Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz Build 2026 in San Francisco stellte Microsoft unter der Marke MAI eine Familie von sieben proprietären Modellen für künstliche Intelligenz vor. Dies signalisiert einen strategischen Schritt, um die Abhängigkeit von Partnern wie OpenAI und Anthropic zu verringern, die Berichten zufolge beide rekordverdächtige Börsengänge vorbereiten. Das Flaggschiff-Release, MAI-Thinking-1, ist Microsofts erstes Reasoning-Modell, das vollständig von Grund auf mit kommerziell lizenzierten Daten trainiert wurde, ohne Destillation aus Drittsystemen.
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Das Modell verfügt über 35 Milliarden aktive Parameter und ein Kontextfenster von 256.000 Token. Microsoft brachte außerdem MAI-Code-1-Flash auf den Markt, ein Modell zur Codegenerierung, das darauf ausgelegt ist, Eingabeaufforderungen in natürlicher Sprache in Softwarecode umzuwandeln; die Integration in GitHub Copilot und Visual Studio Code ist bereits im Gange. Nach Angaben des Unternehmens haben für McKinsey entwickelte, maßgeschneiderte Versionen der Modelle GPT-5,5 in der Qualität übertroffen und bieten gleichzeitig eine bis zu zehnmal höhere Kosteneffizienz.
Majorana 2 markiert einen bedeutenden Sprung im Quantencomputing
Microsoft enthüllte zudem den Quantenprozessor Majorana 2 der zweiten Generation. Das Unternehmen behauptet, dass die neue Architektur Qubits liefert, die etwa 1.000-mal zuverlässiger sind als die der vorherigen Generation, was vor allem auf den Ersatz von Aluminium durch Blei in der supraleitenden Schicht zurückzuführen ist. Die durchschnittliche Qubit-Kohärenzzeit hat sich Berichten zufolge von Millisekunden auf etwa 20 Sekunden erhöht – eine Verbesserung, die Microsoft mit dem Wechsel von einem Gerät, das täglich aufgeladen werden muss, zu einem Gerät vergleicht, das jahrelang ohne Aufladen betrieben werden kann. Zulfi Alam, Corporate Vice President von Microsoft Quantum, erklärte, dass das Unternehmen bis 2029 einen kommerziell nutzbaren Quantencomputer erwartet. Während der aktuelle Chip 12 Qubits enthält, wird letztlich eine Skalierung auf Millionen von Qubits erforderlich sein, um praktische, groß angelegte Quantenanwendungen zu ermöglichen.
Aktie fällt seit Jahresbeginn um 24 % aufgrund von Bedenken über KI-Ausgaben
Trotz der technologischen Erfolge gerieten die Microsoft-Aktien im Jahr 2026 unter erheblichen Druck. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um 24,33 % gefallen und steuert damit auf ihre schlechteste Quartalsperformance seit der Finanzkrise 2008 zu. Bis zum 27. März fielen die Aktien auf etwa 359 $, was Microsoft zum schwächsten Performer unter den US-Technologie-„Magnificent Seven“ machte, während der Bloomberg Magnificent 7 Index im gleichen Zeitraum um 14 % sank. Die Anleger sind weiterhin besorgt über das Ausmaß der KI-bezogenen Investitionsausgaben des Unternehmens, die im Quartal 37,5 Milliarden $ erreichten, was einem Anstieg von 66 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zusätzlicher Druck entstand durch das auf 38 % verlangsamte Umsatzwachstum von Azure, das leicht unter den Markterwartungen von 39,4 % lag, sowie durch eine allgemeine Skepsis hinsichtlich des Tempos, mit dem KI-Investitionen nennenswerte Renditen erwirtschaften werden. Am 2. Juni fiel die Aktie um weitere 3,61 %, nachdem Berichte über eine Untersuchung der FTC zu Microsofts Cloud-Diensten und KI-Bündelungspraktiken bekannt wurden.
Analysten bleiben trotz der Korrektur optimistisch
Der langfristige Ausblick der Wall Street bleibt überwiegend positiv. Von den 64 Analysten, die Microsoft beobachten, bewerten derzeit 62 die Aktie mit „Buy“, während die verbleibenden zwei „Hold“ empfehlen. Kein Analyst empfiehlt derzeit den Verkauf der Aktien. Das Konsenskursziel liegt bei 623 $, was ein Aufwärtspotenzial von etwa 29,3 % gegenüber dem Niveau vor dem jüngsten Rückgang impliziert. Goldman Sachs senkte kürzlich sein Kursziel von 515 $ auf 500 $ und begründete dies mit revidierten Erwartungen für den freien Cashflow und höheren prognostizierten Investitionsausgaben für 2026–2027, behielt aber sein Buy-Rating bei.
Wie bereits in Microsoft bleibt unter Druck, da Investoren Renditen für massive KI-Investitionen fordern angemerkt, scheint der aktuelle Ausverkauf eher eine Korrektur überhöhter Erwartungen als eine Verschlechterung des zugrunde liegenden Geschäfts von Microsoft widerzuspiegeln. Das langfristige Investment-Szenario wird weiterhin durch die Marktführerschaft von Azure, den Ausbau des KI-Ökosystems von Microsoft und das wachsende Portfolio an proprietären KI-Technologien gestützt.
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