danach ist die Zukunft ungewiss.

Sanierungsverfahren und Ursachen der Zahlungsprobleme

Wie BILD.de berichtet, hat der Thüringer Maschinenbau-Spezialist Eliog beim Amtsgericht Meiningen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Autoindustrie eingesetzt werden.

Sanierungsgeschäftsführer Stefan Mairiedl erklärt in einer Mitteilung, sein Ziel sei, die Substanz des Unternehmens zu erhalten und die Sanierung mit Hilfe eines Investors zu schaffen. Nach seinen Angaben kann Eliog offene Forderungen und Verbindlichkeiten absehbar weder fristgerecht noch vollständig begleichen.

Besonders stark belastet den Betrieb die schwache Nachfrage. Kunden kürzen Aufträge, verschieben sie auf das kommende Jahr oder streichen sie ganz, was den Druck auf die laufende Finanzierung weiter erhöht.

Tradition des Unternehmens und Folgen für die Region

Eliog wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlegte die Produktion nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nach Römhild in Thüringen. In der DDR lief der Betrieb als volkseigenes Unternehmen weiter, nach der Wende geriet er bereits einmal in die Insolvenz, bevor die familiengeführte Rupprecht-Gruppe den Hersteller 2011 übernahm.

Zusätzliche Belastungen ergaben sich bereits im vergangenen Jahr, als ein geplanter Neubau gestoppt werden musste, weil eine zuständige Behörde den Bau einer Zufahrtsstraße nicht genehmigte. Eigentümerin Karlotta Rupprecht machte den Fall damals öffentlich und verwies auf die Bedeutung des Standorts für Arbeitsplätze und Familien.

Für die 74 Beschäftigten sind Löhne und Gehälter bis zum kommenden Monat über das staatliche Insolvenzgeld abgesichert. Danach bleibt die Lage unklar, während sich Eliog in eine wachsende Liste von Industrie- und Autozuliefererkrisen in Deutschland einreiht, bei denen bereits zahlreiche weitere Arbeitsplätze bedroht sind.

In unserem früheren Bericht zur schwächeren deutschen Konjunktur haben wir zusammengefasst, dass Inflation, fragile Lieferketten und eine anhaltend schwache Industrie die Lage für Unternehmen und Haushalte belasten. Zudem zeigten Daten aus Wohnungsbau und energieintensiven Branchen deutliche Schwächesignale, begleitet von einer eingetrübten Stimmung an den Finanzmärkten. Diese Gemengelage erhöht den Druck auf Betriebe in der Industrie und im Zulieferumfeld spürbar.

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